Leitfaden zur Anlage von Kiesbetten / Kieslaichplätzen

In Form eines kleinen Leitfadens wird im Folgenden die Anlage der „Kiesbetten“ oder „Kiesrauschen“ und die dabei zu beachtenden Rahmenbedingungen beschrieben. Die Angaben beruhen, soweit nicht anders angegeben, auf eigenen Erfahrungen sowie den Empfehlungen von TENT (2002 und 2005) sowie MADSEN & TENT (2000).

1. Abstimmung und Auswahl des Standortes

Im Vorfeld der Maßnahmen sollten Abstimmungsgespräche mit der unteren Wasserbehörde, dem Unterhaltungsverband und den Flächenanliegern durchgeführt werden. Dabei kann vor Ort das geplante Projekt und insbesondere die hydraulische Verträglichkeit der Kiesbetten mit den Ansprüchen der Gewässerunterhaltung erläutert werden. Im Einvernehmen mit allen Beteiligten kann so ggf. auf eingehende hydraulische Untersuchungen und aufwändige Genehmigungsverfahren verzichtet werden. Dank der Vorabstimmungen sollte eine einfache Projektskizze für die wasserrechtliche Genehmigung und Duldung ausreichen. Je nach Gewässer und wasserwirtschaftlichen Ansprüchen kann der Planungsaufwand aber auch beträchtlich größer ausfallen und ggf. ein förmliches Genehmigungs-verfarhen erforderlich sein.

Der Einbau der Kiesbetten erfolgt idealer Weise an Gewässerstrecken, die ein relativ breites Hochwasserabflussprofil haben, eine möglichst hohe Fließgeschwindigkeit aufweisen bzw. unterhalb einer bereits vorhandenen oder abgängigen Staustufe lagen. Dadurch wird verhindert, dass es zu ökologisch wie wasserwirtschaftlich unerwünschten Aufstauungen oberhalb des Kiesbettes kommt. Für die Standortwahl empfehlen MADSEN & TENT (2000: 87 f.) und TENT (2002: 31 f.) in Anlehnung an natürliche Forellenlaichplätze eine möglichst hohe Strömungsgeschwindigkeit von mindestens 50 – 70cm/s (30 – 110cm/s) und Gewässertiefen von 10 – 30 cm. Ein Gefälle von 4 – 5 ‰ bei kleineren Bächen und 2 – 3 ‰ bei größeren Bächen ist dabei ausreichend. Bei der Standortwahl ist in jedem Fall auch zu prüfen, ob das Gewässer nicht durch übermäßig hohe mobile Sandfrachten und intensive Gewässerunterhaltung belastet ist. Diese Voraussetzungen würden sehr schnell zur völligen Übersandung der eingebrachten Kiese führen. Am besten geeignet sind daher Bäche, die eine moderate Unterhaltungsintensität aufweisen und durch einigermaßen gewässerverträgliche Nutzungen des Umfeldes (Grünland, Wald) geprägt sind. Weiterhin ist zu prüfen, ob der Grund des Baches nicht zu stark verschlammt oder vermoort ist. In diesem Fall ist ein alternativer Standort bzw. die vorherige Auskofferung im Bereich des anzulegenden Kiesbettes zu empfehlen.

Außerdem ist der Standort des Kiesbettes so zu wählen, dass auch schwere Fahrzeuge, die für die Herstellung der Kiesbetten benötigt werden, problemlos und ohne weite Wege über landwirtschaftliche Flächen zurücklegen zu müssen, an ihr Ziel gelangen können.

2. Herstellungszeitpunkt

In Abstimmung mit den Flächenanliegern erfolgt die Anlage der Kiesbetten am besten vom Spätsommer bis Frühherbst. Zu dieser Zeit sind die ansonsten meist feuchten Talflächen am besten zu befahren. Da die meisten Fische nun auch ihr Laichgeschäft abgeschlossen haben, werden so übermäßige Störungen am Gewässer vermieden. Alternativ ist auch die Herstellung im Winter bei starkem Frost möglich. Dieser Zeitpunkt hat aber den Nachteil, dass im Winter laichende Fische wie Lachs, Meer- und Bachforelle sowie deren Laichplätze durch nicht vermeidbare Sedimentaufwirbelungen beeinträchtigt werden können.

3. Wahl des Kiesmaterials

Grundsätzlich bieten sich zwei Bezugsquellen für den Kies an: Auf  Anfrage sind ortsansässige Landwirte  oft bereit, bei der Ernte anfallende Kartoffellesesteine abzugeben. Um übermäßige Transportwege zu vermeiden, sollte am besten ein fester Lieferplatz in Gewässernähe vereinbart werden, zu dem verschiedene Landwirte im Laufe der Zeit ihr Material abliefern können. Der Vorteil der Kartoffel-Lesesteine liegt hauptsächlich darin, dass sie  sehr preisgünstig, oft kostenlos zu bekommen sind und von ihrer Zusammensetzung weitgehend dem naturraumtypischen Geschiebe entsprechen.

Dem stehen aber eine Reihe von Nachteilen entgegen. Zum einen sind Kartoffellesesteine in der Regel stark durch organische Beimengungen wie Pflanzenreste, Kartoffeln und Oberboden verunreinigt. Ohne vorherige, sehr zeitaufwändige Reinigung würden diese in der Gewässersohle zu starker Sauerstoffzehrung führen und den Laicherfolg der Fische gefährden. Zum anderen fehlt den relativ großen Kartoffellesesteinen die Fein- und Mittelkiesfraktion (Ø 2 bis 20 mm), die in den Kiesbetten für eine größere Gefügestabiltät sorgt und den Eintrag organischer Substanzen in das Kieslückensystem minimiert. Außerdem bestehen die Kartoffellesesteine zum Teil aus scharfkantig gebrochenen Flintsteinen, an denen sich die laichenden Fische leicht verletzen können.

Aus den vorgenannten Gründen ist eher der Bezug des benötigten Kiesmaterials von ortsansässigen Kies- und Sandwerken zu empfehlen. Diese Kiese entsprechen wie die Kartoffellesesteine in ihrer Zusammensetzung dem naturraumtypischen Geschiebe, beinhalten aber auch die wichtigen Fein- und Mittelkiesfraktionen. Sie sind auch in ungewaschener Form weitgehend frei von organischen Beimengungen und somit für den Sauerstoffhaushalt des Kieslückensystems unproblematisch. Da sie ausschließlich aus gewässertypischem Rundkorn bestehen, stellen sie für die laichenden Fische keine Verletzungsgefahr dar. Die zu verwendende Körngrößenzusammensetzung richtet sich grundsätzlich nach der jeweiligen naturraumtypischen Zusammensetzung des anstehenden Geschiebes. Am besten eignet sich der in örtlichen Sandwerken anfallende sog. Überkornanteil, der je nach Siebgröße alle Körnungsfraktionen von Feinkies bis zu großen Steinen enthält. Diese Zusammensetzung entspricht am ehesten dem Geschiebeinventar, das die Bäche vor Beginn wasserbaulicher Eingriffe durch natürliche Erosion und Deckschichtbildung ausgebildet haben.

Für die Anlage von Kiesbetten empfohlene Korngrößen und -anteile (nach ALTMÜLLER 2005a, SELLHEIM 2003, TENT 2002):

  Idealer Kies zur Anlage von Laichplätzen: Hetrogener unsortierter Kies mit allen Korngrößen aus ortsnahen Kies-/Sandwerken

Die Erfahrungen des Wiederansiedlungsprojektes zeigen, dass die auch von ALTMÜLLER (2005a) für Tiefland-Geestbäche empfohlenen Korngrößen (siehe Tab. oben) die besten Fortpflanzungserfolge der Kieslaicher Lachs und Meerforelle bringen. In der Praxis muss jedoch z. T. mit den im Kieshandel verfügbaren Standard-Kiessortimenten gearbeitet werden, wobei bei der Bestellung auf eine möglichst heterogene und unsortierte Zusammensetzung Wert gelegt werden sollte. Für die Anlage von Laichplätzen für Kieslaicher sollten nach den etwas voneinander abweichenden Empfehlungen von ALTMÜLLER (2005a), SELLHEIM (2003) und TENT (2002) Kiesfraktionen und -anteile verwendet werden, die in  der Tabelle oben  zusammengefasst sind.

Transport des Kieses

Wenn es die Bodenverhältnisse zulassen, sollte der benötigte Kies direkt an das Gewässer geliefert werden. So werden Kosten und unnötige Transportwege gespart. Da viele Talflächen aber nicht mit schweren LKW befahrbar sind, ist nach Möglichkeit ein Kieslagerplatz einzurichten, von dem aus der Transport mit Radladern und/oder Traktoren bewerkstelligt werden kann.

   Anlieferung des Kieses möglichst in Gewässernähe / Verteilung des Kieses mit Radlader oder Traktoren

Randliche Einengung des Querschnittprofils

In den meisten Fällen ist es nötig, zu Beginn das viel zu große Mittelwasser-Profil des Baches mit Kiesen und Steinen einzuengen. Dadurch wird eine turbulentere Strömung erzeugt und das vorzeitige Versanden des Kiesbettes verhindert. Außerdem stabilisieren die Steinschüttungen das Ufer und verhindern so die unerwünschte Breitenerosion sowie Auskolkungen im Bereich des Kiesbettes.

   Sicherung der Uferböschungen & Einengung des Mittelwasserprofils

Die Steinschüttungen sind an beiden Ufern bachauf und bachab länger als die eigentliche Rausche und deutlich höher als das mittlere Abflussprofil (MW-Profil) auszuziehen. Hierbei können auch die preisgünstigen Kartoffellesesteine problemlos verwendet werden, die  mit dem anhaftenden Boden ein hervorragendes Keimsubstrat für angeschwemmte Erlensamen bilden.

Herstellung der Kiesrausche

Vor dem Einbau des Kieses muss die Gewässersohle ggf. vertieft werden, um ein übermäßiges Anheben des Wasserspiegels zu verhindern. Dazu wird der auf der Sohle lagernde Sand und Schlamm in einer Stärke von 20 – 40 cm mit einem Bagger entnommen und, wenn möglich, auf den angrenzenden Flächen eingeebnet oder abgefahren. Anschließend werden die Kiese, je nach Größe des Baches, mit einem Bagger, Radlader oder per Hand in einer 20 – 40 cm starken Schicht auf der gesamten Gewässerbreite eingebracht und sofort auf dem Gewässergrund verteilt. Bei dieser Bauweise ergeben sich aufgrund der Profileinengung und der dadurch entstehenden hohen Fließgeschwindigkeiten später die geringsten Versandungsprobleme auf den Kiesbetten.

Die Gestaltung der Kiesrausche, die sich an natürlichen Kieslaichplätzen orientieren sollte, ergibt sich aus den folgenden Abbildungen.

 Prinzipskizzen zur Anlage eines Kieslaichplatzes:

 



Beim Einbau größerer Kiesmengen ist der Einsatz eines Baggers und/oder Radladers zu empfehlen. Bei standfesten Ufern kann der Kies auch direkt von der Ladefläche des LKW oder des Anhängers in das Gewässer gekippt werden. Wenn gute Kontakte zu ortsansässigen Baufirmen bestehen, können diese Maschinen oft recht preisgünstig ausgeliehen werden. Der Einbau per Hand mit Schaufeln und Schubkarren ist nur bei kleineren Bächen, geringeren Kiesmengen und einer ausreichenden Zahl freiwilliger Helfer zu empfehlen.

Die Länge der Laichbetten sollte abhängig von der Breite des Baches mindestens 2 bis 5 m betragen. Bei größeren Bächen sollten, soweit das Gefälle ausreicht, aber größere Längen von 10 – 15 m eingebaut werden, um die Gefahr der Übersandung zu minimieren. Werden mehrere Laichbetten angelegt, sollte der Abstand untereinander mindestens vier Laichbetten-Längen betragen. In kleineren Bächen mit ausreichendem Gefälle kann der Abstand die 1 – 2-fache Länge des Laichbettes sein. Allgemein gilt: Je flacher das Gefälle ist, desto größer müssen die Abstände zwischen den Laichplätzen sein.

   Nur mit einem Bagger können die in der Regel großen Kiesmengen mit zumutbaren Aufwand eingebracht werden.

Anschließend sollte ggf. eine Nacharbeitung des eingebrachten Kies per Hand erfolgen, um eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung des Materials und eine ausreichende Standfestigkeit des Ufers durch den Kies zu gewährleisten. Als Arbeitsgerät eignen sich dazu Garten-Harken, Steinforken und Schaufeln am besten. Allzu genau braucht hier aber nicht gearbeitet zu werden, da v. a. Lachse und Meerforellen den Kies beim Schlagen der Laichgrube sowieso kubikmeterweise verlagern und neu sortieren. Der eingebrachte Kies ist nach Ludwig Tent lediglich ein „Angebot an den Bach“, mit diesem Material zu arbeiten. Das nun fertige Kiesbett bedarf i. d. R. keiner weiteren Pflege. Aufgrund der Laichaktivitäten der Großsalmoniden kann es aber im Laufe der Jahre zu einer erheblichen stromabgerichteten Verlagerung des Kieses kommen. Daher kann es zweckmäßig sein, in regelmäßigen Abständen kleinere Mengen Kies im Einlaufbereich des Laichplatzes nachzuschütten.

    Bei schmalen Bächen kann der Kies auch per Radlader eingebracht und manuell verteilt werden.

Die erfahrungsgemäß überaus schnell eintretende Besiedlung der Kiesrauschen mit Bachflohkrebsen, Stein-, Eintags- und Köcherfliegenlarven zeigt, dass diese Tiere geradezu nach Kies hungern. Ihnen folgen ebenso schnell Fische, die auf kiesige Gewässersohlen angewiesen sind. Zahlreiche Mühlkoppen, Bachneunaugen, Forellen u. a., die bisher nur ein vereinzeltes Schattendasein in den sandgeschädigten Bächen führten, tummeln sich nach kurzer Zeit auf den Laichplätzen.

Wenn möglich, sollte im Einvernehmen mit den Flächenanliegern beiderseits die Ausweisung von ungenutzten Gewässerrandstreifen vereinbart werden. Diese sollten mindestens 2 bis 5 m breit sein, um Uferabbrüche durch Weidevieh und Nährstoffeinträge aus den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen zu vermeiden. Auf die Anpflanzung von Erlen kann erfahrungsgemäß verzichtet werden. Das setzt jedoch voraus, dass mit dem Unterhaltungsträger und den Flächenanliegern vereinbart wird, hier auf die übliche und wasserwirtschaftlich häufig überflüssige Mahd der Uferböschung zu verzichten.

Wenn oberhalb der Kiesrausche noch Erlen am Bach wachsen, entsteht durch natürliche Ansamung innerhalb kürzester Zeit ein dichter Teppich junger Erlen, der das Ufer dauerhaft befestigt und für die erwünschte Beschattung des Gewässers sorgt. Wenn dennoch nicht auf eine Bepflanzung verzichtet werden soll, ist unbedingt darauf zu achten, dass die Erlen in Höhe des Mittelwasserprofils gesetzt werden. Nur so können sie die erwünschten gewässerökologischen Funktionen (Ufersicherung, Schaffung von Kleinlebensräumen und Verstecken, Initiierung natürlicher Laufentwicklung) erfüllen. Weiterhin sollte bei der Pflanzung auf Standard-Baumschulware unbekannter Herkunft verzichtet werden, die vielfach zur genetischen Verfälschung beitragen kann. Besser ist die Verwendung von Jung-Erlen, die ortsnah aus natürlichen Verjüngungen geworben werden. Diese Pflanzen sind au-tochthon, d. h. bodenständig und genetisch an die örtlichen Verhältnisse angepasst.

Arbeitsaufwand und Kosten

Je nach Größe der anzulegenden Kiesrausche können die anfallenden Kosten und Arbeitsstunden erheblich voneinander abweichen. Bei der oben beschriebenen Kiesrausche, die eine Breite von 5 m und eine Länge von ca. 15 m hat, werden einschließlich der Mengen für die Uferbefestigungen ca. 30 – 40 m³ Kies benötigt. Vorausgesetzt, der Kies wird direkt ans Gewässer geliefert, benötigt ein Bagger mit Unterstützung eines Radladers ca. 2-4  Stunden für die Herstellung der Profilverengungen und den Einbau des Kieses. Mit einer Handvoll Helfer (ca. 3 – 6 Personen), die für die manuelle Nacharbeitung des Kieses im Gewässer und sonstige Arbeiten sorgen, ist so die Anlage einer Kiesrausche problemlos an einem Vormittag  zu bewerkstelligen. Dazu kommt der Arbeitsaufwand für die Vorabstimmungen mit den Flächenanliegern, dem Unterhaltungsverband und der Wasserbehörde sowie die Erarbeitung der Genehmigungsunterlagen, soweit sie von der unteren Wasserbehörde gefordert werden. Besteht die untere Wasserbehörde auf einem formellen Genehmigungsverfahren, hat der Antragsteller auch diese Kosten zu tragen.

Die Kosten für den benötigten Kies hängen stark von der Entfernung des nächsten Kieswerkes ab. Bei einem angenommenen Transportweg von ca. 20 km und der Abnahme einer Kiesmenge von ca. 50 Tonnen beträgt der Kiespreis (heterogene Sortierung, Ø 20 – 256 mm) ca. 15 – 22 €/to incl. Lieferung. Die Kosten für die benötigten Maschinen können sehr hoch sein (Bagger incl. Fahrer: ca. 70 – 80 €/Std.). Mit etwas Verhandlungsgeschick kann aber erreicht werden, dass ortsansässige Tiefbaufirmen gegen ein geringes Entgelt oder eine Spende die benötigten Maschinen „für den guten Zweck“ zur Verfügung stellen.

Maßnahmen zur dauerhaften Erhaltung der Kiesrausche

Die neu angelegten Kiesbetten sind durch den ständigen Sandeintrag gefährdet, der aus den zahlreichen Dränagen, Gräben, Uferabbrüchen etc. stammt. Dieser Sand kann im Laufe der Zeit Teile der Kiesbetten zusetzen und hier zu letalen Sauerstoffbedingungen für die Fischbrut führen. Durch die Grabetätigkeiten der Großsalmoniden wird dieser Effekt in jeder Laichperiode teilweise, aber nur kurzfristig kompensiert. Eine dauerhafte Erhaltung der Kiesbetten ist daher nur möglich, wenn die zahl-reichen Feinsedimentquellen eliminiert werden und eine verträglichere Gewässerunterhaltung erreicht wird. Als provisorische Lösung gegen den Sandeintrag ist die Einrichtung eines im Bach liegenden Sandfanges denkbar. Dieser kann die herangetragenen Sandfrachten auffangen und so die Versandung der Kiesrausche verhindern. Um die Funktion des Sandfanges dauerhaft sicherzustellen, ist es nötig, ihn regelmäßig zu leeren.

Fazit

Insgesamt stellt der hier beschriebene Bau von Kiesbetten eine effektive und zugleich relativ kostengünstige Methode zur Verbesserung beeinträchtigter Gewässersohlen dar, der allerdings das Engagement der örtlichen Angelvereine sowie eine gute Kommunikation mit anderen Beteiligten (Unterhaltungsverbände, Wasserbehörde, Flächeneigentümer) voraussetzt. Dauerhaft sind diese Kieslaichplätze aber nur zu erhalten, wenn die unnatürlich hohe Sandfracht in den Bächen endlich mini-miert wird. Für eine nachhaltige Etablierung kieslaichender Fischpopulationen ist das heutige „Kiesinventar“ unserer Bäche aber völlig unzureichend. Daher ist die eigendynamische Bildung von kiesigen Sohlstrukturen verstärkt zu fördern und die Anlage weiterer Kieslaichplätze nötig.

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weitere Infos und Broschüren zum Thema Kieslaichplätze finden Sie z. B. hier:

Leitfaden "Restaurierung von Kieslaichplätzen"  (Landesfischereiverband Bayern 2007)

Sanierung von Salmonidenlaichgewässern (MUNLV, NRW, 2007)