Anlass und Ziel des Wiederansiedlungsprojektes

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So lange in Deutschland der Umgang mit der Natur und den Ressourcen                             noch einigermaßen nachhaltig war, gab es Lachse.  (…)      

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Ihre Anwesenheit oder ihr Verschwinden helfen uns zu erkennen, ob wir im Umgang                  mit der Natur auf dem richtigen Weg sind.  Als uralter Weggefährte des Menschen,            zugleich Beuteobjekt und unschlagbar gesunde Nahrungsressource, stellt die Anwesenheit    des Lachses ein Stück Lebensqualität dar.“

Ede Brumund-Rüther (†) - langjähriger Sprecher der Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz in Norddeutschland (AFGN)

 

Worum geht es beim Wiedereinbürgerungsprojekt ?

Leider ist es heute fast vergessen, dass auch die Wümme vor nicht allzu langer Zeit die Heimat von Lachsen und ihren nahen Verwandten, den Meerforellen, war. Bis Anfang des 20. Jahrhundert zogen diese eindrucksvollen Wanderfische in großer Zahl von der Nordsee über die Weser zum Laichen auch in die Bäche des oberen Wümmegebietes.

Seit aber fast alle Bäche begradigt und ausgebaut wurden, fanden die Fische keine Laichplätze und geeigneten Lebensräume mehr. Zahlreiche Stauwehre verhinderten zudem vielfach ihre Laichwanderungen in die Oberläufe der Bäche. So kam es, dass Lachs und Meerforelle um 1925 im Wümmegebiet ausstarben. Mit ihnen verschwanden viele andere Tierarten wie z. B. der Fischotter, der Schwarzstorch und die Wasseramsel aus diesen nachhaltig beeinträchtigten Bächen und Flüssen.

Die Angelvereine Lauenbrück, Fintel und Westervesede haben es sich daher zur Aufgabe gemacht, diese vom Aussterben bedrohten Fischarten im oberen Wümmegebiet wieder anzusiedeln.

  Der wahrscheinlich letzte Wümme-Lachs - gefangen um 1925 bei Fischerhude

Langfristiges Ziel des 1982 gestarteten Wiederansiedlungsprojektes ist, die Wümme und ihre Nebenbäche umfassend zu entwickeln /  zu renaturieren, so dass sich neben Lachs und Meerforelle auch andere bachtypische Fische (v.a. die sog. Kieslaicher) wieder erfolgreich fortpflanzen und nachhaltig nutzbare Populationen entwicklen können.

Lachs und Meerforelle sind Wanderfischarten und haben sehr hohe, großräumig zu betrachtende Ansprüche an ihren Lebensraum. Sie eignen sich daher in idealer Weise als Indikator- und Zielartenfür die angestrebte Gewässerrenaturierung und stehen somit stellvertretend für intakte, naturnahe, vielfältige, saubere und ökologisch durchgängige Fließgewässer.

Die großen ehrenamtlichen Anstrengungen des seit nunmehr 29 Jahren laufenden Wiederansiedlungs-projektes tragen allmählich Früchte: Nachdem sie fast 75 Jahre verschollen waren, kehren mittlerweile wieder einige Hundert Meerforellen und vereinzelt auch Lachse jedes Jahr in das obere Wümmegebiet zurück. In beeindruckender Weise überwinden sie in hohen Sprüngen zahlreiche Stauwehre, um zu den kiesig-steinigen Laichplätzen zurückzukehren, die von unseren  Angelvereinen wieder hergestellt wurden.

   Erfolg des Wiederansiedlungsprojektes:  Es gibt heute wieder Meerforellen und vereinzelt sogar Lachse  im  oberen  Wümmegebiet (Fotos: R. Stamm, Jens Engelken)