Machbarkeitsstudien & Diplom- und Doktorarbeiten

Oftmals auf Anregung und mit fachlicher Unterstützung unseres Wiederansiedlungsprojektes wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche wissenschaftliche und planerische Arbeiten erstellt, die sich mit Fragen der Gewässer-/Fischökologie, der Sandfracht-Problematik, der Leitbild-Thematik (sand- oder kiesgeprägt ?) und der Wiederherstellung der ökologischen Durchgänggikeit im oberen Wümmegebiet beschäftigen.

Diese Arbeiten zeigen an ausgewählten Beispielen und mit wissenschaftlichen bzw. planerischen Methoden auf, wo die Hauptprobleme für unsere Fließgewässer und die Fischfauna liegen und zeigen Lösungswege, wie der "gute ökologische Zustand" erreicht werden kann.

Folgende Arbeiten sind in diesem Zusammenhang besonders erwähnenswert: 

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1. DIRKSMEYER, J. 2008: „Untersuchungen zur Ökomorphologie der Laichhabitate von Lachsen und Meerforellen in Deutschland“. Promotion am Geografischen Institut der Universität Köln.

 

Seit Dezember 2008 auch im Buchhandel erhältlich !

Jochen  Dirksmeyer untersucht im Rahmen seiner Doktorarbeit auch Meerforellen-Laichplätze an der Ruschwede bei Fintel und der Fintau bei Lauenbrück. Im Vordergrund der Untersuchungen stehen die Themen Leitbilddiskussion / natürliches Kiesinventar, Einfluss von geomorphologischen und anthropogenen (Sandfracht!) Faktoren auf die Reproduktion von Lachs und Meerforelle, Untersuchungen zum Reproduktionserfolg von Großsalmoniden in der Fintau und Ruschwede, Übersandung des Kieslückensystems sowie Vorschläge zur Gewässerentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Zielarten Lachs und Meerforelle.

Bearbeiter / Verfasser:  Dr. Jochen Dirksmeyer, Verdunstraße 2, 28211 Bremen, Tel. 0177 – 344 566 1                   email: j.dirksmeyer@gmx.de

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2. THIEL, PATRICK 2006: Fischaufstieg Schleuse III an der Wümme bei Ahausen. Diplomarbeit an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst. Fakultät Bauwesen Buxtehude. Studiengang Bauingenieurwesen.

Die ganze Diplomarbeit finden Sie hier.

   Lage der Schleuse III bei Ahausen im Einzugsgebiet der Wümme     

Aufgabenstellung:  Die Wümme wurde seit dem 19. Jahrhundert durch eine Vielzahl von Schleusen im Bereich der Gemarkung Ahausen und  Hellwege, Landkreis Rotenburg (Wümme) künstlich aufgestaut, um die Grünlandflächen der Aue im Rahmen der Rieselwiesenwirtschaft  besser nutzen zu können. Diese Form der Nutzung ist seit mehreren Jahrzehnten eingestellt. Ziel der vorliegenden  Diplomarbeit ist die Erarbeitung einer planerischen Grundlage zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit  für die gesamten aquatischen Lebensgemeinschaften der Wümme. Damit soll ein Beitrag zur naturnäheren Entwicklung  der Wümme und zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie in der Flussgebietseinheit 24 (Wümme) geleistet werden.

Planungsgrundlagen:  Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der  Schleuse III und unter Beachtung der naturräumlichen  Gegebenheiten sowie den naturschutzfachlichen,  hydrologischen und wasserwirtschaftlichen  Rahmenbedingungen wurde eine planerische  Lösung erarbeitet, die den gewässertypischen  Arten der Wümme wieder die aufwärtsgerichtete  Wanderung ermöglicht. Ein Schwerpunkt der Planung  lag dabei in der hydraulischen Bemessung,  im Nachweis des schadlosen Hochwasserabflusses,  der Sohlstabilität sowie der Einhaltung hydrologischer  und morphologischer Grenzwerte für die  Fauna.

Ergebnis:  Nach Abwägung und Bewertung verschiedener Lösungsvarianten  wurde die Planung in Form einer naturnahen Sohlgleite in lockerer  Bauweise umgesetzt. Hierbei wird die vorhandene 1,25 m hohe  Sohlhöhendifferenz vom Ober- zum Unterwasser, kontinuierlich über eine flach geneigte Strecke überwunden. Der Körper  der Sohlgleite besteht aus einer mehrlagigen Steinschüttung aus ungebrochenen Materialien und einem Gerüst von Längs- und  Querriegeln aus gesetzten Findlingen zur Stabilisierung. Die geplante Sohlgleite hat insgesamt eine Länge von 124,50  m mit einer Neigung von 12,5 ‰. Die durchschnittliche Profilbreite beträgt 14,00 m. Durch das Einbringen von Natursteinen  entstehen vielfältige Sohlstrukturen mit unterschiedlichen Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten, so dass der gesamten  Gewässerfauna ein ungehinderter Aufstieg und Abstieg ermöglicht wird und somit die ökologische Durchgängigkeit wieder  gegeben ist.

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3. SCHINDLER, M. 2008: Überprüfung des im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie zugeordneten Leitbildes des sandgeprägten Tieflandsbaches mit Hilfe von hydrologischen und geomorphologischen Methoden. Das Fallbeispiel der Fintau in den Landkreisen Rotenburg (Wümme) / Soltau Fallingbostel.

Die ganze Diplomarbeit finden Sie hier

M. Schindler hat im Rahmen seiner Diplomarbeit am Geografischen Institut der Universität Göttingen am Beispiel der Fintau bei Fintel die Leitbildproblematik (sand- oder kiesgeprägt?) und die Auswirkungen des Schwallbetriebes der Wasserkraftanlage Eggersmühlen auf die Fintau untersucht. Demnach weist die Fintau natürlicher Weise erheblich größere Kiesanteile in der Sohle auf, als es die Typenfestlegungen der Wasserahmenrichtlinie und der augenblickliche Zustand vermuten lassen. Im Rahmen der Diplomarbeit konnten historische Kiesbänke mit Mittel- und Grobkiesen nachgewiesen werden, die gegenwärtig durch die anthropogene Sandfracht dauerhaft überdeckt werden. Es konnte aufgezeigt werden, dass das behördlich festgelegte Leitbild der Fintau ("sandgeprägtes Fließgewässer") einer Revision in Richtung "kiesgeprägtes Fließgewässer" bedarf. Außerdem wurde nachgewiesen, dass die gewässerschädigende Sandmobilisierung ("Treibsand") in der Fintau bei Fintel i. W. auf die Betriebsweise der Wasserkraftanlage in Eggersmühlen zurückzuführen ist. Weiterhin wurden Lösungsvorschläge aufgezeigt, die zu einer "Gesundung" des Bachlaufes durch eine modifizierte Betriebsweise der Wasserkraftanlage führen können.

Bearbeiter / Verfasser: Dipl. Geogr. Malte Schindler, Friedrich-Schiller-Universität Jena-  Institut für Geographie Löbdergraben 32,  07743 Jena Tel.: 03641 - 948818 E-Mail: malte.schindler@uni-jena.de

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4. DICKHAUT & SCHWARK 2006: Überprüfung der Leitbildzuordnung der Wümme und ihrer Nebengewässer Fintau, Wiedau und Rodau - Erläuterungsbericht. Bearb.: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut & Dipl.-Ing. André Schwark HafenCity Universität Hamburg, Department Bauingenieurwesen.

Den Bericht finden Sie hier: Leitbildzuordnung Wümme und Nebengewässer- Erläuterungsbericht

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5. HEIDT & PETERS 2007: Wasserkraftnutzung vs. aquatische Passierbarkeit . Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Standort Scheeßeler Mühle. Im Auftrag des WBV Teufelsmoor / Modellprojekt Wümme

Diese Arbeit stellt eine Weiterentwicklung und Überarbeitung der Machbarkeitsstudie von ADAM (2004) dar. Sie zeigt detailliert konkrete Lösungsmöglichkeiten auf, in welcher Form die ökologische Durchgängigkeit der Wümme an der Scheeßeler Mühle wieder hergestellt werden kann. (Anm.: Für das ganze obere Wümmegebiet stellt der Stanort Scheeßeler Mühle den zentralen Knackpunkt dar, der nur zeitweise von Großsalmoniden, nicht aber von allen anderen Fischen überwunden werden kann).

Den Bericht finden Sie hier:  Machbarkeitsstudie Scheeßeler Mühle (Heidt&Peters 2007)

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6. ADAM, B. 2004: Gutachterliche Stellungnahme über Möglichkeiten zur Gewährleistung der Fischwanderung am Wasserkraftstandort Scheeßeler Mühle (Machbarkeitsstudie im Auftrag des LSFV Niedersachsen)

Fazit / Zusammenfassung aus ADAM 2004:                                                                                                                              "Während es an der Scheeßeler Mühle möglich erscheint, die Abwanderung sowohl von oberflächen- wie auch von bodenorientierten Arten durch entsprechende Bypässe mit vertretbarem Aufwand sicherzustellen, sind die Rahmenbedingungen für den Bau einer funktionsfähigen Fischaufstiegsanlage außerordentlich ungünstig: Die topographische Situation macht es erforderlich, den Einstiegsbereich als Aufstiegsgalerie auszuführen und die weitere Trassenführung macht voraussichtlich eine Querung des Straßendammes notwendig. Weitere Einschränkungen der Planungsmöglichkeiten ergeben sich möglicherweise aus den Erfordernissen des Hochwasser- und des Denkmalschutzes sowie aus dem Betrieb eines Aalfanges im Bereich zwischen den beiden Wasserkraftanlagen der Scheeßeler Mühle. Aus diesem Grunde bedarf es für die Wiederherstellung der Durchgängigkeit dieses Standortes eines planenden Ingenieurs mit umfangreichen Erfahrung beim Bau von Fischaufstiegsanlagen im Allgemeinen und im Stahlwasserbau im Speziellen. Dennoch steht zu befürchten, daß die vorhandenen Sachzwänge in so großem Umfang Kompromisse erforderlich machen, daß es nicht gelingen wird, eine optimal funktionsfähige Fischaufstiegsanlage zu realisieren. Zweifellos aber werden die Baukosten wesentlich höher liegen als an anderen Standorten mit vergleichbarer Wasserführung und Stauhöhe. Insofern erscheint es fraglich, ob sich der Bau von Fischwegen mit einer rentablen Wasserkraftnutzung vereinbaren läßt, zumal für die Gewährleistung des Fischauf- und - abstiegs höhere Abflüsse erforderlich sein werden als die derzeit festgelegte Mindestwasserdotation."

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7. Rebekka Lemb 2008: "Information und Partizipation bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Deutschland und Spanien. Aufgezeigt an den Planungen in den Flußgebietseinheiten Wümme und Ebro." Diplomarbeit Universität Münster.

Die ganze Diplomarbeit finden Sie hier.

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8. ARGE WESER 1998: Überprüfung der Laichhabitate im Wesereinzugsgebiet - Teil 1. Studie im Auftrag des Dezernates Binnenfischerei im NLÖ.

Im Rahmen dieser Arbeit wurden auch potentielle Laichhabitate von Lachs & Meerforelle im Wümmegebiet erfasst und bewertet. Die Arbeit zeigt allerdings große Lücken, weil zahlreiche Kiesstrecken bei den Erfassungsarbeiten übersehen und nicht dargestellt wurden. Inzwischen wurden hier auch diverse neue Laichhabitate von unserem Angelvereinen angelegt.

Den Erläuterungsbericht finden Sie hier

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