Unsere Meerforellen-Brutanlage
Seit 1987 betreibt der ASV "Forelle" e. V. Lauenbrück am Schmiedeberg in Lauenbrück eine vereinseigene Brutanlage, in der bis heute rund 1.967.000 Meerforellen-und Lachs-Eier erbrütet wurden.
Wo finde ich die Meerforellenbrutanlage ? Karte hier.

Da trotz der Anlage zahlreicher Kieslaichplätze in der Ruschwede, Fintau, Wümme und dem Rehrbach die natürlichen Fortpflanzungsmöglichkeiten noch nicht annähernd ausreichen, um den Meerforellen-Bestand dauerhaft aufrechtzuerhalten, greifen wir den Fischen bei der Fortpflanzung unter die Arme.
Mit der künstlichen Erbrütung überbrücken wir die sensibelste Phase im Leben der kleinen Merforellen, in der Ihnen v. a. durch Übersandung der Kiesbetten und der daraus resultierenden Sauerstoffarmut im Kieslückensystem große Gefahren drohen.
Von November bis Anfang Januar fangen wir einen Teil der laichreifen Meerforellen mit speziellen Elektrofischfanggeräten schonend ab, um ihnen in der Brutanlage die Eier und das Sperma abzustreifen. Pro Weibchen erhälten wir so ca. 3000-8000 Eier. Die Kapazität der Brutanlage umfasst zur Zeit etwa 300.000 Eier, die zeitgleich ausgebrütet werden können.
Die befruchteten Eier werden in Brutkästen gelegt, die ständig von gefiltertem Wasser durchströmt werden, und reifen je nach Wassertemperatur nun ca. 2-3,5 Monate, bevor sie schlüpfen. Die kleinen Forellen zehren nun einige Tage von ihrem großen Dottersack. Wenn dieser aufgebraucht ist und die Fische selbständig schwimmen können, geht für die kleinen Brütlinge der Ernst des Lebens los.


Von Ende Februar bis Mitte April verteilen wir die kleinen Meerforellen-Brütlinge großflächig in zahlreiche Bäche und Gräben des oberen Wümmegebietes. Viele Brütlinge überleben die ersten Tage und Wochen allerdings nicht und werden gefressen oder fallen Krankheiten zum Opfer. Die Zahl der Überlebenden ist aber groß genug, so dass es am Ende des Sommers in einigen Bachstrecken von 6-10 cm großen Jungforellen nur so wimmelt.
Auch andere Angelvereine profiterien von unserer Brutanlage: Den Überschuss an Meerforellenbrütlingen, der nicht in unsere Gewässer ausgesetzt wird, geben wir an andere Wiederansiedlungsprojekte im gesamten Weser-Einzugsgebiet ab, so z. B. an die Hunte / Delme, Örtze, Lehrde, Ems, Walle, den Wümme-Unterlauf, Wörpe etc.. Auf diese Weise stützen wir auch überregional die Wiederansiedlung der Meerforelle.
Langfristiges Ziel ist aber ein natürlicher Erhalt der Meerforellenpopulation ohne menschliches Zutun. Dafür legen wir weiterhin Kieslaichplätze an und engagieren uns für die naturnahe Entwicklung unserer Fließgewässer, d. h. für "steinreiche" und vielfältige Bäche, die nicht durch Sandfracht, Ausbaumaßnahmen und Wanderhindernisse geschädigt sind.
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Die Meerforellen-Brutanlage steht übrigens auf den Fundamenten der alten Bothmerschen Kornmühle, die um 1967 stillgelegt und einige Jahre später leider abgerissen wurde. Der von der Fintau abzweigende Mühlenarm, der früher das Wasser zum Betrieb der Mühle lieferte, versorgt heute die Brutanlage mit frischem Fintauwasser.
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Die alte Bothmersche Kornmühle, die Ende der 1960er-Jahre abgerissen wurde. Auf den Fundamenten des alten Turbinenhauses (im Vordergrund) steht heute unsere Meerforellenbrutanlage (Quelle: Bildband Lauenbrück 2008 *)
* Weitere alte Fotos von Lauenbrück finden Sie auch im Bildband "Lauenbrück - Fotografien von gestern bis heute" (2008) . Erhältlich bei der Gemeinde Lauenbrück, Berliner Straße 3, 27389 Lauenbrück, Tel. 04267 - 9300-0 oder im Buchhandel.