Lachs / Atlantischer Lachs (lat. Salmo salar, Linneaus 1758)

(folgender Text zum Teil aus www.wanderfische.de; Stefan Ludwig)

Schutzstatus / Gefährdungsgrad : FFH II, Vom Aussterben bedroht (Rote Liste 1 - Niedersachsen)

Vorkommen im Wümmegebiet: Bis ins 19. Jahrhundert kam der Lachs im Wümmegebiet regelmäßig, aber nicht häufig vor. Infolge von Gewässerausbau und der Anlage zahlreicher Stauwehre starb die Art um 1925 im Wümmegebiet aus. Trotz mehrjähriger Initialbesatzmaßnahmen der Besatzgemeinschaft Wümme seit 1982 und 1999 kehrten bisher nur wenige erwachsene Laichfische wieder ins obere Wümmegebiet zurück: Nur  2000 und 2001 gelang bei Kontrollbefischungen in der Fintau und Ruschwede wieder der Nachweis von Lachsen in unseren Bächen.

Aktuelle Verbreitung des Lachses in Niedersachsen

Die folgende Karte zeigt die aktuelle Verbreitung des Lachses in Niedersachsen (Quelle: LAVES, fischereikundlicher Dienst 2005). Alle heutigen Lachsvorkommen gehen auf Wiederansiedlungs-projekte von Angelvereinen / Fischereiverbänden zurück.

 (Quelle: LAVES 2005)

Beeinträchtigungen: Vor allem der Mangel an geeigneten Laichhabitaten (Kiesbänke), die überhöhte Sandfracht, die zur Überdeckung der Kiessohlen führt sowie die verbliebenen Stauwehre (z. B. an der Scheeßeler Mühle), die große Hindernisse bei der Laichwanderung darstellen. Weiterhin gefährdet die Lachszucht in Netzgehegen vor den europäischen Küsten die Wild-Lachsbestände (genetische Verfälschung, Parasitenübertragung,  wie z. B. der Lachslaus.

   Der letzte Wümme-Lachs (1925 bei Fischerhude)                     J. Engelken mit dem ersten Lachs-Rückkehrer (2000)

Beschreibung: Während seiner Wachstumsphase im Meer silbern glänzender Körper mit dunklen Flecken die sich hauptsächlich oberhalb der Seitenlinie befinden. Während der Laichwanderung in die Flüsse verfärbt sich der Körper allmählich in eine prächtiges in verschiedenen Rot- und Gelbtönen strahlendes Hochzeitskleid. Wie alle Arten der Gattung Salmo hat auch der Lachs eine Fettflosse. Größe in Ausnahmefällen bei Fischen mit mehreren Winter auf See bis ca. 140 cm bei einem Gewicht vom ca. 25 Kg. Vorkommen: Gesamter nordatlantischer Raum. In Europa von Nordspanien, Frankreich, Deutschland, den gesamten baltischen Raum, Skandinavien bis nach Nordrussland. Von Island bis zum Nordamerikanischen Kontinent. Dort in Kanada von Neufundland bis New England in den USA.

  Die Nahrungsgründe des Lachses im Nordatlantik

Lebenszyklus: Als anadromer Wanderfisch zieht der erwachsene Lachs sehr zielgenau vom Meer an seinen Geburtsort, den meist in den Oberläufen gelegenen kiesreichen Strecken, zurück. Dort findet je nach Stamm in der Zeit von Oktober bis Januar der Laichvorgang statt. Der Laich wird in von den Weibchen geschlagenen Gruben abgelegt . Dort verbleibt der Laich im Kieslückensystem (Interstitial). Nach 490 Tagesgraden schlüpft die Brut (alevin) und begibt sich zunächst noch tiefer in das Kieslückensystem. Bis einschließlich zu dieser Phase ist eine sehr gute Sauerstoffversorgung notwendig. Dies ist in den meisten Gewässern in Deutschland heute der kritische Zeitpunkt. Nach Verzehr des Dottersackes streben die Brütlinge (fry) in die oberen Schichten des Lückensystems und werden einjährig 'Parr' genannt. Im 2. Jahr im Süßwasser erfolgt in der Regel die Smoltifizierung, die die Abwanderbereitschaft Richtung Meer anzeigt.

  Lebenszyklus des Lachses (Quelle: LÖBF  NRW)

   Lachs-Jungfisch (sog. prä-smolt)   /  Rainer Stamm mit einem Lachs-Milchner aus der Fintau (2001)

Nach einem Seewinter im Meer wird der heranwachsende Lachs Grils genannt. Mitunter kehren in dieser Phase die ersten Fische zum Laichen an Ihren Geburtsort zurück. In der Regel nach 2 oder mehr Seewintern kehren die laichreifen Lachse sehr punktgenau (+ - 50m) an den Ort Ihrer Geburt zurück, wenn Ihnen der Weg nicht verwehrt ist. In der Gesamtpopulation sind aber auch immer so genannte Streuner vorhanden die auch andere Gewässer zum Ablaichen aufsuchen (Beispiel hier für gibt es in NRW in Flüssen mit Lachsaufkommen die nie mit Lachsen besetzt wurden).

Besonderes: Wegen seines sehr weit reichenden Vorkommens sind die Laichzeiten sehr unterschiedlich und den jeweiligen klimatischen Bedingungen angepasst. Die Notwendigkeit für freie Wanderwege zur Vollendung des Lebenszyklus hat die Art in vielen Flüssen verschwinden lassen - stärker noch als die Meerforelle die auf Ihrem Weg in die Flüsse mehr nach Schlupfstellen sucht als der Lachs der mehr sich mehr nach der Hauptströmung orientiert. Die Smoltifizierung kann je nach Nahrungsaufkommen und Klimabedingungen 1- 4 Jahre dauern. Im gesamten Verbreitungsgebiet sind die Lachsbestände im Niedergang begriffen.

Weiterführende Informationen: Die Schrift "Lachse in Deutschland" gibt einen guten und recht aktuellen Überblick über das Geschehen zur Wiedereinbürgerung in Deutschland. Empfehlenswert außerdem: "Wiedereinbürgerung des Lachses Salmo salar in Nordrhein-Westfalen" (LÖBF-Schriftenreihe -  Band 11, 1996)

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Weitere Infos zum Atlantischen Lachs: 

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Problem Zucht-/Farmlachse

Beispiel: Farmlachse in der Oste. Wie Peter Wessendorf vom SFV Sittensen berichtet, wurden beim E-Fischen in der Oste im Winter 2008-2009 auffällig viele Farmlachse, d.h. Zucht-Lachse, die wahrscheinlich aus Netzgehegen vor der schottischen Küste entwichen sind, gefangen. Die Zuchtlachse sind meist recht eindeutig an den verkümmerten Schwanzflossen, zum Teil auch an den veränderten Kopfformen und Rückenflossen zu erkennen.

Der starke Einfall dieser Fremdlachse stellt eine Gefahr der genetischen Verfälschung des hier angesiedelten Lachsstammes dar. Zuchtlachse sind zudem häufig Träger gefährlicher Krankheiten / Parasiten, wie z. B. der Lachslaus, die in Skandinavien und Nordamerika ganze Lachspopulationen ausgelöscht hat.

  Uwe Fischer mit einem Lachsmilchner aus der Fintau - leider ein entwichener Zuchtlachs

Einen kurzen Bericht von Peter Wessendorf (SFV Sittensen)  zu den Unterscheidungsmerkmalen von Wildlachs / Zuchtlachs finden Sie hier.