Natürliche Fischfauna des oberen Wümmegebietes

Jedes Fließgewässer hat seine eigenen besonderen Eigenarten, die sich aus der naturräumlichen Lage, den anstehenden Gesteinen / Böden und seiner langen Entwicklungsgeschichte, die sich immer von angrenzenden Flußgebieten unterscheidet, ergeben. Infolgedessen hat sich in jedem Bach und Fluss im Laufe der Geschichte auch immer eine individuelle, gewässertypische Fischfauna eingestellt.

Diese potentiell natürliche Fischfauna ist das Leitbild und der Referenzzustand, an dem sich die Gewässerentwicklung im Sinne der Wasserrahmenrichtlinie zu orientieren hat.

Seit 2007 liegen auch für das obere Wümmegebiet Angaben der LAVES zum Referenzzustand der Fischfauna (= potentiell natürliche Fischfauna) vor. Die folgende Grafik zeigt die Artenzusammen-setzung im Referenzzustand für das Einzugsgebiet der Fintau und Veerse mit ihren Nebenbächen.

  • Demnach gehören 21 Arten zum natürlichen Fischbestand dieser Bäche. Auffällig ist vor allem der große Anteil der Arten, die zur Fortpflanzung auf eine steinig-kiesige Bachsohle angewiesen sind. l
  • Weiterhin gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Gefährdungsgrad und Art der Fortpflanzung: Alle Kieslaicher sind mehr oder weniger in ihrem Bestand gefährdet !
  • Daraus ergibt sich ein klarer Handlungsbedarf: Maßnahmen zur Gewässerentwicklung nach Wasserrahmenrichtlinie  müssen sich in diesen Bächen vorrangig um die Verbesserung der Fortpflanzungsbedingungen von Kieslaichern kümmern (Sicherung, Anlage und Entwicklung von Kieslaichplätzen)