Arten- und Gewässerschutzprojekt "Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle im oberen Wümmegebiet"
Was anfangs, d. h. im Winter 1981/1982, von vielen noch als "Spinnerei" und "utopisches Vorhaben" bezeichnet wurde, hat sich mittlerweile zu einer echten Erfolgsgeschichte des Fischarten- und Gewässerschutzes entwickelt. Das ist insofern bemerkenswert, weil das Wiederansiedlungs-Projekt für Lachs und Meerforelle im oberen Wümmegebiet seit nunmehr 26 Jahren fast ausschließlich auf ehrenamtlicher Basis von unseren Angelvereinen getragen wird.
Rückkehr der ersten Meerforellen 1984 am Fintauwehr Meerforellen-Brütlinge im Kieslückensystem des Baches
Mit der Wiederansiedlung von Lachs und Meerforelle haben wir uns lange vor der EG-Wasserrahmenrichtlinie (2000), ein ehrgeiziges Ziel auf die Fahnen geschrieben, nämlich den Schutz und die Wiederherstellung naturnaher Fließgewässer mit ihrer gewässer-typischen Fischfauna ... und das zu einer Zeit, als harter Ausbau und Begradigung noch die oberste Maxime der Wasserwirtschaft war.
Mit dem Lachs und der Meerforelle haben wir uns Zielarten gewählt, die für saubere, naturnahe, vielfältige und ökologisch durchgängige Fließgewässer stehen. Wenn es Lachs und Meerforelle gut geht, profitiert die gesamte Lebensgemeinschaft im und am Bach davon. Die bereits durchgeführten, geplanten und von uns geforderten Renaturierungsmaßnahmen bedeuten also auch eine Lebensraumverbesserung für klassische Zielarten des Naturschutzes, wie Schwarzstorch, Eisvogel und Fischotter u. v. m.
Profiteure und weitere Leitarten des Wiederansiedlung-Projektes: Eisvogel, Mühlkoppe, Fischotter
Trotz immer noch bestehender Lebensraumbeeinträchtigungen haben wir im oberen Wümmegebiet heute wieder einen ansehnlichen Meerforellenbestand und dank der von uns wiederhergestellten Kieslaichplätze auch bei anderen gefährdeten Arten, wie der Bachforelle, der Mühlkoppe und den Neunaugen zunehmende Populationen zu verzeichnen. Mit dem Lachs hapert es noch, was aber kein Grund ist, ihn als Zielart aus dem Katalog zu streichen. Seine mageren Rückkehrerzahlen sind eher ein Ansporn, an der ökologischen Durchgängigkeit des Wümmegebietes und der Wiederherstellung naturnaher & kiesgeprägter Gewässerstrukturen weiter zu arbeiten.
Für unsere langjährige Naturschutzarbeit wurden wir übrigens (als erste Angelvereine bundesweit) im Oktober 2005 von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem ZDF mit dem Naturschutzpreis "Mensch und Natur (muna) 2005" sowie im September 2009 im Rahmen des Blauen Metropolnetzes mit dem Gewässerschutz-Preis der Metropolregion Hamburg & der Aktion Fischotterschutz ausgezeichnet.

