Der Todtgraben

Der Todtgraben ist, anders als sein Name vermuten lässt, ein natürliches Gewässer und müsste eigentlich Todtbach heissen. Er entspringt kurz hinter der Grenze des Landkreises Rotenburg bei Otter (Landkreis Harburg) und mündet nach wenigen Kilometern  zwischen Königsmoor und Otter in den Oberlauf der Wümme. Der  untere Teil des Todtgrabens liegt im Naturschutzgebiet Obere Wümmeniederung.

 

Im Zuge des Flurbereinigungsverfahren Otter wurde der Todtgraben im Jahr 2007 auf einer Länge von ca. 2.500 m naturnah ungestaltet. Dabei wurde u. a. der vorher stark versandete Bach auf ganzer Länge mit Kiesschüttungen ausgestattet. Im Zuge der eigendynamischen Entwicklung bei stark reduzierter Gewässerunterhaltung hoffen wir, dass einige Ausführungsfehler (siehe unten) von der Natur wieder "geheilt" werden.

Eine erste stichprobenartige Elektrobefischung, die wir im Dezember 2008 zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde durchgeführt haben, zeigt, dass die umgestaltete  Bachstrecke inzwischen vor allem von Häslingen und Gründlingen in sehr hoher Abundanz und allen Größenklassen besiedelt ist. Auch Aale, Dreistachelige Stichlinge und Rotaugen konnten hier nachgewiesen werden. Im Laufe der nächsten Jahre rechnen wir auch mit einer natürlichen Wiederbesiedlung des Todtgraben mit der Meerforelle - wir sind gespannt! 

    Im umgestalteten Todtgraben wimmelt es bereits von Häslingen & Gründlingen, aber auch dieser große Aal kam bei einer Kontrollbefischung zum Vorschein (E-Befischung Dezember 2008)

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Ansprechpartner:

Armin Hirt (Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Harburg); Tel. 04171 693-193:                          email: a.hirt@lkharburg.de

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   Renaturierung des Todtgrabens (2007): Leider wurden bei den Renaturierungsarbeiten zahlreiche Erlen auf der Südseite des Baches  entfernt (links), auch das  Mittelwasserprofil wurde stellenweise zu breit angelegt (rechts). Im Zuge der eigendynamischen Entwicklung beginnt der Bach inzwischen aber wieder, sich  auf eine bachtypische Breite einzuengen.

  Wegen des zu breiten Ausbau-Profils ist die Tiefen- und Breitenvarianz des Todtgrabens stellenweise viel zu gering. Wenn die eigendynamsiche Entwicklung zugelassen und die Unterhaltung stark reduziert wird, ist aber damit zu rechnen, dass der Bach wieder naturnähere Strukturen entwickelt.

  Vor der Renaturierung: begradigtes, aber schmales Mittelwasserprofil mit turbulentem Abflussgeschehen

   Unterhalb der Einmändung des Hollstegegrabens: Leider wurden im Zge der Umgestaltung auch hier zahlreiche Erlen an der Südseite entfernt und der Bach stellenweise mit einem  zu breiten Profil versehen.

  Durch unzureichende Abdämmung des alten begradigten Verlaufes ist der Todtgraben nach dem Winterhochwasser im Januar 2008 hier vom neuen Mäander wieder in seinen alten Lauf zurückgekehrt. Inzwischen sind die Durchbrüche abgedämmt und der geplante Zustand wieder hergestellt worden.

  Sandfang am Hollstegegraben bei Otter, der den Sandeintrag in den Todtgraben zurückhalten soll - Aufgrund der massiven Sandfracht füllte sich der Sandfang trotz Räumung allerdings schon nach kürzester Zeit wieder vollständig. Eine regelmäßige Räumung des Sandfanges ist erforderlich, wenn der Todtgraben nicht wieder versanden soll!