Aktuelles & Interessantes Aktuelles von 2008-2009 finden Sie hier.
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22.12.2010: (Über-)Leben in der Kälte. Wie bereits im letzten Winter bereitet die anhaltende Kälteperiode vielen Landbewohnern arge Probleme. Bei Temperaturen bis -15 °C sind alle Teiche inzwischen zugeforen und fallen somit für Fischjäger wie den Eisvogel aus.
Eine für das Überleben existentielle Eisvogel-Futterquelle sind v.a. fischreiche und - dank Grundwassereinstrom - "winterwarme" Forellenbäche, die auch bei strengstem Frost immer noch die Möglichkeit bieten, eine Forelle herauszufischen; siehe auch unter http://www.vogelwarte.ch/home.php?lang=d&cap=thema&subcap=fb08&file=winter_d.php&titel=Frostige+Winter
... 30 ° C Unterschied zwischen drinnen & draussen !
Der von der Wümme durchflossene Mühlenteich in Scheeßel ist noch offen, ...
während die Landschaft unter 25-30 cm Schnee versinkt.
Unter Wasser wächst derweil trotz eisiger Temperaturen der Forellennachwuchs im Kiesgrund heran !
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18.12.2010: Fischotterprojekt der Kreisjägerschaft. Auf unsere Anregung hat sich nun die Kreisjägerschaft dem Schutz des formal dem Jagdrecht unterstehenden Fischotters an Wümme und Oste angenommen. Nachdem im vergangenen Jahr im Altkreis Rotenburg (W.) sechs Fischotter dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind, sollen nun Maßnahmen umgesetzt werden, die verhindern, dass die vom Aussterben bedrohten und streng geschützten Tiere auf dem Landweg die Verkehrswege queren.
Da der Fischotter nicht gerne unter Brücken hindurchschwimmt, sondern diese am liebsten auf dem Trockenen quert, stellen Brücken ohne Uferstreifen (sog. Uferbermen) eine große Gefahr dar.
Brückenformen: Die Typen D und E (ohne Uferbermen) sind für Otter nicht passierbar. Stattdessen umgehen die Tiere diese Brückentypen auf dem Landweg über die gefährliche Straße.
Auf Grundlage einer Kartierung der Aktion Fischotterschutz sollen demnächst die größten Gefahrenquellen ermittelt werden und durch Einbau von Uferbermen wieder die Fischotterpassage ermöglichen. Wie solche Otterbermen auch zum Vorteil von Meerforelle und Mühlkoppe angelegt werden können, zeigt die Homepage von Ludwig Tent.
Gelungenes Beispiel einer neu angelegten Otterberme, die durch vorgelagerte Kiesrausche auch Meerforelle & Co, dient (Foto: Ludwig Tent)
Das obere Wümme- und das obere Ostegebiet haben eine prioritäre Bedeutung als Wander- und Wiederausbreitungskorridor zwischen der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Population.
Wanderkorridore für den Otter zwischen Niedersachsen und Schleswig-Holstein (Quelle: Aktion Fischotterschutz)
Mehr zum Thema Fischotter und Verkehrswege finden Sie auf der Homepage der Aktion Fischotterschutz.
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15.12.2010: EU-Agrarsubventionen - Money for nothing ? Eine treffende Darstellung des kulturlandschafts- und gewässerzerstörenden Systems der EU-Agrarsubventionen hat nun der NABU herausgebracht. Auch bei uns ist vielfach zu beobachten, wie ohne wirksame Gewässer- und Naturschutzanforderungen Milliarden von Steuergeldern in das Agrarsystem fliessen.
Hier ein kleiner Textauszug aus der NABU-Broschüre "EU-Agrarsubventionen - Money for nothing ?":
"In den letzten Jahren wurden in Deutschland rund vier Prozent des Grünlands umgebrochen, oft auf feuchten oder anmoorigen Standorten. Dies führte zu gewaltigen Emissionen von klimarelevanten Gasen. Zudem werden viele Moorböden weiter ackerbaulich genutzt und setzen Jahr für Jahr große
Mengen CO2 frei. Und das alles mit europäischen Direktzahlungen in Millionenhöhe, entgegen aller klimapolitischen Verpflichtungen!
Ackernutzung bis an die Grabenoberkante, Maisanbau auch bis unmittelbar an das Flussufer, Ackerbau und Grünlandumbruch sogar im Überschwemmungsbereich von Flüssen – keine Einzelfälle, sondern in allen Landschaften und in jedem Landkreis lassen sich Beispiele finden. Auch dies mit
EU-Direktzahlungen sowie mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) gefördert – zum Schaden aller Bürger!"
Folgen falsch gestalteter Agrarpolitik auch im oberen Wümmegebiet: Statt artenreichem Feuchtgrünland & Erlenbruch dominieren häufig dränierte, erosionsgefährdete Ackersteppen !
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12.12.2010: Die Oste wird in Sittensen wieder ökologisch durchgängig. Eines der größten Wanderhindernisse an der oberen Oste - das ca. 2 m hohe Mühlenwehr in Sittensen - wird bald zu einer naturnahen Sohlgleite umgebaut.
In Trägerschaft der Gemeinde Sittensen soll die etwa 162 m Sohlgleite wieder Wanderungen von Lachs und Meerforelle auch in die obere Oste ermöglichen, deren Bestand dank des Wiederansiedlungsprojekts des SFV Sittensen zu den besten in der Bundesrepublik zählen. Mit Erteilung der wasserrechtlichen Genehmigung ist Anfang nächsten Jahres zu rechnen.
Oste-Mühlenwehr in Sittensen, die zu einer Sohlgleite umgebaut wird.
Hier war für wandernde Meerforellen in der Regel Schluss der langen Laichwanderung (Foto: P. Wessendorf, 2008)
Weniger Grund zur Freude machen die aktuellen Planungen der EON zum Bau der "NEL Norddeutsche Erdgasleitung Abschnitt Hittbergen - Rehden". Um Wasser für Druckprüfungen der Erdgasrohre zu gewinnen, sollen gewaltige Mengen an Wasser aus verschiedenen Gewässer entnommen und wieder eingeleitet werden.
Dies betrifft nach aktueller Planung auch die obere Oste und die obere Wümme, die nach Ansicht des Landessportfischerverbandes (LSFV) Niedersachsen wegen schädigender Auswirkungen auf die Gewässerchemie und -ökologie in keiner Weise dafür geeignet sind. Durch bisherige Einwendungen des LSFV konnte aber erreicht werden, das zur Kompensation von Eingriffen in den Gewässerhaushalt an zahlreichen Gewässern, wie der oberen Oste und dem Alpershauser Bach, Kieslaichplätze für Lachs, Meerforelle & Co. angelegt werden sollen.
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2.12.2010: Neue Meerforellenbilder. Bastian Mengel vom ASV Rotenburg war so freundlich, uns einige Fotos von springenden Meerforellen am Scheeßeler Wümmewehr zu schicken (vielen Dank !). Auch er bestätigt unsere Beobachtung, dass nur bei Hochwasser eine Passage dieses Querbauwerkes möglich ist. Bei seinen Beobachtungen am 21.11. konnte trotz unzähliger Sprungversuche nicht eine Meerforelle das Wehr überwinden.
Einer der unzähligen Fehlversuche einer Meerforelle, das Wümmewehr in Scheeßel zu überwinden (Foto: Bastian Mengel)
Sprung einer offensichtlich von vielen erfolglosen Fehlversuchen ermüdeten Meerforelle in die falsche Richtung (Foto: Bastian Mengel)
Dafür hatte Bastian im September diesen Jahres beim Spinnfischen in der Rotenburger Wümme Petri Heil:


(Fotos: Bastian Mengel)
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27.11.2010: Kaltes Winterwetter und zu wenig Wasser. Der Kälteeinbruch der vergangenen Tage macht den Meerforellen keine Probleme. Im Gegenteil: Das Laichgeschäft der Meerforellen wird von Tag zu Tag auch für den ungeübten Betrachter immer deutlicher sichtbar. Immer dichter reihen sich in Fintau, Ruschwede und Veerse nun die hellen, mit frisch umgelagerten Kiesen ausgekleideten Laichgruben und -hügel der Großsalmoniden.
Frische Meerforellen-Laichgruben/-hügel in der Veerse bei Westervesede
Die seit dem letzten Hochwasser vor drei Wochen stetig sinkenden Pegelstände der Wümme werden aber wieder zu einem Problem. Seit über einer Woche kann keine Meerforelle mehr das jetzt etwa 2 m hohe Wümmewehr in Scheeßel passieren, um zu den Kiesbetten in Fintau und Ruschwede zu gelangen.
Wümmewehr Scheeßel: Seit Tagen wieder Endstation für die zum Laichen aufsteigenden Meerforellen. Mit viel Glück finden die Fische den falsch positionierten und mit viel zu wenig Lockströmung ausgestatteten Fischpass (links).
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25.11.2010: Surftipp fischartenatlas.de. Zahlreiche Infos zur Verbreitung, zum Schutz und zu den Lebensräumen von Fischen in Deutschland und Österreich findet man auf den Seiten der Gesellschaft für Ichthyologie e.V - fischartenatlas.de. Auch wenn sich die von Prof. Heiko Brunken (Hochschule Bremen) redaktionell betreute Seite noch im laufenden Aufbau befindet, lohnt sich ein Abstecher dahin!
Auch unser Projekt kann man hier übrigens neben vielen anderen finden.
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25.11.2010: Erster Örtze-Lachs seit 75 Jahren ! Die Wiederansiedlungsbemühungen der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft (AOLG) haben aktuell einen weiteren Motivationsschub bekommen. Bei Kontrollbefischungen wurde nun zum ersten Mal seit 75 Jahren wieder ein Lachs-Rückkehrer in der Örtze nachgewiesen. Schon im November 2008 konnten hier die ersten Meerforellenrückkehrer seit 1938 nachgewiesen werden.
Der erste Lachsrückkehrer in der Örtze seit 75 Jahren !
Obwohl in den vergangenen Jahren von der AOLG Tausende von Junglachsen und -meerforellen im Flussgebiet der Örtze ausgesetzt wurden, ist die Rückkehrerquote noch immer erschreckend gering. Das liegt hautsächlich an der Vielzahl von Wanderhindernissen (Wehre und Wasserkraftanlagen) entlang von Weser, Aller und Örtze.
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21.11.2010: Meerforellen-Laichgeschäft in vollem Gang. In diesem Tagen erreicht das Laichgeschäft der Meerforellen bei uns seinen ersten Höhepunkt. Die Mehrzahl der von uns angelegten Kiesbetten sind bereits angelaicht, was an den großen Laichgruben und -hügeln sofort zu erkennen ist, in denen die ersten befruchteten Eier heranreifen.
Zum ersten Mal in unserer fast 30-jährigen Projektgeschichte wollen wir dieses Jahr der Natur ihren freien Lauf lassen und den Meerforellen nicht unterstützend unter die Arme greifen. Wir verzichten diese Saison auf den Fang von Elterntieren, die Erbrütung und den Besatz im nächsten Frühjahr.
Wir wollen stattdessen - ohne Beeinflussung durch Besatz - untersuchen, wie erfolgreich sich die Meerforellen tatsächlich in den renaturierten Strecken fortpflanzen und wie produktiv die Kiesbetten trotz erheblicher Sandfracht tatsächlich sind. In den vergangenen Jahren konnten wir zwar zahlreiche Jungforellen im Bereich unserer Kiesstrecken nachweisen, aber nicht ganz ausschließen, dass diese Tiere nicht doch aus unserem Bruthausbesatz stammen. Wir sind daher sehr gespannt, was bei den geplanten Kontrollbefischungen im nächsten Frühjahr an Jungfischen im Kescher landet. Die Erfahrungen von der revitalisierten Este machen uns Hoffnung, dass wir gute Ergebnisse erzielen werden.
Alle, die hier in den nächsten Wochen die üblichen Fotos von kapitalen Meerforellenfängen erwarten, müssen wir daher leider enttäuschen. Wer laichende Meerforellen in Natura beobachten will, kann sich aber gerne für eine Führung bei uns melden.
Frisch angeschlagene Meerforellen-Laichbetten in der Ruschwede bei Fintel
... und in der Fintau bei Fintel
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20.11.2010: Angelvereine müssen Aalfang und -besatz melden. Im Rahmen der EG-Aalverordnung und den Aalbewirtschaftungplänen (siehe Aalbewirtschaftungsplan Wesereinzugsgebiet) gibt es zukünftig für alle Angelvereine wichtige Registrierungs- und Berichtspflichten. Demnach müssen die Vereine und Besatzgemeinschaften bis zum 15.1.2011 Angaben zum Fang und Beatz von Aalen an die LAVES, Dez. Binnenfischerei melden. Die einzelnen Vereine und Besatzgemeinschaften werden einzeln angeschrieben. Da die Aufrechterhaltung der Aalfischerei nur möglich ist, wenn ausreichend Datengrundlagen der Vereine vorliegen, sollten alle Daten rechtzeitig und vollständig an die LAVES zurückgemeldet werden.

Näheres auf der LAVES-Homepage sowie in einem aktuellen Anschreiben der LAVES, Dez. Binnenfischerei.
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18.11.2010: Link-Ergänzung zum Meerforellenbestand der Seeve. Unter Links&Partner findet sich nun ein weiterer Link zu den massiven Auswirkungen der Elbvertiefung auf den Meerforellenbestand der Seeve. Die Meerforellen in der Seeve sind sehr stark von den bereits durchgeführten Maßnahmen zur Elbvertiefung und den laufenden Baggerarbeiten zur Erhaltung der Fahrinne sowie den dadurch entstehenden Sauerstofflöchern betroffen.
Näheres auf Ludwig Tents Salmonidenfreund.de -Seite. Die geplante weitere Elbvertiefung nichts Gutes für die Seeve-Meerforellen erwarten.
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10.11.2010: Neue Broschüre zur Umsetzung der Wasserahmenrichtlinie in Niedersachsen. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) hat jetzt eine neue Broschüre zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen herausgegeben. Die Broschüre ist als pdf-Datei und auch in Papierform auf den Internetseiten des NLWKN erhältlich: http://www.nlwkn.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=7903&article_id=90180&_psmand=26
Neue NLWKN-Broschüre zur Wasserrahmenrichtlinie
Als beispielhaftes Projekt werden in der Broschüre auch die von uns unterstützten Revitalisierungsmaßnahmen der Stiftung Naturschutz im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede vorgestellt, die insbesondere zur Stabilisierung des letzten selbst reproduzierenden Elritzenbestandes im oberen Wümmegebiet geführt haben.
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9.11.2010: "Schaumblüte" an der Wümme. Als ein weißes Schaumbad präsentiert sich in diesen Tagen die Wümme. Dank reichhaltiger Stickstoff- und Phosphatzufuhr aus dem oberen Wümmegebiet türmen sich am Wehr in Scheeßel große Schaumberge auf.
Woher der Dreck kommt, erschließt sich durch einen Blick auf die zahlreichen Nebengewässer der Wümme: Stark ausgeweiteter Ackerbau auf absoluten Grünlandböden und im Überschwemmungs-gebiet sowie fehlende Randstreifen sorgen dafür, dass reichlich Nährstoffe und Sand in unsere Fließgewässer gelangen.
Gülleaufschäumer am Wümmewehr in Scheeßel
Maisanbau im Überschwemmungsgebiet - Dieses Jahr war das Hochwasser schneller als der Maishäcksler.
Dass es auch gewässerverträglicher gehen kann, zeigt u.a. eine Broschüre des Umweltbundesamtes (2009): Gewässerschutz mit der Landwirtschaft, die aber kaum jemand zu lesen scheint...
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8.11.2010: Uferrandstreifen am Lünzener Bruchbach und Graben E. Als erfreulicher Nebeneffekt der Flurbereinigung in Ostervesede werden am Lünzener Bruchbach und dem Graben E auf mehreren Kilometern beidseitig etwa 5 m breite Gewässerrandstreifen ausgewiesen, die in das Eigentum der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg übergehen.
Wie richtig und wichtig der Ankauf der Randstreifen ist, zeigen folgende Bilder.....
Massiver Viehtritt hat an dieser Stelle für den Eintrag von über 50 m³ Sand in das Gewässer gesorgt.
Randstreifen = Null
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4.11.2010: Bernd Schlicker verstorben. Mit großer Betroffenheit mussten wir erfahren, dass Bernd Schlicker, Präsident des Landessportfischerverbandes Niedersachsen e.V., nach schwerer Krankheit verstorben ist.
Bernd Schlicker stand seit 2009 an der Spitze unseres Landesverbandes. Zuvor war er lange Jahre im Vorstand des Landesverbandes und als gebürtiger Rotenburger auch im örtlichen Angelverein Wümme sowie im Bezirk 18 in zahlreichen Funktionen erfolgreich und sehr engagiert für die Belange der Angelfischerei tätig.
Bernd Schlicker † 2.11.2010
►Traueranzeige des Landessportfischerverbandes
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1.11.2010: Die Meerforellen kommen ! Seit einigen Tagen kommen die laichreifen Meerforellen in immer größerer Zahl zum Laichen von der Nordsee ins Wümmegebiet geschwommen. Am Wümmewehr in Scheeßel ist aber wieder einmal das vorzeitige Ende der Reise gekommen. Aufgrund der niedrigen Wasserstände müssen die Fische hier zur Zeit eine Höhe von ca. 2 m überwinden, um zu den Kieslaichplätzen der Fintau und Ruschwede zu gelangen. Erst bei höheren Wasserständen schaffen es die sprungstarken Fische vielleicht, ohne unzählige kraftraubende Versuche das Hindernis zu überwinden.
Ein Meerforellen-Michner beim erfolglosen Sprungversuch am 2 m hohen Wümmewehr in Scheeßel. Ein kurzes Video dazu finden Sie hier.
Die Planungen zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit am Scheeßeler Wümmewehr sind übrigens zur Zeit mal wieder ins Stocken geraten. Strittig ist vor allem, wer die Trägerschaft und die Kofinanzierung übernimmt. Auch die Wasserkraftanlage fordert ihren Wassertribut, um sog. "Ökostrom" aus Wasserkraft zu erzeugen und beansprucht eine maximale Abflussmenge für den Turbinenbetrieb.
Die Aufsichtsbehörde sieht wie seit Jahren dem ökosystemschädigendemTreiben tatenlos zu und ignoriert damit u.a. das novellierte Wasserhaushaltsgesetz, das eindeutige Vorgaben zur Sicherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an Wehren und Wasserkraftanlagen macht.
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17.10.2010: Äsche ist Fisch des Jahres 2011. Der Verband Deutscher Sportfischer (VSDF) hat die Äsche (Thymallus thymallus) zum Fisch des Jahres 2011 auserkoren. Damit soll auf die besondere Gefährdung dieser schönen Salmonidenart hingewiesen werden.
Die Äsche - Fisch des Jahres 2011 (Foto: Andreas Hartl / VDSF)
In einer Presseerklärung weist der VDSF darauf hin, dass die Äsche durch anhaltende Lebensraumbeeinträchtigungen in vielen Gebieten Deutschlands in ihrem Bestand gefährdet ist. Von allen heimischen Fischen reagiert die Äsche am empfindlichsten auf Gewässerverschmutzungen. Auch Gewässerausbau, Versandungen der kiesig-steinigen Laichgebiete, Wasserkraftwerke und andere Wanderhindernisse wirken sich an vielen Flüssen negativ auf den Bestand aus.
Eine besondere Gefährdung geht an vielen Gewässen seit einigen Jahren von den massiv gestiegenen Kormoranbeständen aus. So stehen einige Regionen, wie zum Beispiel in Thüringen, vor dem kormoranbedingten Zusammenbruch der Äschenpopulationen.
In NIedersachsen zählen vor allem viele Flüsse der Lüneburger Heide (Örtze, Böhme, Seeve, Lehrde, Ilmenau, nicht aber die Wümme) und der Mittelgebirgsregionen zum angestammten Lebensraum der Äsche. Aber auch hier wird von den Angelvereinen in den letzten Jahren zum Teil ein massiver Rückgang der Äschenpopulationen beklagt.
Aktuelle Verbreitung der Äsche in Niedersachsen (Quelle: www.nlwkn.de / LAVES)
Die Äsche zählt deswegen in Niedersachsen zu den Fischarten des Anhangs II der FFH-Richtlinie mit höchster Priorität für Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen. Mehr zur Situation der Äsche in Niedersachsen und den erforderlichen Schutzmaßnahmen für diese Art finden Sie hier.
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15.10.2010: Erste Lachse der Saison laichen in der Oste. Wie Peter Wessendorf vom Oste-Lachsprojekt heute berichtet, laichen in der Oste bei Sittensen (Landkreis Rotenburg) die ersten Lachse:
"Hallo Lachsfreunde,
sehr pünktlich mit Beginn der Salmonidenschonzeit in Niedersachsen haben die Lachse in der oberen Oste mit ihrem Laichgeschäft begonnen. In diesem Jahr am 14. Oktober bei einer Wassertemperatur von 9,5°C. (Letztes Jahr am 25. Oktober)
Bin am Mittwoch an der betreffenden Stelle gewesen und habe dort noch keinerlei Laichaktivität oder Fische sehen können, heute nachmittag hatte das erste Pärchen sein Laichgeschäft dann schon erledigt. Habe das Weibchen auch noch in der unmittelbaren Nähe beobachten können...
Gruß von der Oste, Peter Wessendorf / SFV - Sittensen e.V. "
Die ersten frisch belegten Lachs-Laichbetten in der Oste bei Sittensen, gut zu erkennen an den hellen, von den Fischen frisch umgedrehten Kiesen und Steinen. (Foto: Peter Wessendorf)
Erfahrungsgemäß starten die Lachse in der Oste ihr kurzes Laichgeschäft etwa 2-3 Wochen vor den Meerforellen, die je nach Wasserstand erst ab dem 10.-15. November in größerer Zahl in unsere Bäche aufsteigen. Beide benötigen wie alle Salmoniden zur Eiablage und als Jungfischhabitat gut durchströmte kiesig-steinige Bachsohlen.
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15.10.2010: Wieder ein Fischotter Opfer des Straßenverkehrs. In der Nähe eines Fischteiches bei Groß Meckelsen ist schon wieder ein Fischotter tot aufgefunden worden. Dies ist mittlerweile der 6. Fischotter, der im Oste-Wümme-Gebiet des Landkreises Rotenburg in den vergangenen 10 Monaten unter die Räder gekommen ist !
Der Straßenverkehr stellt somit die mit Abstand größte Gefährdung für die Fischotterpopulation unseres Raumes dar, nachdem die Tiere in den vergangenen Jahren dieses Gebiet nach jahrzehntelanger Verfolgung und Lebensraumvernichtung langsam wiederbesiedelt haben.
Aktuelle Verbreitung des Fischotters in Niedersachsen (Quelle: www.NLWKN.de)
Näheres zum Fischotter in Niedersachsen und zur niedersächsischen Strategie zum Schutz dieser bedrohten Tierart finden Sie hier.
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9.10.2010: Behördliche Duldung illegaler Zustände ?! An einem Nebenbach der unteren Wümme kann man ein "schönes" Beispiel finden, wie sorglos man offensichtlich mit wasser- und agrarrechtlichen Bestimmungen umgehen kann, ohne dass man behördliche Sanktionen zu befürchten hat.
Seit einigen Jahren gibt es in Niedersachsen eindeutige Vorgaben, wie man (gewässerschädigende !) Silage lagern muss. So dürfen temporäre Siloflächen (sog. Feldmieten) u. a. nur dort angelegt werden, wo der Abstand zum Grundwasser über 2 m beträgt (siehe Feldmietenerlass). Dauerhafte Silolagerflächen müssen in jedem Fall geeignete Einrichtungen besitzen, mit denen das verunreinigte Niederschlagswasser von den Siloflächen aufgefangen und schadlos entsorgt werden kann (siehe Merkblatt Siloplatten).
Obwohl beides im vorliegenden Fall nicht gegeben ist, hat die zuständige Wasserbehörde diese Zustände für "ordnungsgemäß" befunden und sieht keine Veranlassung, gegen die illegalen Zustände vorzugehen.
Unabgedichtete Feldmiete im Bereich hoch anstehenden Grundwassers am Bach: Illegal nach dem Gesetz, legal nach Auffassung der zuständigen Aufsichtsbehörde
Auch die vor kurzem durchgeführte Grünlanddüngung, bei der auf großer Länge Gülle bis ins Gewässer verbracht wurde sowie der illegale Grünlandumbruch im 5-Meter-Randstreifen des Baches wurde behördlicherseits nicht einmal zur Kenntnis genommen. Hilfreich wäre die Kenntnis der einschlägigen Abstandsregelungen an Gewässern...
Illegale Gülledüngung bis in den Bach (vor lauter gülleliebenden Brennesseln fast verdeckt) ....
.... ist auf den Wasserpflanzen im Gewässer gut zu sehen.
Das Ergebnis all dieser illegalen Beeinträchtigungen ist ein übel riechender Entwässerungskanal, wo sich eigentlich kleine Forellen im glasklaren Wasser eines Quellbaches tummeln müssten. Wie war das noch einmal mit dem Verschlechterungsverbot der Wasserrahmenrichtlinie .... ?
Ach ja: Der Verursacher erhält übrigens über 50.000 Euro pro Jahr an Agrarbeihilfen, u.a. als Ausgleich für die besonders hohen gesetzlichen Anforderungen, die man als Landwirt in Deutschland im Gewässer- und Immissionsschutz zu erfüllen hat.
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7.10.2010: Schöner Meerforellenaufsteiger aus der Fintau. Petri Heil hatte vor einigen Tagen unser Vereinskamerad Lothar Witt. Er fing beim Spinnfischen in der Fintau bei Lauenbrück einen schönen Meerforellen-Milchner von 65 cm Länge und einem Gewicht von 3.100 g.
Meerforellen-Milchner aus der Fintau bei Lauenbrück (65 cm, 3.100 g)
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6.10.2010: Projekt "Das fließende Klassenzimmer" erfolgreich abgeschlossen. Das vom ASV "Forelle" Lauenbrück gemeinsam mit der Fintauschule durchgeführte Umweltbildungsprojekt "Das Fließende Klassenzimmer" wurde vor kurzem abgeschlossen. Nach drei Jahren Projektlaufzeit, in der der Fintaualtarm in Lauenbrück reaktiviert wurde und viele Schüler unter Anleitung von Biologin Anja Schulenberg praxisnah alles über Gewässerökologe und Fischartenschutz gelernt haben, fällt die Bilanz positiv aus.
Aktiver Gewässerschutz mit Hilfe der Fintauschüler am reaktivierten Fintaualtarm in Lauenbrück
Heute laichen im naturnahen Fintaualtarm - auch dank der Hilfe der Fintauschüler - wieder Meerforelle, Bachneunaugen und Mühlkoppe. Viel wichtiger ist aber, dass sich viele Kinder langfristig, aktiv und gestaltend mit dem Lebensraum Fließgewässer beschäftigt haben und dieses Wissen vielleicht auch andere weitergeben.
Vielen Dank noch einmal an die Bingo-Lotto-Stiftung, den NLWKN Verden, die Gemeinde Lauenbrück, den Unterhaltungsverband Obere Wümme und die Sparkasse Scheeßel, die das Projekt alle unterstützt haben !
Die Rotenburger Kreiszeitung berichtete heute
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22.9.2010: Neue Kiesbetten und Strömungslenker. Das Forstamt Rotenburg (W.) hat heute begonnen, im Forstort Trochel bei Brockel eine Reihe von Renaturierungsmaßnahmen durchzuführen. Im Trochelbach und im Bruchwiesenbach wurden auf unsere Anregung und mit unserer fachlichen Beratung eine Vielzahl von Kiesbetten und Strömungslenker in die bisher weitgehend strukturarme und übersandete Bachsohle eingebaut. Finanziert wurde die Maßnahme aus Mitteln des NLWKN Verden / MU (Fließgewässerentwicklung) sowie aus Eigenmitteln der Forstverwaltung.
Eine von mehreren neuen Kiesrauschen, die heute im Trochelbach angelegt wurden
Dank der guten Vorbereitung und Planung von Heiko Ehing, Funktionsbeamter für Waldnaturschutz des Forstamtes, konnten die etwa 160 Tonnen Kies-Steingemisch rasch und ohne Schäden an Wald und Boden eingebaut werden.
Hennig Küper und Heiko Ehing (Forstamt Rotenburg), die das Renaturierungsprojekt initiiert und geplant haben.
Die Reanturierungsmaßnahme dient insbesondere den Entwicklungszielen des FFH-Gebietes Wümmeniederung (Teilgebiet Wiedau/Trochelbach) und hier den FFH-Arten Koppe und Bachneunauge, die wie viele bedrohte Fischarten auf kiesiges Laichsubstrat angewiesen sind.
Für Meerforellen und Flussneunaugen ist dieser Abschnitt aber noch nicht erreichbar: Das hohe Wiedau-Wehr am Rotenburger Mühlenstreek ist eine unüberwindbare Barriere für alle Wanderfische, die von der Wümme in Richtung Trochelbach/Bruchwiesenbach aufsteigen wollen.
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7.9.2010: Fünfter Otter totgefahren ! Die Meldungen über totgefahrene Fischotter im Wümmegebiet reissen leider nicht ab. Am Wochenende wurde ein kapitaler Fischotter-Rüde am Wümme-Wehr an der Scheeßeler Mühle tot aufgefunden. Offensichtlch versuchte der Otter das hohe Wehr auf dem Landweg zu umgehen und wurde Opfer der Straßenverkehrs.
Dies ist bereits der fünfte Fischotter, der in den letzten 9 Monaten im Südkreis überfahren wurde !
Diese Meldung zeigt, dass die ökologische Durchgängigkeit von Flüssen nicht nur für Fische, sondern auch für viele Landtiere enorm wichtig ist. Wenn am Wümmewehr bereits eine Sohlgleite gebaut worden wäre, wie wir das seit Jahren eindringlich fordern, wären Otter & Meerforelle gefahrlos die Wümme hochgeschwommen....
Hier ist kein Durchkommen für Fische und Fischotter: Die Wehranlage an der Scheeßeler Mühle mit dem funtionsunfähigen Fischpass
Aber Hoffnung ist in Sicht: Das NLWKN Verden hat kürzlich ein Planungsbüro beauftragt, einen baureifen Vorentwurf für die Anlage einer Sohlgleite an der Scheeßeler Mühle zu entwickeln. Ob und wann die Umsetzung gelingt, hängt davon ab, ob sich Staurechtsinhaber und -betreiber angemessen und kompromissbereit am Umsetzungsprozess beteiligen.
So kämen Fisch & Fischotter gefahrlos die Wümme rauf: Entwurf einer Sohlgleite an der Scheeßeler Mühle (Entwurf: Heidt& Peters 2008)
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30.8.2010: Weiteres Fischotter-Video. Obwohl in den letzten Monaten vier Fischotter allein an der Wümme und oberen Oste dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind, gibt es offensichtlich immer noch Exemplare dieser bedrohten Art bei uns: Überall an der Wümme und Veerse findet man Trittsiegel des nachtaktiven Jägers, der sich an unseren Bächen scheinbar wieder sehr wohl fühlt.
Dass das nicht immer so war, zeigt ein Rückblick in die Geschichte des Fischotters im Landkreis Rotenburg, die von erbarmungsloser, exzessiver Verfolgung geprägt war.
Den neuesten Fischotternachweis konnten wir jetzt mit einem weiteren Videofilm erbringen, viel Spaß beim Ansehen !
Zurück im oberen Wümmegebiet: Der Fischotter, den wir erneut auf Video dokumentieren konnten.
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29.8.2010: Go-fair-fishing-Projekt. Ein beispielhaftes Projekt wurde kürzlich von Thomas Biel und anderen Meerforellenanglern aus Schleswig-Holstein ins Leben gerufen:
"Go-Fair-Fishing ist eine Initiative, die von Sportfischern für Sportfischer speziell diejenigen, die Ihren Sport and der Küste ausüben, gegründet wurde.
-->Go-Fair-Fishing wurde als Initiative zum Schutz, zur Förderung und Vermehrung von Meerforellen und Lachsen ins Leben gerufen. GFF tritt für einen fairen Umgang mit der Kreatur Fisch ein und versucht auf diesem Wege den Erhalt der verschiedenen Arten zu wahren und Bestände zu fördern. GFF ist bestrebt, Anglern das Fairplay an der Küste, an Seen und am Fluß, nahezubringen."
Mehr Infos finden Sie auch der Homepage von go-fair-fishing.
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27.8.2010: "Gegensätze zwischen dem Ausbau kleiner Gewässer und der Fischerei" In einem Artikel von Oberfischmeister Friedrich Schiemenz aus der Fischereizeitung vom 9.1.1938 findet man bereits eine klare Analyse, wie durch naturfernen Gewässerausbau die Fischfauna unserer Bäche leidet . Ein für die Zeit der Blut- und Bodenideologie erstaunlich kritischer Artikel, dessen Aussagen immer noch Gültigkeit haben. Den ganzen Artikel finden Sie hier. (ca. 4,6 MB)
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Fachtagung Fischaufstiegsanlagen. Am 23. September 2010 findet in Hamburg eine Fachtagung zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit mit Hilfe von Fischstiegsanlagen statt.

Das Programm der Fachtagung am 23.9.2010 finden Sie hier. Weitere Infos zur Tagung finden Sie hier.
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16.8.2010: Planungen zur Fintau-Renaturierung 2011 laufen an. Auf unseren Vorschlag hin werden auch an der Fintau bei Lauenbrück in 2011 weitere Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt. Zum einen soll der nach dem Fintauausbau in den 1950er Jahren errichtete Sohlabsturz zwischen Lauenbrück und Vahlde in eine ca. 100 m lange, naturnahe Sohlgleite umgebaut werden. Dadurch wird die ökologische Durchgängigkeit v.a. bei niedrigen Wasserständen wesentlich verbessert, zum anderen entsteht hier der größte Kieslaichplatz im gesamten Flußsystem von Fintau und Ruschwede.
Dieser hohe Sohlabsturz in der Fintau bei Lauenbrück wird 2011 in eine lange Sohlgleite mit vielen Laichplätzen für Meerforelle, Mühlkoppe Flußneunauge u.v.m. umgebaut werden.
Auch im Ortsbereich von Lauenbrück (Brücke Tennisplätze) sollen 2011 duch Einbau von Strömungslenkern & Kiesbetten weitere Schritte in Richtung einer naturnahen Entwicklung der Fintau gemacht werden. Mit der Vermessung der Renaturierungsabschnitte durch das Ing.-Büro Heuer-Jungemann (Uelzen) wurden letzte Woche die ersten Planungsschritte eingeleitet.
Träger dieser Maßnahmen ist der Unterhaltungsverband Obere Wümme. Finanziert werden diese Maßnahmen aus Mitteln der EG-Wasserrahmenrichtlinie (Land Niedersachsen / NLWKN Verden) und aus Ausgleichsgeldern des Landkreises Rotenburg (Wümme).
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15.8.2010: "Schutz vor den Fintau-Fluten". Der Hochwasserschutzdamm an der Fintau zwischen Lauenbrück und Vahlde ist kürzlich offiziell eingeweiht worden (vgl. Aktuelles vom 7.6 und 19.5.2010)Die Rotenburger Rundschau berichtete in ihrer letzten Ausgabe, den Artikel finden Sie hier.
Ausgleich für den Hochwasserschutzdamm: Anlage von Kieslaichplätzen an der Fintau
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9.8.2010: Neue Kormoranverordnung in Kraft getreten. Am 30. Juni ist in Niedersachsen eine neue Kormoranverordnung in Kraft getreten, die die bisherige, zuletzt 2007 geänderte ersetzt.
Neu ist die Ausweitung der Jagdzeit, nach der Kormorane jetzt vom 1. August bis 31. März von Befugten (i.d.R. Jäger sowie Teichwirte mit waffenrechtlicher Voraussetzung) geschossen werden dürfen. Eine Jagd auf Kormorane in FFH-Gebieten, die große Teile der Wümme- und Veerseniederung bedecken, ist allerdings nicht zulässig, obwohl gerade hier lokal die größten Beeinträchtigungen stark gefährdeter Fischarten stattfinden.
So ist z. B. in der Veerse und der Ruschwede durch die Dauerpräsenz des Kormorans im letzten Winter stellenweise ein katastrophaler Rückgang des Meerforellenbestandes festzustellen (vgl. Aktuelles vom 2.7.2010 - Kormorane gefährden Meerforellenbestand).
Den gesamten Text der Kormoranverordnung 2010 finden Sie hier.
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30.7.2010: Meerneunaugen-Berichte von der Wümme. Auf ein erstaunlich großes überregionales Medieninteresse sind die Laichaktivitäten der Meerneunaugen in der Wümme gestossen (vgl. Aktuelles vom 16.6.2010). Der Weserkurier berichtete kürzlich in einem großen Bericht über die Fortpflanzung der Tiere in der Wümme. Auch ein Fernsehteam des NDR war in Fischerhude vor Ort und produzierte eine sehenswerte Kurzreportage.

Den ganzen Bericht des Weserkurier vom 22.7.2010 finden Sie hier.
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13.7.2010: Rekordhitze lässt Pegelstände rapide sinken. Die seit Tagen anhaltenden tropischen Temperaturen von bis zu 38 °C und ausbleibende Niederschläge sind auch in unseren Bächen und Flüssen deutlich zu spüren. In der Wümme nähern sich die Wasserstände zunehmend dem 10-Jahrestiefstand.

Die tiefen Wasserstände offenbaren aber auch vieles, was sonst kaum zu erkennen ist. So kann man an der Wümme-Schleuse 4 in Hellwege erkennen, weshalb hier bei niedrigen Wasserständen Fischwanderungen nicht möglich sind. Eine meterlange Betonrampe unter dem Wehr lässt alle Sprungversuche der Fische scheitern. Erst bei Hochwasser haben sprungstarke Fische wie die Meerforellen, wieder genug Wasser unter dem Kiel, um das Hindernis zeitweise zu passieren.
Schleuse 4 in der Wümme bei Hellwege - Dank langer Betonrampe und hoher Wehrfelder im Sommer ein unüberwindbars Hindernis für alle Wanderfische.
Für die im Sommer laichenden Meerneunaugen bedeutet diese Konstruktion, dass alle Laichwanderungen ins obere Wümmegebiet mit seinen zahlreichen hervorragenden Kieslaichplätzen komplett verhindert werden. Die Schleuse 4 wurde übrigens im Jahre 1997 völlig neu errichtet und unter skandalöser Missachtung von Wassergesetz & Fischereigesetz ohne funktionsfähigen Fischpass versehen ....
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2.7.2010: Meerforellen-Reproduktion in der Ruschwede erfolgreich. In der Praxis konnten wir zum wiederholten Male bestätigen, was selbst von Experten immer wieder angezweifelt wurde: Bei Kontrollbefischungen in der Ruschwede bei Fintel und Haswede konnten wir diese Woche im Bereich neu angelegter Kiesbetten abermals eine erfolgreiche natürliche Meerforellenreproduktion in erheblicher Menge nachweisen. Die zahlreichen kleinen Meerforellen, die uns ins Keschernetz gingen, kamen tatsächlich in der Ruschwede zur Welt, denn großräumig wurden hier keine Meerforellen aus unserer Brutanlage besetzt.
Ergebnis eines Kescherzuges: 5 kleine Meerforellen Elektro-Fischen im Optimalhabitat kleiner Meerforellen
Die inzwischen 4-6 cm langen Jungfische sind nach der Eiablage (November-Dezember) hier von Februar bis April aus dem Kieslückensystem geschlüpft und finden stellenweise prächtige Lebensbedingungen. In Optimalhabitaten (flach überströmte Kiesrauschen) der Ruschwede tummeln sich 5-10 kleine Meerforellen-Sömmerlinge auf einem m².
Das alles zeigt, dass wir mit der Strategie der ständigen Lebensraumverbesserung und Kiesanreicherung unserer Bäche auf dem richtigen Weg sind und mittelfristig hoffentlich ganz auf den bestandsstützenden Besatz verzichten können.
Kormoran gefährdet Meerforellenbestand
Was die Befischungen allerdings auch zu Tage brachten, macht uns große Sorgen: Auf langen Strecken der Ruschwede und Veerse müssen wir im Gegensatz zu früheren Jahren einen katastrophalen Rückgang älterer Jahrgänge von Meer- und Bachforellen, aber auch von Koppen, Aalen und Häslingen feststellen.
So ist z. B. in einer 200 m langen Refererenzstrecke der Veerse der Forellenbestand von 47 Individuen (2009) auf 1 Individuum (2010) zurückgegangen. Ursache: Die Raubzüge des Kormorans, bekanntlich Vogel des Jahres, der im vergangenen Winter in großen Gruppen und über einen großen Zeitraum die Wümme, Veerse, Fintau und Ruschwede intensiv heimgesucht hat. Näheres hierzu in Kürze ....
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30.6.2010: "Die Rückkehr der grauen Riesen". In Anwesenheit vieler Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, Kommunalpolitik und Sportfischerei ist am Sonnabend erstmals der Oberlauf der Oste mit jungen Stören besetzt worden. Bei Offensen (Samtgemeinde Zeven) startete damit die zweite Etappe des Versuchs, den in Deutschland ausgestorbenen Kaviarfisch im längsten Nebenfluss der Niederelbe wieder heimisch zu machen.
Dirk Glaß (ASV Zeven) und Jörg Gessner (IGB) beim erstmaligen Störbesatz in der oberen Oste
Nachdem bereits im April vorigen Jahres 55 Jungstöre versuchsweise im Unterlauf der Oste bei Bremervörde ausgesetzt worden waren, sei nun ein "neuer Meilenstein für den Artenschutz" gesetzt worden, urteilt die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, zu der sich Sportfischervereine und die AG Osteland zusammengeschlossen haben.
Weitere Infos zur Wiederansiedlung des Störs in der Oste finden Sie unter niederelbe.de und in der Präsentation Stör-Versuchsbesatz in der Oste .
Auch eine Ausstellung berichtet nun vom Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in der Oste. Neben 16 großen Info-Tafeln mit mehr als 60 teils seltenen Fotos werden die Exponate in der "FährStuv" am Ostener Fährplatz (Fährstraße 1, 21756 Osten) zu sehen sein. Die Ausstellung trägt den Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen - Der Stör: Ausrottung und Rettungsversuche" und ist bis zum 7. August täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.
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30.6.2010: Nachtrag: Bericht in der AFZ-Fischwaid über den Gewinn des Umweltpreises 2009. Die AFZ-Fischwaid hat in ihrer letzten Ausgabe nachträglich vom Umweltpreis 2009 der Metropolregion Hamburg und der Aktion Fischotterschutz berichtet, wo wir mit unserem Meerforellenprojekt unter zahlreichen Teilnehmern den 2. Platz erzielen konnten. Den Bericht finden Sie hier.
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25.6.2010: Gewässerrenaturierung 2010-2013. Wie bereits hier berichtet (vgl. Aktuelles 19.4.2010 und 18.5.2010), stehen für Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung im Einzugsgebiet der Wümme in den nächsten Jahren erhebliche Fördergelder des Nds. Umweltministeriums und des Landkreises Rotenburg (W.) bereit.
Welche Maßnahmen in die Förderkulisse mit aufgenommen wurden, können Sie auf der Karte `Maßnahmen 2010-2013`sehen, die uns das NLWKN Verden freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.
Maßnahmen zur Gewässerentwicklung im Einzugsgebiet der Wümme 2010-2013 (Quelle: NLWKN Verden; mit Doppelklick auf die Karte kommen Sie zu einer hochaufgelösten Version; pdf-Datei, ca 750 kB)
Auf unseren Vorschlag hin werden 2011 auch zahlreiche Maßnahmen zur Revitalisierung und Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit an Veerse, Lünzener Bruchbach, Wümme, Fintau und Ahauser Bach durchgeführt.
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16.6.2010: Die ersten Meerneunaugen laichen in der unteren Wümme. In der unteren Wümme bei Fischerhude und Ottersberg laichen in diesen Tagen die ersten Meerneunaugen. Die von der Küste ins Süßwasser aufwandernden Rundmäuler suchen die kiesig-steinigen Sohlgleiten im Wümme-Nordarm/-Mittelarm zur Eiablage auf. Anders als die gruppenweise laichenden Flussneunaugen pflanzen sich die 70-100 cm langen Meerneunaugen in der Regel paarweise fort. Dazu hier ein kurzes Video mit laichenden Meerneunaugen aus der Wümme: http://www.youtube.com/watch?v=-1tW-3ptZhI
Dank der verbesserten ökologischen Durchgängigkeit und der Wiederherstellung zahlreicher Laichhabitate scheint sich die Population der stark gefährdeten Meerneunaugen in der Wümme in den letzten Jahren wieder zu erholen.
Adultes Meerneunauge (Petromyzon marinus) aus der Wümme bei Fischerhude
Meerneunauge in einer frisch geschlagenen Laichgrube (linkes Foto), die gut an den hellen, frisch umgedrehten Kieseln (Foto rechts) zu erkennen ist.
Zur Erfassung der Meerneunaugenbestände findet im Auftrag der LAVES / Dezernat Binnenfischerei, fischereikundlicher Dienst zur Zeit ein landesweites Meerneunaugen-Monitoring statt (vgl. Aktuelles vom 14.4.2010), bei dem auch die Bestände im Wümmegebiet erfasst werden. Das FFH-Gebiet Wümmeniederung hat eine besondere Bedeutung in der niedersächsischen Strategie zum Schutz der Meerneunaugenbestände.
Gebiete mit Priorität für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für das Meerneunauge in Niedersachsen (aus: Vollzugshinweise zum Schutz von Fischarten in Niedersachsen, Meerneunauge; LAVES 2010)
Hintergrund der aktuellen Untersuchungen: Die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU (FFH-Richtlinie) fordert u.a. die Sicherung und Entwicklung der Lebensräume und Populationen bestimmter Tierarten, zu denen auch die Neunaugen zählen. Die Monitoring dient vor allem dazu, Daten zur Größe und zum Erhaltungszustand der Meerneunaugenpopulation zu erlangen. Aus den Ergebnissen lassen sich ggf. Lebensraumdefizite (z. B. Mangel an Laichplätzen, Wanderhindernisse), aber auch mögliche Maßnahmen ableiten (z. B. Wiederherstellung von Laichplätzen, Anlage von Fischpässen).
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14.6.2010: GEO-Tag der Artenvielfalt in Westervesede. Schüler der Eichenschule Scheeßel beteiligten sich auch dieses Jahr am GEO-Tag der Artenvielfalt. Ziel der Aktion am vergangenen Freitag: Innerhalb von 24 Stunden sollten Schulen und andere Gruppen sich intensiv mit dem Thema Artenvielfalt vor ihrer Tür befassen und möglichst viele Arten nachweisen.
Dieses Jahr war der Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften (7./8. Klasse) zu Gast beim Angelverein Westervesede, wo unter Anleitung von Biologielehrer Hendrik Porthmann und Gewässerwart Ralf Gerken die Veerse und zwei naturnaheTeiche unter die Lupe genommen wurden.
Schüler der Eichenschule Scheeßel auf "Artenvielfalt-Expedition" an der Veerse in Westervesede
Nach drei Stunden Keschern war die Liste der nachgewiesenen Arten beachtlich. Besondere Highlights für die Schüler: Teichmolche, Teichfrösche, Kaulquappen, Gelbrandkäferlarven, Wasserskorpione, ein Aal, Bachneunaugen, Mühlkoppen, Bachschmerlen, eine kleine Meerforelle sowie unzählige andere kleine Bach- und Teichbewohner (siehe auch folgende Fotos).


Weitere Bilder auch auf der Homepage der Eichenschule:
http://www.eichenschule.de/133.html?&tx_jmgallery_pi1[albumUid]=151
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9.6.2010: Bericht zum Modellprojekt Wümme Phase II (2006-2007). Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Verden hat vor einiger Zeit bereits den Zwischenbericht zum Modellprojekt Wümme / Phase II (2006-2007) vorgelegt. Der Bericht zur Phase 3 (2008-2009) des Modellprojekts ist noch in Bearbeitung.
Als Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Bearbeitungsgebiet 24 - Wümme wurden und werden seit 2006 zahlreiche Anregungen und Maßnahmenvorschläge von uns vom NLWKN Verden angenommen und umgesetzt.
Viele der Modellprojekt-Maßnahmen dienen auch den Zielen unseres Projektes, wie z. B. die Planungen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit an der Scheeßeler Mühle, deren Wehre das zentrale Wanderhindernis im gesamten Flußlauf der Wümme darstellen. Aber auch andere Maßnahmen, wie die Reaktivierung des Fintaualtarms in Lauenbrück oder die Herstellung von Kieslaichplätzen in Fintau, Ruschwede und Veerse, wurden mit Mitteln des Modellprojektes unterstützt.
Ein Ergebnis des Modellprojekts: Erarbeitung einer Vorzugsvariante zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Wümme an der Scheeßeler Mühle. Die Studie vom Ing-Büro Heidt&Peters finden Sie hier.
Den Bericht zur Phase II des Modellprojekts Wümme finden Sie hier (PDF ca. 7,3 MB).
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7.6.2010: Neue Kieslaichplätze in der Fintau. Als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Hochwasserschutzdamm in Lauenbrück (vgl. Aktuelles vom 19.5.2010) wurden am letzten Freitag in der Fintau vier neue Kiesbetten hergestellt. Träger der Maßnahme ist die Gemeinde Lauenbrück, die Planung oblag dem NLWKN - Betriebsstelle Verden.
In Zusammenarbeit mit unserem ASV "Forelle" Lauenbrück legte die Baufirma Otto Schröder aus Schneverdingen vier große Laichplätze für Meerforellen und andere Kieslaicher fachmännisch an. Außerdem wurden an mehreren gehölzfreien Strecken Uferabflachungen vorgenommen, die eine eigendynamische Entwicklung von Schwarzerlensäumen ermöglichen sollen.
Anlage eines Kieslaichplatzes am Hochwasserschutzdamm bei Lauenbück (Foto: J. Engelken)
Anlage eines Kieslaichplatzes am Hochwasserschutzdamm bei Lauenbück (Foto: J. Engelken)
Zwei weitere, neu angelegte Kiesbetten in der Fintau zwischen Lauenbrück und Vahlde (Foto: J. Engelken)
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4.6.2010: Elritzen in großen Schwärmen ! Die Revitalisierungsmaßnahmen der Stiftung Naturschutz im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede zeigen deutliche Erfolge für die stark gefährdete Elritze: Während hier früher nur einzelne Mohikaner ihr Dasein in einer ausgeräumten, monotonen Sandpiste fristeten, sind nach der Wiederherstellung von Kieslaichplätzen und Reduzierung der Gewässerunterhaltung gegenwärtig wieder große Schwärme von Jung-Elritzen zu beobachten. Toller Erfolg für den Artenschutz bei äußerst geringen Renaturierungskosten !
Erfolg der Revitalisierungsmaßnahmen: Große Elritzenschwärme und laichende Bachneunaugen im Lünzener Bachbach bei Ostervesede
Ein Video der Elritzen im Lünzener Bruchbach finden Sie hier: http://www.youtube.com/watch?v=bD4_Is6LLms
Auch Bachneunaugen laichen hier zur Zeit; hier das Video.
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31.5.2010: "Landwirte brechen weiterhin Grünland um". So titelt die Rotenburger Rundschau in Ihrer aktuellen Ausgabe und bezieht sich dabei auf Aussagen des NABU-Biogas-Experten Uwe Baumert. Baumert verweist auf zahlreiche Fälle, in denen trotz des seit Oktober 2009 geltenden Verbots, weiterhin Grünland zu Ackerland umgebrochen wird: "Der Grünlandumbruch geht ungebremst weiter. ... Unbelehrbare gefährden mit Ihrem Rowdytum nicht nur die Artenvielfalt und den gesamten Naturhaushalt, sondern auch das Ansehen eines gesamten Berufsstandes!"
Den ganzen Artikel finden Sie hier.
Wie hier bereits mehrfach aufgeführt, ist der massenhafte und auf weiten Strecken unserer Bachufer illegale Grünlandumbruch eine der größten Gefahrenquellen für unsere Fließgewässer: Bodenerosion, Nährstoff- und Pestizideinträge, Sandfracht und vielfach auch die Unterhaltungsintensität der angrenzenden Vorfluter steigen nach Grünlandumbruch in zahlreichen Fällen enorm an. Das alles hat zum Teil katastrophale Folgen für die Fischfauna dieser Gewässer.
Das zwingend von den Aufsichtsbehörden zu überwachende "Verschlechterungsverbot" der Wasserrahmenrichtlinie ist nach unseren Erfahrungen i.d.R. leider nur eine Papierfloskel ......
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19.5.2010: Hochwasserschutzdamm an der Fintau fertiggestellt. Der Hochwasserschutzdamm an der Fintau in Lauenbrück ist nun weitgehend fertiggestellt. Nach den Planungen soll das Bauwerk durch Wasserrückhaltung die Ortschaft Lauenbrück zukünftig vor starken Hochwässern, wie z. B. 2002 und 2008, schützen. Was bleibt, sind enorme Kosten und ein massiver Eingriff in das zuvor weitgehend ungestörte Landschaftsbild im Talraum der Fintau.
Das Schleusenbauwerk des Hochwasserschutzdamms an der Fintau
Der Erdwall des Hochwasserschutzdamms quert den Talraum der Fintau auf einer Länge von etwa 500 m.
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18.5.2010: Presseberichte über geplante Renaturierungsmaßnahmen. Die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung haben in diesen Tagen von den geplanten Renaturierungsmaßnahmen im oberen Wümmegebiet berichtet (vgl. Aktuelles vom 19.4.2010).
Hier finden Sie die Artikel in der Rotenburger Rundschau vom 16.5.2010 und der Rotenburger Kreiszeitung vom 17.5.2010.
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7.5.2010: Massenhaft Wollhandkrabben in der Wümme. Am Wümmewehr in Hellwege ist zur Zeit offen zu sehen, was Aalangler dort seit langem wissen: Unzählige Wollhandkrabben bevölkern inzwischen den Fluss und umgehen das Wehr zum Teil auch über Land. Da die Krabben schnell den ausgelegten Wurmköder finden, wird das nächtliche Aalangeln v.a. im Unterlauf der Wümme zeitweise zu einer echten Geduldsprobe....
Die Chinesische Wollhandkrabbe - lästiger Einwanderer auch im Wümmegebiet
Der aus China eingeschleppte und seit 1911 in der Unterweser nachgewiesene Exot besetzt in unseren Fließgewässern offensichtlich eine freie ökologische Nische und breitet sich scheinbar konkurrenzlos aus. Die Wollhandkrabbe wandert immer weiter in den Oberlauf der Wümme vor und ist nach unserem Wissen inzwischen bis nach Scheeßel vorgedrungen.
Alle Versuche, die Wollhandkrabbenplage in den Griff zu bekommen scheiterten bisher. Der Sportfischerverein Bremen berichtet, dass während der Hauptwanderung am Weserwehr früher ein organisierter Krabbenfang vorgenommen wurde. Im Januar/Februar 1936 wurden z. B. 608 kg, entsprechen 144.704 Stück, entnommen und vernichtet. Im März 1944 wurden dort sogar 1.133 kg Wollhandkrabben gefangen und vernichtet. Mehr zur Wollhandkrabbe auch bei Wikipedia.
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5.5.2010: Ausflugstipp Ahauser Bach. Einen besonders schönen Anblick bietet zur Zeit der Ahauser Bach an der Ahauser Mühle. Der naturnahe Abschnitt des Gewässers fließt hier teilweise durch einen alten Buchenwald, der gerade mit frischem Grün austreibt.
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19.4.2010: Gewässerrenaturierungs-Maßnahmen für 2010-2011 werden geplant. Unser stetiger Kontakt und Austausch mit den anderen Gewässerakteuren im Wümmegebiet bringt unseren Bächen bis 2011 eine Reihe von umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen ein.
Auf einer Bereisung stellten wir vor einigen Tagen Vertretern des Unterhaltungsverbands Obere Wümme, des NLWKN Verden, der Wasser- und Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz des Landkreises Rotenburg sowie dem Kreisnaturschutzbeauftragten die bereits umgesetzten und die von uns vorgeschlagenen Renaturierungsmaßnahmen vor.
Die von uns umgesetzten Maßnahmen fanden auf der Bereisung Lob und breite Zustimmung und öffnen uns so den Zugang zu weiteren umfangreichen Fördergeldern.
Gemeinsame Planung und Umsetzung von Gewässerrenaturierungsmaßnahmen bis 2011: D. Coldewey (NLWKN Verden), R. Trau, G. Twiefel (UHV Obere Wümme), W. Burkhardt (Kreisnaturschutzbeauftragter), S. Vogt (Naturschutzbehörde), R. Gerken (ASV Forelle), L. Brammer (Wasserbehörde), H. Vullmer (Stiftung Naturschutz), J. Cassier (Naturschutzbehörde), F. Otto-Knapp (UHV Obere Wümme), nicht im Bild, da Fotograf: J. Engelken sowie Anja Schulenberg (ASV Forelle)
Auf unseren Vorschlag und unter Trägerschaft des Unterhaltungsverbandes Obere Wümme werden bis 2011 im oberen Wümmegebiet vsl. folgende Maßnahmen umgesetzt:
► Anlage von zahlreichen Kiesbetten und Strömungslenkern in der Veerse bei Westervesede
► Anlage von naturnah gestalteten Sohlgleiten an etwa 10 alten Kulturwehren / Sohlrampen im Lünzener Bruchbach bei Westervesede
► Anlage von Strömungslenkern / Förderung von Erlensäumen im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede (Flächen der Stiftung Naturschutz)
► Anlage einer großen naturnahen Kiesrausche in der Wümme bei Lauenbrück
► Anlage einer großen Sohlgleite am Pfeifenbring`schen Sohlabsturz in der Fintau bei Lauenbrück
► Anlage von Kiesbetten und Strömungslenkern in der Fintau bei Lauenbrück
► Weiterentwicklung der Machbarkeitsstudie zur Herstellung eines Fischpasses an der Wümme / Scheeßeler Mühle. Diese von einem Ing.-Büro zu bearbeitende Studie soll wesentliche Grundlage für die im nächsten Schritt folgende Genehmigungsplanung sein.
Unser Dank gilt allen bisher an der Planung Beteilgten, insb. dem NLWKN Verden für die wohlwollende Aufnahme der Förderanträge, dem Unterhaltungsverband für die Übernahme der Trägerschaft sowie dem Landkreis Rotenburg für die Sicherstellung der Kofinanzierung.
Auch an der mittleren und unteren Wümme werden kurzfristig weitere Maßnahmen umgesetzt, so z. B. der Umbau der Wehre am Wümme-Südarm bei Fischerhude und von zwei weiteren Wümme-Wehren bei Hellwege und Ahausen zu Sohlgleiten oder die Anlage von zahlreichen Kiesrauschen im Ahauser Bach sowei im Trochelbach und Bruchwiesenbach. Über den Fortgang der Planungen berichten wir natürlich laufend.
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14.4.2010: Neunaugenmonitoring in Niedersachsen 2010. Im Auftrag des niedersächsischen Dezernates Binnenfischerei / fischereikundlicher Dienst der LAVES werden zur Zeit landesweit Laichplätze von Flussneunaugen und Meerneunaugen kartiert. Auch im Wümmegebiet werden die kiesig-steinigen Laichplätze der sog. andromen Neunaugen und die Zahl der dort laichenden Tiere erfasst.
Hintergrund der Untersuchungen: Die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU (FFH-Richtlinie) fordert u.a. die Sicherung und Entwicklung der Lebensräume und Populationen bestimmter Tierarten, zu denen auch die Neunaugen zählen. Die aktuellen Untersuchungen dienen vor allem dazu, Daten zur Größe und zum Erhaltungszustand der Flussneunaugenpopulation zu erlangen. Aus den Ergebnissen lassen sich ggf. Lebensraumdefizite (z. B. Mangel an Laichplätzen, Wanderhindernisse), aber auch mögliche Maßnahmen ableiten (z. B. Wiederherstellung von Laichplätzen, Anlage von Fischpässen).
Karte: LAVES 2010
Das FFH-Gebiet Wümmeniederung ist ein Gebiet mit "besonderer Bedeutung" als Flussneunaugen-lebensraum. Außerdem hat die Wümme in Niedersachsen "höchste Priorität" für die Umsetzung von Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung der Flussneunaugenpopulation.
Hier finden Sie weitere Infos zur Strategie zum Schutz und zur Erhaltung der Flussneunaugenbestände in NIedersachsen.
Ansprechpartner für die Umsetzung der FFH-Richtlinie für die Fischfauna in Niedersachsen ist übrigens: Christian Edler (LAVES, Dez. Binnenfischerei) Tel. 0511 - 120 - 8902 email: christian.edler@laves.niedersachsen.de
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13.4.2010: Flussneunaugen beim Laichgeschäft. Etwas früher als in anderen Jahren fangen die stark gefährdeten Flussneunaugen in diesen Tagen mit ihrem Laichgeschäft an. In der Veerse bei Westervesede sind zur Zeit sehr viele der etwa 30-45 langen Rundmäuler damit beschäftigt, für Nachwuchs zu sorgen.
Laichende Flussneunaugen in großer Zahl - Ein Erfolg unserer Renaturierungsmaßnahmen in der Veerse !
Vor allem auf den 2009 wieder hergerichteten Kieslaichplätzen bei Westervesede kann man die Flussneunaugen im flachen, klaren Wasser bei der Eiablage beobachten. Dort ist durch den Einbau der Kiesrauschen der am stärksten frequentierte Flussneunaugenlaichplatz im oberen Wümmegebiet entstanden. Das ist umso bemerkenswerter, als dass vorher in der Veerse nur vereinzelt Flussneunaugen beim Laichen zu beobachten waren. Auf den Kiesbetten in der Veerse laichen übrigens zur Zeit auch Hunderte der ebenfalls stark gefährdeten Bachneunaugen.
Ein toller Erfolg für unsere vom NLWKN Verden und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg finanzierten Renaturierungsmaßnahmen !
Ein kurzes Video der laichenden Flussneunaugen in der Veerse finden Sie hier.
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12.4.2010: Meerforellenbesatz. Der Besatz mit Meerforellenbrütlingen aus unserer Brutanlage steht kurz vor dem Abschluss. In den nächsten 2 Wochen werden die restlichen 30.000 Brütlinge gut verteilt in der Fintau, Veerse und Ruschwede besetzt.
Nach den durchwachsenen Ergebnissen dieser Saison mit nur 85.000 Meerforellen-Eiern (vgl. Aktuelles vom 27.1.2010) hoffen wir darauf, dass die natürliche Reproduktion in den zahlreichen neu angelegten Kiesbetten umso besser ausfällt.
Ab in die Freiheit : Kleine Meerforellen aus unser Brutanlage in Lauenbrück
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31.3.2010: Wieder ein Fischotter Opfer des Straßenverkehrs. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist wieder ein Fischotter im oberen Wümmegebiet überfahren worden. Auf der Kreisstraße K 211 zwischen Bartelsdorf und Westervesede (Kreuzungsbereich K211 - Bartelsdorfer Kanal) kam heute morgen ein Fischotter unter die Räder und erlag seinen Verletzungen. Das Tier wurde über die Naturschutzbehörde ins Otterzentrum nach Hankensbüttel gebracht und wird dort wissenschaftlich untersucht.
Für die kleine Otterpopulation im oberen Wümmegebiet ist das ein großer Verlust, zumal erst im Dezember ein Otter nur wenige Kilometer entfernt bei Rotenburg überfahren wurde (vgl. Aktuelles vom 11.12.2009).
Erst vor wenigen Tagen hatte die Rotenburger Rundschau noch hoffnungsvoll berichtet von der "Rückkehr eines lange Verfolgten - Fischotter scheinen sich im Wümmegebiet wieder wohl zu fühlen".
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25.3.2010: Fundstück des Tages. Vor kurzem hat die niedersächsische Landesregierung entschieden, dass Gewässerrandstreifen an Gewässern 3. Ordnung überflüssig sind, weil die bestehenden Vorschriften zum Gewässerschutz angeblich schon ausreichen (vgl. Aktuelles vom 28.1.2010). So wird v. a. an zahlreichen Gräben und Gewässern 3. Ordnung weiter heftig daran gearbeitet, auch die feuchteste Moor-Wiese endlich trocken zu kriegen (siehe Foto unten). Wen kümmern da schon die Ufer stabilisierenden Erlen, die dem Grabenausbau im Weg sind, oder gar so lästige Sachen wie das Wassergesetz ... ?
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24.3.2010: Massenhafte Zerstörung von Bachlebensräumen. Hilflose Ohnmacht packt uns in diesen Tagen, wenn wir beobachten müssen, wie durch eklatante Verstösse gegen wasser- und agrarrechtliche Bestimmungen zahlreiche Gräben ökologisch zerstört werden.
In der Gewissheit, dass gesetzeswidriges Handeln offensichtlich nicht geahndet wird, werden massenhaft geschützte Gewässerrandstreifen beackert, Abstandsbestimmungen und Ausbringungsverbote für Düngemittel ignoriert, Gräben mit Kunstdünger zugeworfen, mit Agrarsubventionen geförderte Gehölzbestände an den Gewässern (sog. Landschaftselemente nach CrossCompliance) illegal gerodet, Sickersäfte aus Silagemieten illegal in Gräben eingeleitet, etc. pp. ....
Für die Einhaltung der in der Bundesrepublik "besonders hohen Umweltstandards" bekommen die verantwortlichen Landwirte auch noch enorme Agrarförderungen gezahlt, die im Schnitt etwa die Hälfte des betrieblichen Einkommens ausmachen. Und dieser ganze gewässerökologische Wahnsinn wird aus Steuergeldern bezahlt , ohne dass es in der behördlichen Praxis erkennbare Ansätze gibt, die Einhaltung von Recht und Gesetz wirkungsvoll sicherzustellen !
Zur Erinnerung: Seit 2001 gilt auch in Deutschland für alle Fließgewässer ein "Verschlechterungsgebot", d. h. alle Handlungen, die zu einer erheblichen Verschlechterung des gewässerökologischen Zustandes führen, sind verboten.
Hier eine kleiner Auschnitt aus der Gewässerrealität der vergangenen drei Tage (Diese Fotos sind nur eine kleine Auswahl von Bildern, die wir auf drei kurzen Gewässerbegehungen geschossen haben):
Gesetzeskonforme Düngerausbringung? Hier nicht, denn statt gefordertem Mindestabstand von 1 m zur Böschungsoberkante wurde der komplette Graben bis zur gegenüberliegeden Böschungsoberkante mit Mineraldünger eingedeckt.
Und so sieht das Gewässer danach aus: Die Algen freut`s, alle anderen Grabenbewohner krepieren.
Dränage auf einer ehemaligen Grünlandfläche ist nicht verboten, Illegal wird es aber, wenn der Vorfluter ohne Genehmigung massiv ausgebaut wird ....
...und der Graben samt Dränage auf einer Strecke von nur etwa 20 Metern bereits ca. 15 Tonnen frischen Sand mobilisiert, der kurz danach in ein Gewässer II. Ordnung fließen wird.
Seit Jahren fließt der Silage-Sickersaft hier nahezu ungefiltert und illegal in den angrenzenden Graben und dann in den nächsten Bach. Die Sickersäfte sind ein überaus starkes Fischgift und haben den Graben in eine stinkende Kloake verwandelt.
Damit Gülle & Sand ungehindert in den Bach fließen können, werden schöne Entwässerungsrinnen gebuddelt. Für diese Fläche bekommt der Landwirt übrigens EU-Agrarpämien für besondere Leistungen im Erosionsschutz ! Der ist auch nötig, wo hier doch illegaler Weise der 5m-Randstreifen zu Ackerland umgerbochen wurde ...
Der Schatten spendende Erlensaum wurde auf großer Länge gekappt; lästige Ufer stabilisierende Erlenwurzeln wurden gründlich aus der Böschung gerissen; somit verliert die Böschung auch Ihren letzten Halt.
Zur Errinnerung: Für die Einhaltung der "besonders hohen Umwelt- und Gewässerschutzstandards" (siehe Fotos) werden Unsummen an Agrarförderungen gezahlt !
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23.3.2010: Patenschaft der Grundschule Lünzen für kleine Meerforellen. Der Heidekurier berichtete am 21.3.2010 über den Meerforellenbesatz, den wir kürzlich zusammen mit den Kindern der Grundschule in der Veerse getätigt haben. Den ganzen Artikel finden Sie hier.


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19.3.2010: Umbau weiterer Wehre im Wümme-Südarm geplant. Im Unterlauf der Wümme wird weiter intensiv an der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit gearbeitet. Nach Auskunft des NLWKN Verden wird in diesem Jahr am Wümme-Südarm mit dem Bau einer Sohlgleite am Wehr 1 begonnen. Bis 2013 sollen die weiter stromauf liegenden Wehre 2-5 des Wümme-Südarms sukzessive durch Sohlgleiten ersetzt oder mit Umgehungsgerinnen versehen werden.
Hintergrund: Der untere Wümme wurde in den 1920er- und 1970er-Jahren naturfern ausgebaut und begradigt. Der Wümme-Südarm wurde dabei mit 5 hohen Wehren versehen, die trotz eingebauter Fischpässe eine erhebliche Beeinträchtigung für Fischwanderungen darstellen. In den letzten Jahren wurden aus Mitteln des GR-Projektes Fischerhuder Wümmeniederung und des Nds. Fließgewässerprogramms bereits zahlreiche Wehre im Wümme-Mittelarm/-Nordarm wieder ökologisch durchgängig gestaltet.
Auch die Schleuse V im Mittelauf der Wümme bei Hellwege wird in diesem Jahr unter Leitung des NLWKN Verden zu einer Sohlgleite umgebaut (vgl. Aktuelles vom 6.2.2010).
Wehr 1 am Wümme-Südarm bei Fischerhude (Foto von ca. 1996)
Ausbau und Begradigung der unteren Wümme um 1926-27
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16.3.2010: Weitere Bilder von Meerforellenfängen aus der Wümme. Bastian Mengel vom ASV Wümme Rotenburg hat uns heute einige schöne Bilder von seinen Meerforellenfängen in der Wümme bei Rotenburg gesendet, die uns zeigen, dass unsere Arbeit den Anglern auch flussgebiets-übergreifend Erfolgserlebnisse beschert:
"Hallo,
ich möchte Dir und Euren Vereinsmitgliedern erstmal ein großes Kompliment für die tolle Arbeit machen, die Ihr in das Wiederansiedlungsprojekt steckt! Ich bin ein regelmäßiger Besucher der Homepage und ein Vereinsmitglied des ASV Wümme. In den letzten Jahren habe ich immer wieder das Glück gehabt, eine der traumhaften Meerforellen zu fangen. Anbei ein paar Schnappschüsse. Bastian Mengel / ASV Wümme"



Vielen Dank für die Bilder !
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16.3.2010: Meerforellen aus der Wümme bei Fischerhude. Nur durch Zufall bekommen wir mal ein schönes Foto einer mit der Angel gefangenen Meerforelle aus der Wümme zu Gesicht. Auch diesmal war der Zufall beim Finden zur Stelle: Auf der Homepage fischartenatlas.de * sind gleich drei Meerforellen zu sehen, die von Bernhard Dincher aus Bremen in der Wümme bei Fischerhude fotografiert und wohl auch gefangen wurden.
Übrigens: Wir freuen uns über jede Meerforellen-Fangmeldung aus dem Wümmegebiet und stellen diese auch gerne online ! ► mail an: ralfgerken@gmx.de
Ein Frühaufsteiger (Juli 2007)
Und noch ein schöner brauner Frühaufsteiger (August 2008)
Das ist wohl eher ein schlanker Absteiger, der noch im April auf dem Rückweg ins Meer war (April 2008)
Meerforellenfänge mit der Angel in der Wümme bei Fischerhude (Daten von Kurt Brammer, FV Fischerhude-Quelkhorn)
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15.3.2010: Seeadler als wirksame Kormoranprädatoren. Die Projektgruppe Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein berichtet vom zunehmenden Einfluss der Seeadler auf die in den letzten Jahren enorm angestiegenen Kormoranpopulationen.
Demnach haben die Seeadler die Kormorankolonien als gute Nahrungsquelle entdeckt und rauben dort bevorzugt Kormorannestlinge. Infolgedessen ist gebietsweise schon die Aufgabe von Kormoranbrutplätzen und eine deutliche reduzierte Kormoranzahl festgestellt worden. Nähere Informationen finden Sie unter projektgruppeseeadlerschutz.de; dort unter: Informationen / Wissenswertes zur Biologie / Seeadler fressen Kormorane
Während sich gegen die menschliche Einflussnahme auf die hohen Kormoranbestände (Bejagung, Vergrämung) vielfach großer Widerstand regt, hört man von Seiten des Vogelschutzes bisher keine Forderungen, gegen den Seeadler vorzugehen. Und das, obwohl die großen Greifvögel bevorzugt in der Kormoranbrutzeit jagen und sich dabei nicht um tier- und artenschutzrechtliche Auflagen kümmern, denen z. B. Jäger bei der Kormoranjagd unterworfen sind ...
Anteil des Kormorans an den von Seeadlern erbeuteten Wasservögeln (Quelle: seeadlerforschung.de)
Auch in der Rotenburger Kreiszeitung wurde davon berichtet.
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12.3.2010: Auch im bayrischen Landtag herrscht die Güllelobby. Nein, nicht nur in Niedersachsen darf man Gülle bis fast in den Bach kippen (vgl. Aktuelles vom 28.1.2010), auch in Bayern hält man Gewässerrandstreifen und Sozialpflichtigkeit des landwirtschaftlichens Eigentums für höchst überflüssige Sachen !
Deshalb hat der bayrische Landtag nun beschlossen, dass die ab dem 1.3.2010 gültige Bestimmung des Bundes-Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) nicht gilt, und dass man in Bayern auch zukünftig bis an die Böschungskante ohne Einschränkung weiter güllen darf.... Dazu eine kurzer Film auf youtube
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11.3.2010: 'Lachsfieber' - Brisante Recherchen der ARD über einen Nahrungsmittelgiganten. Die ARD berichtete gestern über das Milliardengeschäft der Zuchtlachs-Industrie und seinen katastrophalen Auswirkungen auf die Küsten-Ökosysteme und die traditionelle Fischerei vor allem in Chile.

In seiner norwegischen Heimat nennt man ihn den 'Großen Wolf'. John Fredriksen gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Als Reeder gehört ihm nicht nur das weltgrößte Tankerimperium 'Frontline', mit seiner 'Marine Harvest' ist er der größte Player im Geschäft mit industriell produziertem Fisch. Seine Firma produziert pro Jahr über 100 Millionen Zuchtlachse in Chile und Norwegen - für die ganze Welt. Ein Geschäft mit schwindelerregenden Wachstumsraten. Die WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zu einem packenden Öko-Thriller.
Den Film "Lachsfieber" können Sie auch auf der ARD-Mediathek ansehen:
http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3971992
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10.3.2010: Diplomarbeit zu Sandfrachten und ihren Quellen im Einzugsgebiet der Hache. Christian Friedrich (Uni Lüneburg) ist im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema Sandfrachten und ihre Quellen an verschiedenen Bächen im Einzugsgebiet der Hache (südlich Bremen) zu interessanten Ergebnissen gekommen.
Wie im Wümmegebiet sind auch dort alle Bäche von enormen Sandfrachten beeinträchtigt und stellen "hochgradig instabile Systeme" dar. Quelle des mobilen Sandes sind im Hachegebiet überwiegend Ackerflächen.
Laut Friedrich ist es zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zwingend erforderlich, erosions-bedingte Sandfrachten vor Eintritt in natürliche / naturnahe Bachsysteme z. B. durch Sandfänge zurückzuhalten. Außerdem sind die Gewässersohlen durch Einbringung von Hartsubstraten, durch Unterbindung von Ufererosion sowie durch Sohlanhebung (z. B. Kiesschwellen) wieder in einen gewässerökologisch stabilen Zustand zu bringen.
Enorme Sandfrachten auch im Einzugsgebiet der Hache (Beispiel Hasenburger Bach, C. Friedrich 2008)
Die Ergebnisse von Friedrichs Diplomarbeit bestätigen die von uns gewählte Bauweise von Kiesbetten / Kieslaichplätzen. Demnach führt der räumlich gestaffelte Einbau von Kiesschwellen zu Sedimentations- und Verfrachtungsprozessen und somit langfristig zur Ausbildung stabiler, auf großer Länge kiesgeprägter Gewässersohlen (siehe folgende Grafik aus C. Friedrich 2008)

Die gesamte Diplomarbeit von Christian Friedrich finden Sie hier in Kürze hier.
Kontaktmail Christian Friedrich: ch.friedrich.office (at) googlemail.com
-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------9.3.2010: Meerforellenbesatz mit der Grundschule Lünzen & Fintauschule Lauenbrück. Die ersten Meerforellenbrütlinge dieses Frühjahrs haben wir heute mit Unterstützung von KIndern der Grundschule Lünzen sowie der Fintauschule Lauenbrück in die Freiheit entlassen.
Die 3. Klasse der Grundschule Lünzen setzte die kleinen Fische, die vor rund sechs Wochen in der Brutanlage geschlüpft sind, heute in der Veerse an der Lünzener Mühle aus.
Die 3. Klasse der Grundschule Lünzen nach vollbrachtem Meerforellenbesatz
Erst ein bißchen Theorie von Biologin Anja Schulenberg (auch Hund IKE hört interessiert zu) ....
.... dann die Praxis: Sorgfältig werden die kleinen Meerforellen in die Veerse gesetzt.
Und zum Dank gibt es für die Lünzener Grundschüler eine Patenurkunde unseres Meerforellenprojektes !
Und auch das Projekt "Das Fließende Klassenzimmer" der Fintauschule Lauenbrück versorgte heute den im Jahr 2008 reaktivierten und naturnah gestalteten Altarm der Fintau mit einer Portion kleiner Meerforellen.
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5.3.2010: Kreis-SPD fordert Baustopp von Biogasanlagen. Die SPD-Kreistagsfraktion des Landkreises Rotenburg hat heute einen Eilantrag zum sofortigen Genehmigungsstop für weitere Biogasanlagen gestellt. Weiter wird der Landkreis aufgefordert, analog zur Windkraftnutzung, endlich eine regionalplanerische Steuerung gegen die landschaftszerstörenden Auswüchse der Biogasnutzung einzurichten.
Hintergrund des Antrages: Der Landkreis Rotenburg nimmt landesweit einen der vorderen Plätze bei der Biogasnutzung ein. Die Folgen für die Kulturlandschaft und unsere Gewässer sind dramatisch und wurden auch auf unserer Homepage immer wieder dokumentiert.
Den Eilantrag der SPD-Fraktion zur Biogasnutzung finden Sie hier.
Eins von unzähligen Beispielen: Illegaler Grünlandumbruch für Biogas-Mais an einem Gewässer 2. Ordnung zerstört artenreiche Kulturlandschaft und schädigt massiv unsere Gewässer ! Der Landwirt braucht sich aber keine Sorgen zu machen, denn solch illegales Handeln hat bei uns in der Regel keine Folgen.
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3.3.2010: Noch mehr Frühlingsboten. Mit steigenden Temperaturen sind alle Böden inzwischen aufgetaut und voller Wasser. Auf den wenigen moorigen Grünlandflächen, die noch nicht flächig dräniert sind, haben sich viele Tümpel & kleine Wasserflächen gebildet.
In der hoch subventionierten Regel sieht das aber anders aus: Wo statt Grünland Mais wächst, unterbinden immer tiefere Gräben fast überall die Wasserrückhaltung und verursachen immer häufiger prekäre Hochwasserspitzen in unseren Bächen.
Hoch subventionierte Gewässerzerstörung
Unsere Landesregierung verharmlost derweil die dramatischen Folgen des Maisbooms für unsere Gewässer, wie die Antwort auf eine aktuelle Anfrage des MdL Dieter Möhrmann zeigt: Zunehmende Vermaisung: Energiemais ein Landschaftskiller oder ein wichtiger Beitrag zur Schonung fossiler Rohstoffe?
Wo das Grundwasser hoch steht, treibt es auch die Regenwürmer an die Oberfläche. Das haben auch die Wildschweine entdeckt, die zum Ärger der Landwirte nun fleißig nach den Leckerbissen graben....
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1.3.2010: Erlen kündigen den Frühling an. Trotz des überall grassierenden Erlensterbens, sorgen die verbliebenen Alterlen auch dieses Jahr wieder für massenhaft potentiellen Nachwuchs. Der seit einigen Tagen aufgetaute Schnee war an den Bächen dicht an dicht mit Erlensamen gespickt, die vom augenblicklichen Hochwasser über große Entfernungen transportiert werden und an den Uferböschungen keimen werden. Als erster Frühjahrbote in unserer Natur steht auch die neue Erlenblüte unmittelbar bevor.
Dicht an dicht liegen die Erlensamen im Schnee unter den Bäumen Die Erlenblüte steht unmittelbar bevor
Mit den steigenden Temperaturen ist auch die hohe Schneeschicht inzwischen überall weggetaut. Der zum Teil noch gefrorene Boden war allerdings nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. An allen Bächen und Flüssen herrscht wieder Hochwasser und verwandelt vor allem die Wümmeniederung in eine große Seenlandschaft.
Der Wümme-Pegel bei Hellwege der letzten 30 Tage (Quelle: NLWKN Pegelonline)
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1.3.2010: Vorstellung unseres Meerforellenprojektes auf zwei Tagungen. Innerhalb weniger Tage haben wir nun die Möglichkeit gehabt, unser Projekt gleich auf zwei Gewässerschutztagungen vorzustellen.
Am 25.2.2010 waren wir zu Gast beim 4. Wanderfischsymposium des Verein Mitteldeutscher Wanderfisch e. V. (MDWF) im Grimma (Sachsen).
Und am 27.2.2010 konnten wir unser Projekt auf der 43. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) in Wildeshausen einem großen Fachpublikum präsentieren.
Eine Pdf-Version unseres Vortrages finden Sie hier. Die anderen Tagungsbeiträge finden Sie in den nächsten Tagen auf den Internetseiten des MdWf e.V. und der AFGN / wanderfische.de
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23.2.2010: Kindergarten Löwenburg zu Besuch in der Brutanlage. Heute konnten wir wie in jedem Winter wieder den Lauenbrücker Kindergarten in der Meerforellenbrutanlage begrüßen. 24 Vorschulkinder der Gruppe "Schlaue Adler" mit ihren Betreuerinnen Andrea Holsten & Heike Metze konnten Meerforelleneier im Augenpunktstadium, frisch geschlüpfte Meerforellenbrütlinge, eine Schale voller Bachflohkrebse und anderer "Krabbeltiere" und natürlich unser altgedientes, aus dem Jahr 1987 stammendes Meerforellenpräparat in Augenschein nehmen.
Was viele Wasserbauer auch nach Jahren nicht kapieren, konnten wir den Kindern übrigens in 5 Minuten erklären: Nämlich die Nahrungskette von Erlen & Erlenblätter > Bachflohkrebse > kleine Fische > große Fische & andere Fischkonsumenten !
Die "Schlauen Adler "des Kindergarten Löwenburg an der Meerforellen-Brutanlage
Nachtrag: Die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung berichteten über die Veranstaltung.
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18.2.2010: Illegale Gülleausbringung. Mangels ausreichender Lagerkapazitäten wird seit einigen Tagen auf diversen Ackerflächen illegaler Weise Gülle ausgefahren. Spätestens wenn der Schnee taut, fließt die ganze Brühe fast ohne Bodenkontakt in den nächsten Vorfluter oder Graben und führt dort ggf. zu einer strafrechtlich relevanten Gewässerverschmutzung. Dass die Gülle teilweise bis an die Böschungskante des Grabens aufgetragen wurde und bei Tauwetter unmittelbar ins Gewässer fließen wird, schien den Verursacher nicht weiter zu interessieren (siehe Fotos).
Offensichtlich scheint es trotz eindeutiger gesetzlicher Bestimmungen in der Praxis keine abschreckenden behördlichen Sanktionen für solches Tun zu geben. Was hat das eigentlich mit ordnungsgemäßer Landwirtschaft zu tun .. .?!
Auf jeden Fall ist die gewässergefährdende Ausbringung von Gülle "auf nicht aufnahmefähigen Böden" bußgeldbewehrt sowie CrossCompliance-relevant und kann zur Kürzung der Agrar-Direktzahlungen an den Verursacher führen.
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12.2.2010: Notzeit für Wildtiere jetzt auch amtlich. Während die Lebewesen in unseren grundwasserbeeinflussten und deshalb winterwarmen Fließgewässern mit der Winterwitterung kaum Probleme haben, leiden andere Wildtiere Not. Der seit Dezember anhaltene Frost und die hohe Schneelage macht die Nahrungsaufnahme für Wildtiere zunehmend schwieriger.
Der Kreisjägermeister des Landkreises Rotenburg hat deshalb offiziell die Notzeit gem. § 32 NJagdG ausgerufen und z. B. die Ausübung der Jagd bis auf Weiteres untersagt. Näheres auf der Homepage der Kreisjägerschaft Rotenburg.
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11.2.2010: Neue Kleingewässer an der Veerse. Der Nabu Rotenburg und die Jagdpächter Westervesede haben in Zusammenarbeit mit uns heute eine Reihe naturnaher Kleingewässer an der Veerse in Westervesede neu angelegt. Insgesamt 5 Teiche auf Naturschutzflächen des Landes Niedersachsen bieten zukünftig neuen Lebensraum für Amphibien, Libellen, Eisvogel und bedrohte Kleinfischarten, wie z. B. den Bitterling.
Mit einem Kettenbagger wurden die naturnahen Kleingewässer an der Veerse von Uwe Ehlbeck (Borchel) zügig und gleichzeitig schonend hergestellt.
Detailzeichnung (Aufsicht und Querschnitt) von einem der 5 neuen Kleingewässer
Die Renaturierungsmaßnahme wurde finanziert aus Mitteln des NLWKN Lüneburg und dient insbesondere den Entwicklungszielen des FFH-Gebietes Wümmeniederung / Teilgebiet Veerseniederung / Hemslinger Moor.
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6.2.2010: Forderung nach Umbau des Wümmewehrs in Hellwege. Dirk Benjes, Vorsitzender des Angelverein Hellwege, hat nun erneut auf die Dringlichkeit hingewiesen, das Wümmewehr (Scheuse IV) in Hellwege ökologisch durchgängig zu gestalten. Seit der Landkreis 1997 das abgängige Wehr IV in Hellwege unter Missachtung gültiger Rechtsvorschriften ohne Fischaufstieg saniert hat, kämpft Benjes dafür, dass die alte Stauanlage endlich für alle Flussbewohner passierbar wird. Der in Kürze geplante Umbau der benachbarten Schleuse V zur Sohlgleite hat nach Benjes keine hohe Priorität, da das marode Bauwerk genügend Schlupflöcher für aufwärts wandernde Fische bietet.
D. Benjes an der Schleuse IV
Eigener Entwurf; Kartengrundlage: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Karte_W%C3%BCmme.png
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3.2.2010: Otter-Spuren im Schnee. Wer in diesen Tagen mit offenen Augen an Wümme, Veerse & Fintau entlangwandert, trifft immer wieder auf frische Trittsiegel im Schnee. Inzwischen ist es keine Seltenheit mehr, hier auch frische Fischotterspuren zu finden. Der Otter pendelt auf seinen nächtlichen Streifzügen ständig zwischen Bach und Ufer und hinterlässt dabei mehr oder weniger deutliche Trittsiegel.
Frische Trittsiegel des Otters im Schnee
Auch kleine Kothaufen des Fischjägers findet man gelegentlich. Der fischige Geruch und die zahlreichen Gräten- und Schuppenreste sind unverkennbare Merkmale der Otterlosung.
Otterlosung noch komplett (oben) und ihre Bestandteile (Fischgräten und -schuppen) - etwa 2fache Vergrößerung
Fester Otterlebensraum an der Veerse = viel Ruhe, ein relativ strukturreicher Bachlauf und ausreichend Fisch
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1.2.2010: Winterwetter hält weiter an. Mit immer neuen Schneefällen hält uns der Winter weiter fest im Griff. Was dem Fotografen schöne Motive liefert, ist für viele Wildtiere, die auf offene Wasserflächen angewiesen sind, auf die Dauer lebensbedrohlich.
Schneelandschaft am Lünzener Bruchbach bei Westervesede
Einem jungen Haubentaucher ist das strenge Frostwetter offenbar nun zum Verhängnis geworden. Das Tier hatte auf der Suche nach einem eisfreien Gewässer eine vereiste Fahrbahn bei Helvesiek wohl mit einem Teich verwechselt und wurde entkräftet aufgegriffen. Nach positivem tierärztlichem Befund und einer Aufpäppelung mit frischem Fisch haben wir den Vogel auf den nahrungsreichen und noch eisfreien Ziegeleiteichen in Lauenbrück wieder ausgesetzt.
Doch leider war der Haubentaucher offenbar schon so geschwächt, dass er einen Tag später nur noch tot aufgefunden werden konnte.
Der junge Haubentaucher, den wir auf den Ziegeleiteichen ausgesetzt haben, starb leider einen Tag später, vermutlich an Entkräftung.
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28.1.2010: Rückfall in die Steinzeit des Wasserrechts. Niedersachsen verteidigt weiter seinen Spitzenplatz im Abbau von Naturschutz- und Umweltstandards: Sehr zur Freude der Intensiv- Landwirtschaft kippt Niedersachsen die neue Bestimmung des Bundes im Wasserhaushaltsgesetz, wonach an Gewässern 3. Ordnung (viele kleinere Bäche und fast alle Gräben) zukünftig eigentlich ein Gewässerrandstreifen eingehalten werden muss.
Nach dem neuen Niedersächsischen Wassergesetz ist an Gewässern 3. Ordnung, die 80 % aller Fließgewässerstrecken ausmachen, aber weiterhin die Intensivbeackerung bis an die Gewässerkante erlaubt. Nährstoffe, Pestizide, Sand und Humus können auch weiterhin nahezu ungefiltert in die Gräben und kleinen Bäche fließen. Dass mit einer derartigen Politik die Vorgaben der EU-Wasserrahmen-richtlinie nicht erreicht werden können, ist völlig klar. Die Landesregierung hält die Schutzstreifen aber dennoch für überflüssig, "weil Spezialgesetze im Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht schon alles regeln".
Wie gut das bei uns in vielen Fällen geregelt ist, zeigen die folgenden Fotos:
Siloplatte mit direktem Abluss in den Bach Erosionsrinnen tragen hier Unmengen an Sand & Dünger ein
Von Randstreifen keine Spur - Boden wird erodiert, Gülle und Kunstdünger haben hier freie Bahn
Kein Einzelfall: Der Pflug greift bis in die Uferböschung und schafft unzählige Eintragsrinnen für Schadstoffe & Sand
Lebensraumzerstörung: Erst harter Grabenausbau, dann Dränung / Die letzte Maisreihe fält hier fast in den Bach
Das Ergebnis fehlender Randstreifen: Ein von übermäßigen Nährstoffeinträgen zerstörter Lebensraum, aber nicht so schlimm, denn in NIedersachsen ist ja "alles schon geregelt" ......
Siehe auch Bericht in der Zevener Zeitung 28.1.2010
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27.1.2010: Die ersten Meerforellenbrütlinge schlüpfen. In unserer Brutanlage in Lauenbrück schlüpfen in diesen Tagen die ersten Meerforellenbrütlinge. Insgesamt haben wir in dieser Saison rund 85.000 Eier auflegen können, was im Vergleich zu den Vorjahren ein eher bescheidenes Ergebnis ist. Ende Februar bis Anfang April haben die kleinen Fische ihren Dottersack aufgebraucht und werden dann großflächig verteilt in unseren Bächen ausgesetzt.
Frisch geschlüpfte Meerforelle aus unserer Brutanlage
Eisvögel in großer Not. Der seit fast fünf Wochen anhaltende Frost mit aktuellen Temperaturen von bis zu -15°C macht den Eisvögeln große Schwierigkeiten. Da viele Teiche und zunehmend auch die Bäche zufrieren und die Fische immer schwerer zu erbeuten sind, droht den Vögeln der Hungertod. Wie im Winter 2008-2009 rechnen Fachleute auch dieses Jahr mit hohen Populationsverlusten.
Dank des Fischreichtums unserer Bäche stehen die Chancen aber gut, dass die Eisvögel in der nächsten Brutsaison die Winterverluste schnell wieder ausgleichen - siehe auch Eisvogelprojekt des NABU Rotenburg.
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25.1.2010: AFGN-Tagung am 27.2.2010 in Wildeshausen. Die nächste Tagung der Arbeitsgemeinschaft Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) findet am 27.2.2010 in Wildeshausen statt. Die Einladung und das interessante Programm finden Sie hier.
Eine weitere interessante Tagung des Vereins Mitteldeutscher Wanderfisch e. V. findet am 25.2.2010 in Grimma statt. Das Programm des 4. Wanderfisch-Symposiums finden Sie hier.
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21.1.2010: Wieviele Biogasanlagen vertragen wir noch ? Diese Frage stellt jetzt der NABU Rotenburg und reagiert damit auf die Vorwürfe des Landvolk-Vizepräsidenten Heinz Korte, der das 10-Punkte-Papier des NABU heftig kritisiert hatte und sich in seiner "unternehmerischen Freiheit" eingeengt fühlt.
Jürgen Hicke vom NABU Rotenburg meint zurecht: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Das ist übrigens nicht meine Idee und keine Forderung weltfremder Naturschützer, sondern steht wörtlich im Artikel 14 des Grundgesetzes. Dieser Grundsatz müsse auch für die Gestaltung unserer Landschaft gelten. “Es ist zwar in unserer heutigen Zeit nicht mehr modern, an das Grundgesetz zu erinnern, doch auch die Artenvielfalt ist ein Gut der Allgemeinheit”, ergänzt die zweite NABU-Vorsitzende, Sarina Pils. “Die Artenvielfalt in unserer Landschaft leidet nachweislich dramatisch unter der Mais-Monokultur”. Siehe auch Homepage des NABU-Rotenburg
Dass beim Maisanbau die Grenze des Zumutbaren schon längst überschritten ist, lässt sich jederzeit bei einem Spaziergang in unserer Landschaft erleben. Für unsere Bäche bringt die Ausweitung des Maisanbaus eine dramatisch zunehmende Übersandung der Gewässersohlen, die alle empfindlichen Fischarten in ihrem Bestand bedroht !
Maisanbau im Überschwemmungsgebiet = Gülle, Humus & Sand ab in den Bach !
Optimierung für den Maisanbau = Graben genehmigungsfrei ausbauen und ausbaggern, alle Bäume und Hecken raus, Dränagen ziehen und wie hier jahrelang ohne Fruchtfolge Mais anbauen. Ist das "gute fachliche Praxis"?
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17.1.2010: Neue Internetseiten von Ludwig Tent. Die bisherige Internetseite von Ludwig Tent zu "Lebendigen Bächen und Flüssen" ist seit Anfang des Jahres unter salmonidenfreund.de erreichbar.
Interessant, kurzweilig und immer aktuell ist auch sein Blog osmerus. Ein Besuch lohnt sich !






