Aktuelles & Interessantes                               Aktuelles von 2008-2009 finden Sie hier.

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30.8.2010: Weiteres Fischotter-Video. Obwohl in den letzten Monaten vier Fischotter allein an der Wümme und oberen Oste dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen sind, gibt es offensichtlich immer noch Exemplare dieser bedrohten Art bei uns: Überall an der Wümme und Veerse findet man Trittsiegel des nachtaktiven Jägers, der sich an unseren Bächen scheinbar wieder sehr wohl fühlt.

Dass das nicht immer so war, zeigt ein Rückblick in die Geschichte des Fischotters im Landkreis Rotenburg, die von erbarmungsloser, exzessiver Verfolgung geprägt war.

Den neuesten Fischotternachweis konnten wir jetzt mit einem weiteren Videofilm erbringen, viel Spaß beim Ansehen !

  Zurück im oberen Wümmegebiet: Der Fischotter, den wir erneut auf Video dokumentieren konnten.

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29.8.2010:  Go-fair-fishing-Projekt. Ein beispielhaftes Projekt wurde kürzlich von Thomas Biel und anderen Meerforellenanglern aus Schleswig-Holstein ins Leben gerufen:

"Go-Fair-Fishing ist eine Initiative, die von Sportfischern für Sportfischer speziell diejenigen, die Ihren Sport and der Küste ausüben, gegründet wurde.

-->Go-Fair-Fishing wurde als Initiative zum Schutz, zur Förderung und Vermehrung von Meerforellen und Lachsen ins Leben gerufen. GFF tritt für einen fairen Umgang mit der Kreatur Fisch ein und versucht auf diesem Wege den Erhalt der verschiedenen Arten zu wahren und Bestände zu fördern. GFF ist bestrebt, Anglern das Fairplay an der Küste, an Seen und am Fluß, nahezubringen."

Mehr Infos finden Sie auch der Homepage von go-fair-fishing.

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27.8.2010: "Gegensätze zwischen dem Ausbau kleiner Gewässer und der Fischerei"              In einem Artikel von Oberfischmeister Friedrich Schiemenz aus der Fischereizeitung vom 9.1.1938 findet man bereits eine klare Analyse, wie durch naturfernen Gewässerausbau die Fischfauna unserer Bäche leidet . Ein für die Zeit der Blut- und Bodenideologie erstaunlich kritischer Artikel, dessen Aussagen immer noch Gültigkeit haben. Den ganzen Artikel finden Sie hier. (ca. 4,6 MB)

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Fachtagung Fischaufstiegsanlagen. Am 23. September 2010 findet in Hamburg eine Fachtagung zur Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit mit Hilfe von Fischstiegsanlagen statt.

Das Programm der Fachtagung am 23.9.2010 finden Sie hier.                                                        Weitere Infos zur Tagung finden Sie hier.

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16.8.2010: Planungen zur Fintau-Renaturierung 2011 laufen an. Auf unseren Vorschlag hin werden auch an der Fintau bei Lauenbrück in 2011 weitere Renaturierungsmaßnahmen umgesetzt.  Zum einen soll der nach dem Fintauausbau in den 1950er Jahren errichtete Sohlabsturz zwischen Lauenbrück und Vahlde in eine ca. 100 m lange, naturnahe Sohlgleite umgebaut werden. Dadurch wird die ökologische Durchgängigkeit  v.a. bei niedrigen Wasserständen wesentlich verbessert, zum anderen entsteht hier der größte Kieslaichplatz im gesamten Flußsystem von Fintau und Ruschwede.

  Dieser hohe Sohlabsturz in der Fintau bei Lauenbrück wird 2011 in eine lange Sohlgleite mit vielen Laichplätzen für Meerforelle, Mühlkoppe Flußneunauge u.v.m. umgebaut werden.

Auch im Ortsbereich von Lauenbrück (Brücke Tennisplätze) sollen 2011 duch Einbau von Strömungslenkern & Kiesbetten weitere Schritte in Richtung einer naturnahen Entwicklung der Fintau gemacht werden. Mit der Vermessung der Renaturierungsabschnitte durch das Ing.-Büro Heuer-Jungemann (Uelzen) wurden letzte Woche die ersten Planungsschritte eingeleitet.

Träger dieser Maßnahmen ist der Unterhaltungsverband Obere Wümme. Finanziert werden diese Maßnahmen aus Mitteln der EG-Wasserrahmenrichtlinie (Land Niedersachsen / NLWKN Verden) und aus Ausgleichsgeldern des Landkreises Rotenburg (Wümme).

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15.8.2010: "Schutz vor den Fintau-Fluten". Der Hochwasserschutzdamm an der Fintau zwischen Lauenbrück und Vahlde ist kürzlich offiziell eingeweiht worden (vgl. Aktuelles vom 7.6 und 19.5.2010)Die Rotenburger Rundschau berichtete in ihrer letzten Ausgabe, den Artikel finden Sie hier.

  Ausgleich für den Hochwasserschutzdamm: Anlage von Kieslaichplätzen an der Fintau

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9.8.2010: Neue Kormoranverordnung in Kraft getreten. Am 30. Juni ist in Niedersachsen eine neue Kormoranverordnung in Kraft getreten, die die bisherige, zuletzt 2007 geänderte ersetzt.

Neu ist die Ausweitung der Jagdzeit, nach der Kormorane jetzt vom 1. August bis 31. März von Befugten (i.d.R. Jäger sowie Teichwirte mit waffenrechtlicher Voraussetzung) geschossen werden dürfen. Eine Jagd auf Kormorane in FFH-Gebieten, die große Teile der Wümme- und Veerseniederung bedecken, ist allerdings nicht zulässig, obwohl gerade hier lokal die größten Beeinträchtigungen stark gefährdeter Fischarten stattfinden.

So ist z. B. in der Veerse und der Ruschwede durch die Dauerpräsenz des Kormorans im letzten Winter stellenweise ein katastrophaler Rückgang des Meerforellenbestandes festzustellen (vgl. Aktuelles vom 2.7.2010 - Kormorane gefährden Meerforellenbestand).

Den gesamten Text der Kormoranverordnung 2010 finden Sie hier.

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30.7.2010: Meerneunaugen-Berichte von der Wümme. Auf ein erstaunlich großes überregionales Medieninteresse sind die Laichaktivitäten der Meerneunaugen in der Wümme gestossen (vgl. Aktuelles vom 16.6.2010). Der Weserkurier berichtete kürzlich in einem großen Bericht über die Fortpflanzung der Tiere in der Wümme. Auch ein Fernsehteam des NDR war in Fischerhude vor Ort und produzierte eine sehenswerte Kurzreportage.

  Den ganzen Bericht des Weserkurier vom 22.7.2010 finden Sie hier.

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13.7.2010: Rekordhitze lässt Pegelstände rapide sinken. Die seit Tagen anhaltenden tropischen Temperaturen von bis zu 38 °C und ausbleibende Niederschläge sind auch in unseren Bächen und Flüssen deutlich zu spüren. In der Wümme nähern sich die Wasserstände zunehmend dem 10-Jahrestiefstand.

Die tiefen Wasserstände offenbaren aber auch vieles, was sonst kaum zu erkennen ist. So kann man an der Wümme-Schleuse 4 in Hellwege erkennen, weshalb hier bei niedrigen Wasserständen Fischwanderungen nicht möglich sind. Eine meterlange Betonrampe unter dem Wehr lässt alle Sprungversuche der Fische scheitern. Erst bei Hochwasser haben sprungstarke Fische wie die Meerforellen, wieder genug Wasser unter dem Kiel, um das Hindernis zeitweise zu passieren.

  Schleuse 4 in der Wümme bei Hellwege - Dank langer Betonrampe und hoher Wehrfelder im Sommer ein unüberwindbars Hindernis für alle Wanderfische.

Für die im Sommer laichenden Meerneunaugen bedeutet diese Konstruktion, dass alle Laichwanderungen ins obere Wümmegebiet mit seinen zahlreichen hervorragenden Kieslaichplätzen komplett verhindert werden. Die Schleuse 4 wurde übrigens im Jahre 1997 völlig neu errichtet und unter skandalöser Missachtung von Wassergesetz & Fischereigesetz  ohne funktionsfähigen Fischpass versehen ....

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2.7.2010: Meerforellen-Reproduktion in der Ruschwede erfolgreich. In der Praxis konnten wir zum wiederholten Male bestätigen, was selbst von Experten immer wieder angezweifelt wurde: Bei Kontrollbefischungen in der Ruschwede bei Fintel und Haswede konnten wir diese Woche im Bereich neu angelegter Kiesbetten abermals eine erfolgreiche natürliche Meerforellenreproduktion in erheblicher Menge nachweisen. Die zahlreichen kleinen Meerforellen, die uns ins Keschernetz gingen, kamen tatsächlich in der Ruschwede zur Welt, denn großräumig wurden hier keine Meerforellen aus unserer Brutanlage besetzt.

   Ergebnis eines Kescherzuges: 5 kleine Meerforellen             Elektro-Fischen im Optimalhabitat kleiner Meerforellen

Die inzwischen 4-6 cm langen Jungfische sind nach der Eiablage (November-Dezember) hier von Februar bis April aus dem Kieslückensystem geschlüpft und finden stellenweise prächtige Lebensbedingungen. In Optimalhabitaten (flach überströmte Kiesrauschen) der Ruschwede tummeln sich 5-10 kleine Meerforellen-Sömmerlinge auf einem m².

Das alles zeigt, dass wir mit der Strategie der ständigen Lebensraumverbesserung und Kiesanreicherung unserer Bäche auf dem richtigen Weg sind und mittelfristig hoffentlich ganz auf den bestandsstützenden Besatz verzichten können.

Kormoran gefährdet Meerforellenbestand

Was die Befischungen allerdings auch zu Tage brachten, macht uns große Sorgen: Auf langen Strecken der Ruschwede und Veerse müssen wir im Gegensatz zu früheren Jahren einen katastrophalen Rückgang älterer Jahrgänge von Meer- und Bachforellen, aber auch von Koppen, Aalen und Häslingen feststellen.

So ist z. B. in einer 200 m langen Refererenzstrecke der Veerse der Forellenbestand von 47 Individuen (2009) auf 1 Individuum (2010) zurückgegangen. Ursache: Die Raubzüge des Kormorans, bekanntlich Vogel des Jahres, der im vergangenen Winter in großen Gruppen und über einen großen Zeitraum die Wümme, Veerse, Fintau und Ruschwede intensiv heimgesucht hat.   Näheres hierzu in Kürze ....

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30.6.2010: "Die Rückkehr der grauen Riesen". In Anwesenheit vieler Vertreter von Presse, Funk und Fernsehen, Kommunalpolitik und Sportfischerei ist am Sonnabend erstmals der Oberlauf der Oste mit jungen Stören besetzt worden. Bei Offensen (Samtgemeinde Zeven) startete damit die zweite Etappe des Versuchs, den in Deutschland ausgestorbenen Kaviarfisch im längsten Nebenfluss der Niederelbe wieder heimisch zu machen.

    Dirk Glaß (ASV Zeven) und Jörg Gessner (IGB) beim erstmaligen Störbesatz in der oberen Oste

Nachdem bereits im April vorigen Jahres 55 Jungstöre versuchsweise im Unterlauf der Oste bei Bremervörde ausgesetzt worden waren, sei nun ein "neuer Meilenstein für den Artenschutz" gesetzt worden, urteilt die Arbeitsgemeinschaft Wanderfische Oste, zu der sich Sportfischervereine und die AG Osteland zusammengeschlossen haben.

Weitere Infos zur Wiederansiedlung des Störs in der Oste finden Sie unter niederelbe.de und in der Präsentation Stör-Versuchsbesatz in der Oste .

Auch eine Ausstellung berichtet nun vom Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in der Oste. Neben 16 großen Info-Tafeln mit mehr als 60 teils seltenen Fotos werden die Exponate in der "FährStuv" am Ostener Fährplatz (Fährstraße 1, 21756 Osten) zu sehen sein. Die Ausstellung trägt den Titel "Die Rückkehr des grauen Riesen - Der Stör: Ausrottung und Rettungsversuche" und ist bis zum 7. August täglich von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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30.6.2010: Nachtrag: Bericht in der AFZ-Fischwaid über den Gewinn des Umweltpreises 2009. Die AFZ-Fischwaid hat in ihrer letzten Ausgabe nachträglich vom Umweltpreis 2009 der Metropolregion Hamburg und der Aktion Fischotterschutz berichtet, wo wir mit unserem Meerforellenprojekt unter zahlreichen Teilnehmern den 2. Platz erzielen konnten. Den Bericht finden Sie hier.

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25.6.2010: Gewässerrenaturierung 2010-2013. Wie bereits hier berichtet (vgl. Aktuelles 19.4.2010 und 18.5.2010), stehen für Maßnahmen zur Gewässerrenaturierung im Einzugsgebiet der Wümme in den nächsten Jahren erhebliche Fördergelder des Nds. Umweltministeriums und des Landkreises Rotenburg (W.) bereit.

Welche Maßnahmen in die Förderkulisse mit aufgenommen wurden, können Sie auf der Karte `Maßnahmen 2010-2013`sehen, die uns das NLWKN Verden freundlicher Weise zur Verfügung gestellt hat.

  Maßnahmen zur Gewässerentwicklung im Einzugsgebiet der Wümme 2010-2013 (Quelle: NLWKN Verden;              mit Doppelklick auf die Karte kommen Sie zu einer hochaufgelösten Version; pdf-Datei, ca 750 kB)

Auf unseren Vorschlag hin werden 2011 auch zahlreiche Maßnahmen zur Revitalisierung und Verbesserung der ökologischen Durchgängigkeit an Veerse, Lünzener Bruchbach, Wümme, Fintau und Ahauser Bach durchgeführt.

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16.6.2010: Die ersten Meerneunaugen laichen in der unteren Wümme. In der unteren Wümme bei Fischerhude und Ottersberg laichen in diesen Tagen die ersten Meerneunaugen. Die von der Küste ins Süßwasser aufwandernden Rundmäuler suchen die kiesig-steinigen Sohlgleiten im Wümme-Nordarm/-Mittelarm zur Eiablage auf. Anders als die gruppenweise laichenden Flussneunaugen pflanzen sich die 70-100 cm langen Meerneunaugen in der Regel paarweise fort. Dazu hier ein kurzes Video mit laichenden Meerneunaugen aus der Wümme: http://www.youtube.com/watch?v=-1tW-3ptZhI

Dank der verbesserten ökologischen Durchgängigkeit und der Wiederherstellung zahlreicher Laichhabitate scheint sich die Population der stark gefährdeten Meerneunaugen in der Wümme in den letzten Jahren wieder zu erholen.

  Adultes Meerneunauge (Petromyzon marinus) aus der Wümme bei Fischerhude

    Meerneunauge in einer frisch geschlagenen Laichgrube (linkes Foto), die gut an den hellen, frisch umgedrehten Kieseln (Foto rechts) zu erkennen ist.

Zur Erfassung der Meerneunaugenbestände findet im Auftrag der LAVES / Dezernat Binnenfischerei, fischereikundlicher Dienst zur Zeit ein landesweites Meerneunaugen-Monitoring statt (vgl. Aktuelles vom 14.4.2010), bei dem auch die Bestände im Wümmegebiet erfasst werden. Das FFH-Gebiet Wümmeniederung hat eine besondere Bedeutung in der niedersächsischen Strategie zum Schutz der Meerneunaugenbestände.

   Gebiete mit Priorität für die Umsetzung von Schutzmaßnahmen für das Meerneunauge in Niedersachsen             (aus: Vollzugshinweise zum Schutz von Fischarten in Niedersachsen, Meerneunauge; LAVES 2010)

Hintergrund der aktuellen Untersuchungen: Die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU (FFH-Richtlinie) fordert u.a. die Sicherung und Entwicklung der Lebensräume und Populationen bestimmter Tierarten, zu denen auch die Neunaugen zählen. Die Monitoring dient vor allem dazu, Daten zur Größe und zum Erhaltungszustand der Meerneunaugenpopulation zu erlangen. Aus den Ergebnissen lassen sich ggf. Lebensraumdefizite (z. B. Mangel an Laichplätzen, Wanderhindernisse), aber auch mögliche Maßnahmen ableiten (z. B. Wiederherstellung von Laichplätzen, Anlage von Fischpässen).

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14.6.2010: GEO-Tag der Artenvielfalt in Westervesede.  Schüler der Eichenschule Scheeßel beteiligten sich auch dieses Jahr am GEO-Tag der Artenvielfalt. Ziel der Aktion am vergangenen Freitag: Innerhalb von 24 Stunden sollten Schulen und andere Gruppen sich intensiv mit dem Thema Artenvielfalt vor ihrer Tür befassen und möglichst viele Arten nachweisen.

Dieses Jahr war der Wahlpflichtkurs Naturwissenschaften (7./8. Klasse) zu Gast beim Angelverein Westervesede, wo unter Anleitung von Biologielehrer Hendrik Porthmann und Gewässerwart Ralf Gerken die Veerse und zwei naturnaheTeiche unter die Lupe genommen wurden.

   Schüler der Eichenschule Scheeßel auf "Artenvielfalt-Expedition" an der Veerse in Westervesede

Nach drei Stunden Keschern war die Liste der nachgewiesenen Arten beachtlich. Besondere Highlights für die Schüler: Teichmolche, Teichfrösche, Kaulquappen, Gelbrandkäferlarven, Wasserskorpione, ein Aal, Bachneunaugen, Mühlkoppen, Bachschmerlen, eine kleine Meerforelle sowie unzählige andere kleine Bach- und Teichbewohner (siehe auch folgende Fotos).

 

 

  Weitere Bilder auch auf der Homepage der Eichenschule:

http://www.eichenschule.de/133.html?&tx_jmgallery_pi1[albumUid]=151

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9.6.2010: Bericht zum Modellprojekt Wümme Phase II (2006-2007). Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Verden hat vor einiger Zeit bereits den Zwischenbericht zum Modellprojekt Wümme / Phase II (2006-2007) vorgelegt. Der Bericht zur Phase 3 (2008-2009) des Modellprojekts ist noch in Bearbeitung.

Als Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Bearbeitungsgebiet 24 - Wümme wurden und werden seit 2006 zahlreiche Anregungen und Maßnahmenvorschläge von uns vom NLWKN Verden angenommen und umgesetzt.

Viele der Modellprojekt-Maßnahmen dienen auch den Zielen unseres Projektes, wie z. B. die Planungen zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit an der Scheeßeler Mühle, deren Wehre das zentrale Wanderhindernis im gesamten Flußlauf der Wümme darstellen. Aber auch andere Maßnahmen, wie die Reaktivierung des Fintaualtarms in Lauenbrück oder die Herstellung von Kieslaichplätzen in Fintau, Ruschwede und Veerse, wurden mit Mitteln des Modellprojektes unterstützt.

  Ein Ergebnis des Modellprojekts: Erarbeitung einer Vorzugsvariante zur Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Wümme an der Scheeßeler Mühle. Die Studie vom Ing-Büro Heidt&Peters finden Sie hier.

 Den Bericht zur Phase II des Modellprojekts Wümme finden Sie hier (PDF ca. 7,3 MB).

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7.6.2010: Neue Kieslaichplätze in der Fintau. Als Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Hochwasserschutzdamm in Lauenbrück (vgl. Aktuelles vom 19.5.2010) wurden am letzten Freitag in der Fintau vier neue Kiesbetten hergestellt. Träger der Maßnahme ist die Gemeinde Lauenbrück, die Planung oblag dem NLWKN - Betriebsstelle Verden.

In Zusammenarbeit mit unserem ASV "Forelle" Lauenbrück legte die Baufirma Otto Schröder aus Schneverdingen vier große Laichplätze für Meerforellen und andere Kieslaicher fachmännisch an. Außerdem wurden an mehreren gehölzfreien Strecken Uferabflachungen vorgenommen, die eine eigendynamische Entwicklung von Schwarzerlensäumen ermöglichen sollen. 

  Anlage eines Kieslaichplatzes am Hochwasserschutzdamm bei Lauenbück (Foto: J. Engelken)

  Anlage eines Kieslaichplatzes am Hochwasserschutzdamm bei Lauenbück (Foto: J. Engelken)

  Zwei weitere, neu angelegte Kiesbetten in der Fintau zwischen Lauenbrück und Vahlde (Foto: J. Engelken)

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4.6.2010: Elritzen in großen Schwärmen ! Die Revitalisierungsmaßnahmen der Stiftung Naturschutz im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede zeigen deutliche Erfolge für die stark gefährdete Elritze: Während hier früher nur einzelne Mohikaner ihr Dasein in einer ausgeräumten, monotonen Sandpiste fristeten, sind nach der Wiederherstellung von Kieslaichplätzen und Reduzierung der Gewässerunterhaltung gegenwärtig wieder große Schwärme von Jung-Elritzen zu beobachten.      Toller Erfolg für den Artenschutz bei äußerst geringen Renaturierungskosten !

   Erfolg der Revitalisierungsmaßnahmen: Große Elritzenschwärme und laichende Bachneunaugen im Lünzener Bachbach bei Ostervesede

Ein Video der Elritzen im Lünzener Bruchbach finden Sie hier:                    http://www.youtube.com/watch?v=bD4_Is6LLms

 Auch Bachneunaugen laichen hier zur Zeit; hier das Video.

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31.5.2010: "Landwirte brechen weiterhin Grünland um". So titelt die Rotenburger Rundschau  in Ihrer aktuellen Ausgabe und bezieht sich dabei auf Aussagen des NABU-Biogas-Experten Uwe Baumert. Baumert verweist auf zahlreiche Fälle, in denen trotz des seit Oktober 2009 geltenden Verbots, weiterhin Grünland zu Ackerland umgebrochen wird: "Der Grünlandumbruch geht ungebremst weiter. ... Unbelehrbare gefährden mit Ihrem Rowdytum nicht nur die Artenvielfalt und den gesamten Naturhaushalt, sondern auch das Ansehen eines gesamten Berufsstandes!"

  Den ganzen Artikel finden Sie hier.

Wie hier bereits mehrfach aufgeführt, ist der massenhafte und auf weiten Strecken unserer Bachufer illegale Grünlandumbruch eine der größten Gefahrenquellen für unsere Fließgewässer: Bodenerosion, Nährstoff- und Pestizideinträge, Sandfracht und vielfach auch die Unterhaltungsintensität der angrenzenden Vorfluter steigen nach Grünlandumbruch in zahlreichen Fällen enorm an. Das alles hat zum Teil katastrophale Folgen für die Fischfauna dieser Gewässer.

Das zwingend von den Aufsichtsbehörden zu überwachende "Verschlechterungsverbot" der Wasserrahmenrichtlinie ist nach unseren Erfahrungen i.d.R. leider nur eine Papierfloskel ......

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19.5.2010: Hochwasserschutzdamm an der Fintau fertiggestellt. Der Hochwasserschutzdamm an der Fintau in Lauenbrück ist nun weitgehend fertiggestellt. Nach den Planungen soll das Bauwerk durch Wasserrückhaltung die Ortschaft Lauenbrück zukünftig vor starken Hochwässern, wie z. B. 2002 und 2008, schützen. Was bleibt, sind enorme Kosten und ein massiver Eingriff in das zuvor weitgehend ungestörte Landschaftsbild im Talraum der Fintau.

  Das Schleusenbauwerk des Hochwasserschutzdamms an der Fintau

   Der Erdwall des Hochwasserschutzdamms quert den Talraum der Fintau auf einer Länge von etwa 500 m.

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18.5.2010: Presseberichte über geplante Renaturierungsmaßnahmen. Die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung haben in diesen Tagen von den geplanten Renaturierungsmaßnahmen im oberen Wümmegebiet berichtet (vgl. Aktuelles vom 19.4.2010).

Hier finden Sie die Artikel in der Rotenburger Rundschau vom 16.5.2010 und der Rotenburger Kreiszeitung vom 17.5.2010.

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7.5.2010: Massenhaft Wollhandkrabben in der Wümme. Am Wümmewehr in Hellwege ist zur Zeit offen zu sehen, was Aalangler dort seit langem wissen: Unzählige Wollhandkrabben bevölkern inzwischen den Fluss und umgehen das Wehr zum Teil auch über Land. Da die Krabben schnell den ausgelegten Wurmköder finden, wird das nächtliche Aalangeln v.a. im Unterlauf der Wümme zeitweise zu einer echten Geduldsprobe....

  Die Chinesische Wollhandkrabbe - lästiger Einwanderer auch im Wümmegebiet

Der aus China eingeschleppte und seit 1911 in der Unterweser nachgewiesene Exot besetzt in unseren Fließgewässern offensichtlich eine freie ökologische Nische und breitet sich scheinbar konkurrenzlos aus. Die Wollhandkrabbe wandert immer weiter in den Oberlauf der Wümme vor und ist nach unserem Wissen inzwischen bis nach Scheeßel vorgedrungen.

Alle Versuche, die Wollhandkrabbenplage in den Griff zu bekommen scheiterten bisher. Der Sportfischerverein Bremen berichtet, dass während der Hauptwanderung am Weserwehr früher ein organisierter Krabbenfang vorgenommen wurde. Im Januar/Februar 1936 wurden z. B. 608 kg, entsprechen 144.704 Stück, entnommen und vernichtet. Im März 1944 wurden dort sogar 1.133 kg Wollhandkrabben gefangen und vernichtet. Mehr zur Wollhandkrabbe auch bei Wikipedia.

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5.5.2010: Ausflugstipp Ahauser Bach. Einen besonders schönen Anblick bietet zur Zeit der Ahauser Bach an der Ahauser Mühle. Der naturnahe Abschnitt des Gewässers fließt hier teilweise durch einen alten Buchenwald, der gerade mit frischem Grün austreibt. 

 

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19.4.2010: Gewässerrenaturierungs-Maßnahmen für 2010-2011 werden geplant. Unser stetiger Kontakt und Austausch mit den anderen Gewässerakteuren im Wümmegebiet bringt unseren Bächen bis 2011 eine Reihe von umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen ein.

Auf einer Bereisung stellten wir vor einigen Tagen Vertretern des Unterhaltungsverbands Obere Wümme, des NLWKN Verden, der Wasser- und Naturschutzbehörde und der Stiftung Naturschutz des Landkreises Rotenburg sowie dem Kreisnaturschutzbeauftragten die bereits umgesetzten und die von uns vorgeschlagenen Renaturierungsmaßnahmen vor.

Die von uns umgesetzten Maßnahmen fanden auf der Bereisung Lob und breite Zustimmung und öffnen uns so den Zugang zu weiteren umfangreichen Fördergeldern.

  Gemeinsame Planung und Umsetzung von Gewässerrenaturierungsmaßnahmen bis 2011:                                              D. Coldewey (NLWKN Verden), R. Trau,  G. Twiefel (UHV Obere Wümme), W. Burkhardt (Kreisnaturschutzbeauftragter), S. Vogt (Naturschutzbehörde), R. Gerken (ASV Forelle), L. Brammer (Wasserbehörde), H. Vullmer (Stiftung Naturschutz), J. Cassier (Naturschutzbehörde), F. Otto-Knapp (UHV Obere Wümme),                      nicht im Bild, da Fotograf: J. Engelken sowie Anja Schulenberg (ASV Forelle)

Auf unseren Vorschlag und unter Trägerschaft des Unterhaltungsverbandes Obere Wümme werden bis 2011 im oberen Wümmegebiet vsl. folgende Maßnahmen umgesetzt:

► Anlage von zahlreichen Kiesbetten und Strömungslenkern in der Veerse bei Westervesede

► Anlage von naturnah gestalteten Sohlgleiten an etwa 10 alten Kulturwehren / Sohlrampen im Lünzener Bruchbach bei Westervesede

► Anlage von Strömungslenkern / Förderung von Erlensäumen im Lünzener Bruchbach bei   Ostervesede (Flächen der Stiftung Naturschutz)

► Anlage einer großen naturnahen Kiesrausche in der Wümme bei Lauenbrück

► Anlage einer großen Sohlgleite am Pfeifenbring`schen Sohlabsturz in der Fintau bei Lauenbrück

► Anlage von Kiesbetten und Strömungslenkern in der Fintau bei Lauenbrück

►  Weiterentwicklung der Machbarkeitsstudie zur Herstellung eines Fischpasses an der Wümme / Scheeßeler Mühle. Diese von einem Ing.-Büro zu bearbeitende Studie soll wesentliche Grundlage für die im nächsten Schritt folgende Genehmigungsplanung sein.

Unser Dank gilt allen bisher an der Planung Beteilgten, insb. dem NLWKN Verden für die wohlwollende Aufnahme der Förderanträge, dem Unterhaltungsverband für die Übernahme der Trägerschaft sowie dem Landkreis Rotenburg für die Sicherstellung der Kofinanzierung.

Auch an der mittleren und unteren Wümme werden kurzfristig weitere Maßnahmen umgesetzt, so z. B. der Umbau der Wehre am Wümme-Südarm bei Fischerhude und von zwei weiteren Wümme-Wehren bei Hellwege und Ahausen zu Sohlgleiten oder die Anlage von zahlreichen Kiesrauschen im Ahauser Bach sowei im Trochelbach und Bruchwiesenbach. Über den Fortgang der Planungen berichten wir natürlich laufend.

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14.4.2010: Neunaugenmonitoring in Niedersachsen 2010. Im Auftrag des niedersächsischen Dezernates Binnenfischerei / fischereikundlicher Dienst der LAVES werden zur Zeit landesweit Laichplätze von Flussneunaugen und Meerneunaugen kartiert. Auch im Wümmegebiet werden die kiesig-steinigen Laichplätze der sog. andromen Neunaugen und die Zahl der dort laichenden Tiere erfasst.

Hintergrund der Untersuchungen: Die Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der EU (FFH-Richtlinie) fordert u.a. die Sicherung und Entwicklung der Lebensräume und Populationen bestimmter Tierarten, zu denen auch die Neunaugen zählen. Die aktuellen Untersuchungen dienen vor allem dazu, Daten zur Größe und zum Erhaltungszustand der Flussneunaugenpopulation zu erlangen. Aus den Ergebnissen lassen sich ggf. Lebensraumdefizite (z. B. Mangel an Laichplätzen, Wanderhindernisse), aber auch mögliche Maßnahmen ableiten (z. B. Wiederherstellung von Laichplätzen, Anlage von Fischpässen).

 Karte: LAVES 2010

Das FFH-Gebiet Wümmeniederung ist ein Gebiet mit "besonderer Bedeutung" als Flussneunaugen-lebensraum. Außerdem hat die Wümme in Niedersachsen "höchste Priorität" für die Umsetzung von Maßnahmen zur Sicherung und Entwicklung der Flussneunaugenpopulation.

Hier finden Sie weitere Infos zur Strategie zum Schutz und zur Erhaltung der Flussneunaugenbestände in NIedersachsen.

Ansprechpartner für die Umsetzung der FFH-Richtlinie für die Fischfauna in Niedersachsen ist übrigens: Christian Edler (LAVES, Dez. Binnenfischerei) Tel. 0511 - 120 - 8902 email:     christian.edler@laves.niedersachsen.de

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13.4.2010: Flussneunaugen beim Laichgeschäft. Etwas früher als in anderen Jahren fangen die stark gefährdeten Flussneunaugen in diesen Tagen mit ihrem Laichgeschäft an. In der Veerse bei Westervesede sind zur Zeit sehr viele der etwa 30-45 langen Rundmäuler damit beschäftigt, für Nachwuchs zu sorgen.

   Laichende Flussneunaugen in großer Zahl - Ein Erfolg unserer Renaturierungsmaßnahmen in der Veerse !

Vor allem auf den 2009 wieder hergerichteten Kieslaichplätzen bei Westervesede kann man die Flussneunaugen im flachen, klaren Wasser bei der Eiablage beobachten. Dort ist durch den Einbau der Kiesrauschen der am stärksten frequentierte Flussneunaugenlaichplatz im oberen Wümmegebiet entstanden. Das ist umso bemerkenswerter, als dass vorher in der Veerse nur vereinzelt Flussneunaugen beim Laichen zu beobachten waren. Auf den Kiesbetten in der Veerse laichen übrigens zur Zeit auch Hunderte der ebenfalls stark gefährdeten Bachneunaugen.

Ein toller Erfolg für unsere vom NLWKN Verden und der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Rotenburg finanzierten Renaturierungsmaßnahmen !

Ein kurzes Video der laichenden Flussneunaugen in der Veerse finden Sie hier.

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12.4.2010: Meerforellenbesatz. Der Besatz mit Meerforellenbrütlingen aus unserer Brutanlage steht kurz vor dem Abschluss. In den nächsten 2 Wochen werden die restlichen 30.000 Brütlinge gut verteilt in der Fintau, Veerse und Ruschwede besetzt.

Nach den durchwachsenen Ergebnissen dieser Saison mit nur 85.000 Meerforellen-Eiern (vgl. Aktuelles vom 27.1.2010) hoffen wir darauf, dass die natürliche Reproduktion in den zahlreichen neu angelegten Kiesbetten umso besser ausfällt.

  Ab in die Freiheit : Kleine Meerforellen aus unser Brutanlage in Lauenbrück

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31.3.2010: Wieder ein Fischotter Opfer des Straßenverkehrs. Zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit ist wieder ein Fischotter im oberen Wümmegebiet überfahren worden. Auf der Kreisstraße K 211 zwischen Bartelsdorf und Westervesede (Kreuzungsbereich K211 - Bartelsdorfer Kanal) kam heute morgen ein Fischotter unter die Räder und erlag seinen Verletzungen. Das Tier wurde über die Naturschutzbehörde ins Otterzentrum nach Hankensbüttel gebracht und wird dort wissenschaftlich untersucht.

Für die kleine Otterpopulation im oberen Wümmegebiet ist das ein großer Verlust, zumal erst im Dezember ein Otter nur wenige Kilometer entfernt bei Rotenburg überfahren wurde (vgl. Aktuelles vom 11.12.2009).

Erst vor wenigen Tagen hatte die Rotenburger Rundschau noch hoffnungsvoll berichtet von der "Rückkehr eines lange Verfolgten - Fischotter scheinen sich im Wümmegebiet wieder wohl zu fühlen".

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25.3.2010: Fundstück des Tages. Vor kurzem hat die niedersächsische Landesregierung  entschieden, dass  Gewässerrandstreifen an Gewässern 3. Ordnung überflüssig sind, weil die bestehenden Vorschriften zum Gewässerschutz angeblich schon ausreichen (vgl. Aktuelles vom 28.1.2010). So wird v. a. an zahlreichen Gräben und Gewässern 3. Ordnung weiter heftig daran gearbeitet, auch die feuchteste Moor-Wiese endlich trocken zu kriegen (siehe Foto unten). Wen kümmern da schon die Ufer stabilisierenden Erlen, die dem Grabenausbau im Weg sind, oder gar so lästige Sachen wie das Wassergesetz ... ?

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24.3.2010: Massenhafte Zerstörung von Bachlebensräumen. Hilflose Ohnmacht packt uns in diesen Tagen, wenn wir beobachten müssen, wie durch  eklatante Verstösse gegen wasser- und agrarrechtliche Bestimmungen zahlreiche Gräben ökologisch zerstört werden.

In der Gewissheit, dass gesetzeswidriges Handeln offensichtlich nicht geahndet wird, werden massenhaft geschützte Gewässerrandstreifen beackert, Abstandsbestimmungen und Ausbringungsverbote für Düngemittel ignoriert, Gräben mit Kunstdünger zugeworfen, mit Agrarsubventionen geförderte Gehölzbestände an den Gewässern (sog. Landschaftselemente nach CrossCompliance) illegal gerodet, Sickersäfte aus Silagemieten illegal in Gräben eingeleitet, etc. pp. ....

Für die Einhaltung der in der Bundesrepublik "besonders hohen Umweltstandards" bekommen die verantwortlichen Landwirte auch noch enorme Agrarförderungen gezahlt, die im Schnitt etwa die Hälfte des betrieblichen Einkommens ausmachen. Und dieser ganze gewässerökologische Wahnsinn wird aus Steuergeldern bezahlt , ohne dass es in der behördlichen Praxis erkennbare Ansätze gibt, die Einhaltung von Recht und Gesetz wirkungsvoll sicherzustellen !

Zur Erinnerung: Seit 2001 gilt auch in Deutschland für alle Fließgewässer  ein  "Verschlechterungsgebot",  d. h. alle Handlungen, die zu einer erheblichen Verschlechterung des gewässerökologischen Zustandes führen, sind verboten.

Hier eine kleiner Auschnitt aus der Gewässerrealität der vergangenen drei Tage                 (Diese Fotos sind nur eine kleine Auswahl von Bildern, die wir auf drei kurzen Gewässerbegehungen geschossen haben):

  Gesetzeskonforme Düngerausbringung? Hier nicht, denn statt gefordertem Mindestabstand von 1 m zur Böschungsoberkante wurde der komplette Graben bis zur gegenüberliegeden Böschungsoberkante mit Mineraldünger eingedeckt.

  Und so sieht das Gewässer danach aus: Die Algen freut`s, alle anderen Grabenbewohner krepieren.

  Dränage auf einer ehemaligen Grünlandfläche ist nicht verboten, Illegal wird es aber, wenn der Vorfluter ohne Genehmigung massiv ausgebaut wird ....

   ...und der Graben samt Dränage auf einer Strecke von nur etwa 20 Metern bereits ca. 15 Tonnen frischen Sand mobilisiert, der kurz danach in ein Gewässer II. Ordnung fließen wird.

  Seit Jahren fließt der Silage-Sickersaft hier nahezu ungefiltert und illegal in den angrenzenden Graben und dann in den nächsten Bach. Die Sickersäfte sind ein überaus starkes Fischgift und haben den Graben in eine stinkende Kloake verwandelt.

  Damit Gülle & Sand ungehindert in den Bach fließen können, werden schöne Entwässerungsrinnen gebuddelt. Für diese Fläche bekommt der Landwirt übrigens EU-Agrarpämien für besondere Leistungen im Erosionsschutz ! Der ist auch nötig, wo hier doch illegaler Weise der 5m-Randstreifen zu Ackerland umgerbochen wurde ...

  Der Schatten spendende Erlensaum wurde auf großer Länge gekappt; lästige Ufer stabilisierende Erlenwurzeln wurden gründlich aus der Böschung gerissen; somit verliert die Böschung auch Ihren letzten Halt.                                                               

Zur Errinnerung: Für die Einhaltung der "besonders hohen Umwelt- und Gewässerschutzstandards" (siehe Fotos) werden Unsummen an Agrarförderungen gezahlt !

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23.3.2010:  Patenschaft der Grundschule Lünzen für kleine Meerforellen. Der Heidekurier berichtete am 21.3.2010 über den Meerforellenbesatz, den wir kürzlich zusammen mit den Kindern der Grundschule in der Veerse getätigt haben. Den ganzen Artikel finden Sie hier.

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19.3.2010: Umbau weiterer Wehre im Wümme-Südarm geplant. Im Unterlauf der Wümme wird weiter intensiv an der Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit  gearbeitet. Nach Auskunft des NLWKN Verden wird in diesem Jahr am Wümme-Südarm mit dem Bau einer Sohlgleite am Wehr 1 begonnen. Bis 2013 sollen die weiter stromauf liegenden Wehre 2-5 des Wümme-Südarms sukzessive durch Sohlgleiten ersetzt oder mit Umgehungsgerinnen versehen werden.

Hintergrund: Der untere Wümme wurde in den 1920er- und 1970er-Jahren naturfern ausgebaut und begradigt. Der Wümme-Südarm wurde dabei mit 5 hohen Wehren versehen, die trotz eingebauter Fischpässe eine erhebliche Beeinträchtigung für Fischwanderungen darstellen. In den letzten Jahren wurden aus Mitteln des GR-Projektes Fischerhuder Wümmeniederung und des Nds. Fließgewässerprogramms bereits zahlreiche Wehre im Wümme-Mittelarm/-Nordarm wieder ökologisch durchgängig gestaltet.

Auch die Schleuse V im Mittelauf der Wümme bei Hellwege wird in diesem Jahr unter Leitung des NLWKN Verden zu einer Sohlgleite umgebaut (vgl. Aktuelles vom 6.2.2010).

   Wehr 1 am Wümme-Südarm bei Fischerhude (Foto von ca. 1996)

  Ausbau und Begradigung der unteren Wümme um 1926-27

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16.3.2010: Weitere Bilder von Meerforellenfängen aus der Wümme. Bastian Mengel vom ASV Wümme Rotenburg hat uns heute einige schöne Bilder von seinen Meerforellenfängen in der Wümme bei Rotenburg gesendet, die uns zeigen, dass unsere Arbeit den Anglern auch flussgebiets-übergreifend Erfolgserlebnisse beschert:  

"Hallo,
ich möchte Dir und Euren Vereinsmitgliedern erstmal ein großes Kompliment für die tolle Arbeit machen, die Ihr in das Wiederansiedlungsprojekt steckt!  Ich bin ein regelmäßiger Besucher der Homepage und ein Vereinsmitglied des ASV Wümme. In den letzten Jahren habe ich immer wieder das Glück gehabt, eine der traumhaften Meerforellen zu fangen.  Anbei ein paar Schnappschüsse. 
Bastian Mengel / ASV Wümme"

 

Vielen Dank für die Bilder !

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16.3.2010: Meerforellen aus der Wümme bei Fischerhude. Nur durch Zufall bekommen wir mal ein schönes Foto einer mit der Angel gefangenen Meerforelle aus der Wümme zu Gesicht. Auch diesmal war der Zufall beim Finden zur Stelle: Auf der Homepage fischartenatlas.de * sind gleich drei Meerforellen zu sehen, die von Bernhard Dincher aus Bremen in der Wümme bei Fischerhude fotografiert und wohl auch gefangen wurden. 

* http://www.fischartenatlas.de/cms/index.php?option=com_phocagallery&view=category&id=33:salmo-trutta-meerforelle&Itemid=179

Übrigens: Wir freuen uns über jede Meerforellen-Fangmeldung aus dem Wümmegebiet und stellen diese auch gerne online !  mail an: ralfgerken@gmx.de

      Ein Frühaufsteiger (Juli 2007)

     Und noch ein schöner brauner Frühaufsteiger (August 2008)

      Das ist wohl eher ein schlanker Absteiger, der noch im April auf dem Rückweg ins Meer war (April 2008)

                     Meerforellenfänge mit der Angel  in der Wümme bei Fischerhude (Daten von Kurt Brammer,  FV Fischerhude-Quelkhorn)

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15.3.2010: Seeadler als wirksame Kormoranprädatoren. Die Projektgruppe Seeadlerschutz in Schleswig-Holstein berichtet vom zunehmenden Einfluss der Seeadler auf die in den letzten Jahren enorm angestiegenen Kormoranpopulationen.

Demnach haben die Seeadler die Kormorankolonien als gute Nahrungsquelle entdeckt und rauben dort bevorzugt Kormorannestlinge. Infolgedessen ist gebietsweise schon die Aufgabe von Kormoranbrutplätzen und eine deutliche reduzierte Kormoranzahl festgestellt worden. Nähere Informationen finden Sie unter projektgruppeseeadlerschutz.de; dort unter: Informationen / Wissenswertes zur Biologie / Seeadler fressen Kormorane

Während sich gegen die menschliche Einflussnahme auf die hohen Kormoranbestände (Bejagung, Vergrämung) vielfach großer Widerstand regt, hört man von Seiten des Vogelschutzes bisher keine Forderungen, gegen den Seeadler vorzugehen. Und das, obwohl die großen Greifvögel bevorzugt in der Kormoranbrutzeit jagen und sich dabei nicht um tier- und artenschutzrechtliche Auflagen kümmern, denen z. B. Jäger bei der Kormoranjagd unterworfen sind ...

                                Anteil des Kormorans an den von Seeadlern erbeuteten Wasservögeln (Quelle: seeadlerforschung.de)

Auch in der Rotenburger Kreiszeitung wurde davon berichtet.

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12.3.2010: Auch im bayrischen Landtag herrscht die Güllelobby. Nein, nicht nur in Niedersachsen darf man Gülle bis fast in den Bach kippen (vgl. Aktuelles vom 28.1.2010), auch in Bayern hält man Gewässerrandstreifen und Sozialpflichtigkeit des landwirtschaftlichens Eigentums für höchst überflüssige Sachen !

Deshalb hat der bayrische Landtag nun beschlossen, dass die ab dem 1.3.2010 gültige Bestimmung  des Bundes-Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) nicht gilt, und dass man in Bayern auch zukünftig bis an die Böschungskante ohne Einschränkung weiter güllen darf.... Dazu eine kurzer Film auf youtube

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11.3.2010:  'Lachsfieber' - Brisante Recherchen der ARD über einen Nahrungsmittelgiganten. Die ARD berichtete gestern über das Milliardengeschäft der Zuchtlachs-Industrie und seinen katastrophalen Auswirkungen auf die Küsten-Ökosysteme und die traditionelle Fischerei vor allem in Chile.

 

In seiner norwegischen Heimat nennt man ihn den 'Großen Wolf'. John Fredriksen gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Als Reeder gehört ihm nicht nur das weltgrößte Tankerimperium 'Frontline', mit seiner 'Marine Harvest' ist er der größte Player im Geschäft mit industriell produziertem Fisch. Seine Firma produziert pro Jahr über 100 Millionen Zuchtlachse in Chile und Norwegen - für die ganze Welt. Ein Geschäft mit schwindelerregenden Wachstumsraten. Die WDR-Autoren Wilfried Huismann und Arno Schumann hefteten sich über ein Jahr lang an die Fersen des Großinvestors. Ihre brisanten Recherchen über den weltweit operierenden Nahrungsmittelgiganten wurden zu einem packenden Öko-Thriller.

 Den Film "Lachsfieber" können Sie auch auf der ARD-Mediathek ansehen:

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=3971992

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10.3.2010: Diplomarbeit zu Sandfrachten und ihren Quellen im Einzugsgebiet der Hache. Christian Friedrich (Uni Lüneburg) ist im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema Sandfrachten und ihre Quellen an verschiedenen Bächen im Einzugsgebiet der Hache (südlich Bremen) zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Wie im Wümmegebiet sind auch dort alle Bäche von enormen Sandfrachten beeinträchtigt und stellen "hochgradig instabile Systeme" dar. Quelle des mobilen Sandes sind im Hachegebiet überwiegend Ackerflächen.

Laut Friedrich ist es zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie zwingend erforderlich, erosions-bedingte Sandfrachten vor Eintritt in natürliche / naturnahe Bachsysteme z. B. durch Sandfänge zurückzuhalten. Außerdem sind die Gewässersohlen durch Einbringung von Hartsubstraten, durch Unterbindung von Ufererosion sowie durch Sohlanhebung (z. B. Kiesschwellen)  wieder in einen gewässerökologisch stabilen Zustand zu bringen.

  Enorme Sandfrachten auch im Einzugsgebiet der Hache (Beispiel Hasenburger Bach, C. Friedrich 2008)

Die Ergebnisse von Friedrichs Diplomarbeit bestätigen die von uns gewählte Bauweise von Kiesbetten / Kieslaichplätzen. Demnach führt der räumlich gestaffelte Einbau von Kiesschwellen zu Sedimentations- und Verfrachtungsprozessen und somit langfristig zur Ausbildung stabiler, auf großer Länge kiesgeprägter Gewässersohlen (siehe folgende Grafik aus C. Friedrich 2008)

Die gesamte Diplomarbeit von Christian Friedrich finden Sie hier in Kürze hier. 

Kontaktmail Christian Friedrich: ch.friedrich.office (at) googlemail.com

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9.3.2010: Meerforellenbesatz mit der Grundschule Lünzen & Fintauschule Lauenbrück. Die ersten Meerforellenbrütlinge dieses Frühjahrs haben wir heute mit Unterstützung von KIndern der Grundschule Lünzen sowie der Fintauschule Lauenbrück in die Freiheit entlassen.

Die 3. Klasse der Grundschule Lünzen setzte die kleinen Fische, die vor rund sechs Wochen in der Brutanlage geschlüpft sind, heute in der Veerse an der Lünzener Mühle aus.

   Die 3. Klasse der Grundschule Lünzen nach vollbrachtem Meerforellenbesatz

   Erst ein bißchen Theorie von Biologin Anja Schulenberg (auch Hund IKE hört interessiert zu) ....

      .... dann die Praxis: Sorgfältig werden die kleinen Meerforellen in die Veerse gesetzt.

    Und zum Dank gibt es für die Lünzener Grundschüler eine Patenurkunde unseres Meerforellenprojektes !

Und auch das Projekt "Das Fließende Klassenzimmer" der Fintauschule Lauenbrück versorgte heute den im Jahr 2008 reaktivierten und naturnah gestalteten Altarm der Fintau mit einer Portion kleiner Meerforellen.

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5.3.2010: Kreis-SPD fordert Baustopp von Biogasanlagen. Die SPD-Kreistagsfraktion des Landkreises Rotenburg hat heute einen Eilantrag zum sofortigen Genehmigungsstop für weitere Biogasanlagen gestellt. Weiter wird der Landkreis aufgefordert, analog zur Windkraftnutzung, endlich eine regionalplanerische Steuerung gegen die landschaftszerstörenden Auswüchse der Biogasnutzung einzurichten.

Hintergrund des Antrages: Der Landkreis Rotenburg nimmt landesweit einen der vorderen Plätze bei der Biogasnutzung ein. Die Folgen für die Kulturlandschaft und unsere Gewässer sind dramatisch und wurden auch auf unserer Homepage immer wieder dokumentiert.

Den Eilantrag der SPD-Fraktion zur Biogasnutzung finden Sie hier.

  Eins von unzähligen Beispielen: Illegaler Grünlandumbruch für Biogas-Mais an einem Gewässer 2. Ordnung zerstört artenreiche Kulturlandschaft und schädigt massiv unsere Gewässer !  Der Landwirt braucht sich aber keine Sorgen zu machen, denn solch illegales Handeln hat bei uns in der Regel keine Folgen.

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3.3.2010: Noch mehr Frühlingsboten. Mit steigenden Temperaturen sind alle Böden inzwischen aufgetaut und voller Wasser. Auf den wenigen moorigen Grünlandflächen, die noch nicht flächig dräniert sind, haben sich viele Tümpel & kleine Wasserflächen gebildet.

 

In der hoch subventionierten Regel sieht das aber anders aus: Wo statt Grünland Mais wächst, unterbinden immer tiefere Gräben fast überall die Wasserrückhaltung und verursachen immer häufiger prekäre Hochwasserspitzen in unseren Bächen.

  Hoch subventionierte Gewässerzerstörung

Unsere Landesregierung verharmlost derweil die dramatischen Folgen des Maisbooms für unsere Gewässer, wie die Antwort auf eine aktuelle Anfrage des MdL Dieter Möhrmann zeigt: Zunehmende Vermaisung: Energiemais ein Landschaftskiller oder ein wichtiger Beitrag zur Schonung fossiler Rohstoffe?

Wo das Grundwasser hoch steht, treibt es auch die Regenwürmer an die Oberfläche. Das haben auch die Wildschweine entdeckt, die zum Ärger der Landwirte nun fleißig nach den Leckerbissen graben....

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1.3.2010: Erlen kündigen den Frühling an. Trotz des überall grassierenden Erlensterbens, sorgen die verbliebenen Alterlen auch dieses Jahr wieder für massenhaft potentiellen Nachwuchs. Der seit einigen Tagen aufgetaute Schnee war an den Bächen dicht an dicht mit Erlensamen gespickt, die vom augenblicklichen Hochwasser über große Entfernungen transportiert werden und an den Uferböschungen keimen werden. Als erster Frühjahrbote in unserer Natur steht auch die neue Erlenblüte unmittelbar bevor.

   Dicht an dicht liegen die Erlensamen im Schnee unter den Bäumen                  Die Erlenblüte steht unmittelbar bevor

Mit den steigenden Temperaturen ist auch die hohe Schneeschicht inzwischen überall weggetaut. Der zum Teil noch gefrorene Boden war allerdings nicht in der Lage, die Wassermassen aufzunehmen. An allen Bächen und Flüssen  herrscht wieder Hochwasser und verwandelt vor allem die Wümmeniederung in eine große Seenlandschaft.

                Der Wümme-Pegel bei Hellwege der letzten 30 Tage (Quelle: NLWKN Pegelonline)

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1.3.2010: Vorstellung unseres Meerforellenprojektes auf zwei Tagungen. Innerhalb weniger Tage haben wir nun die Möglichkeit gehabt, unser Projekt gleich auf zwei Gewässerschutztagungen vorzustellen.

Am 25.2.2010 waren wir zu Gast beim 4. Wanderfischsymposium des Verein Mitteldeutscher Wanderfisch e. V. (MDWF) im Grimma (Sachsen).

Und am 27.2.2010 konnten wir unser Projekt auf der 43. Tagung der Arbeitsgemeinschaft Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) in Wildeshausen einem großen Fachpublikum präsentieren.

Eine Pdf-Version unseres Vortrages finden Sie hier. Die anderen Tagungsbeiträge finden Sie in den nächsten Tagen auf den Internetseiten des  MdWf e.V. und der AFGN / wanderfische.de

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23.2.2010: Kindergarten Löwenburg zu Besuch in der Brutanlage. Heute konnten wir wie in jedem Winter wieder den Lauenbrücker Kindergarten in der Meerforellenbrutanlage begrüßen. 24 Vorschulkinder der Gruppe "Schlaue Adler" mit ihren Betreuerinnen Andrea Holsten & Heike Metze konnten Meerforelleneier im Augenpunktstadium, frisch geschlüpfte Meerforellenbrütlinge, eine Schale voller Bachflohkrebse und anderer "Krabbeltiere" und natürlich unser altgedientes, aus dem Jahr 1987 stammendes Meerforellenpräparat in Augenschein nehmen.

Was viele Wasserbauer auch nach Jahren nicht kapieren, konnten wir den Kindern übrigens in 5 Minuten erklären: Nämlich die Nahrungskette von Erlen & Erlenblätter > Bachflohkrebse > kleine Fische > große Fische & andere Fischkonsumenten !

  Die "Schlauen Adler "des Kindergarten Löwenburg an der Meerforellen-Brutanlage

Nachtrag: Die Rotenburger Rundschau und die Rotenburger Kreiszeitung berichteten über die Veranstaltung.

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18.2.2010: Illegale Gülleausbringung. Mangels ausreichender Lagerkapazitäten wird seit einigen Tagen auf diversen Ackerflächen illegaler Weise Gülle ausgefahren. Spätestens wenn der Schnee taut, fließt die ganze Brühe fast ohne Bodenkontakt in den nächsten Vorfluter oder Graben und führt dort ggf. zu einer strafrechtlich relevanten Gewässerverschmutzung. Dass die Gülle teilweise bis an die Böschungskante des Grabens aufgetragen wurde und bei Tauwetter unmittelbar ins Gewässer fließen wird, schien den Verursacher nicht weiter zu interessieren (siehe Fotos).

Offensichtlich scheint es trotz eindeutiger gesetzlicher Bestimmungen in der Praxis keine abschreckenden behördlichen Sanktionen für solches Tun zu geben. Was hat das eigentlich mit ordnungsgemäßer Landwirtschaft zu tun .. .?!

Auf jeden Fall ist die gewässergefährdende Ausbringung von Gülle "auf nicht aufnahmefähigen Böden" bußgeldbewehrt sowie CrossCompliance-relevant und kann zur Kürzung der Agrar-Direktzahlungen an den Verursacher führen.

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12.2.2010: Notzeit für Wildtiere jetzt auch amtlich. Während die Lebewesen in unseren grundwasserbeeinflussten und deshalb winterwarmen Fließgewässern mit der Winterwitterung kaum Probleme haben, leiden andere Wildtiere Not. Der seit Dezember anhaltene Frost und die hohe Schneelage macht die Nahrungsaufnahme für Wildtiere zunehmend schwieriger.

Der Kreisjägermeister des Landkreises Rotenburg hat deshalb offiziell die Notzeit gem. § 32 NJagdG ausgerufen und z. B. die Ausübung der Jagd bis auf Weiteres untersagt. Näheres auf der Homepage der Kreisjägerschaft Rotenburg.

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11.2.2010: Neue Kleingewässer an der Veerse. Der Nabu Rotenburg und die Jagdpächter Westervesede haben in Zusammenarbeit mit uns heute eine Reihe naturnaher Kleingewässer an der Veerse in Westervesede neu angelegt. Insgesamt 5 Teiche auf Naturschutzflächen des Landes Niedersachsen bieten zukünftig neuen Lebensraum für Amphibien, Libellen, Eisvogel und bedrohte Kleinfischarten, wie z. B. den Bitterling.

   Mit einem Kettenbagger wurden die naturnahen Kleingewässer an der Veerse von Uwe Ehlbeck (Borchel) zügig und gleichzeitig schonend hergestellt.

  Detailzeichnung (Aufsicht und Querschnitt) von einem der 5 neuen Kleingewässer

Die Renaturierungsmaßnahme wurde finanziert aus Mitteln des NLWKN Lüneburg und dient insbesondere den Entwicklungszielen des FFH-Gebietes Wümmeniederung / Teilgebiet Veerseniederung / Hemslinger Moor.

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6.2.2010: Forderung nach Umbau des Wümmewehrs in Hellwege. Dirk Benjes, Vorsitzender des Angelverein Hellwege, hat nun erneut auf die Dringlichkeit hingewiesen, das Wümmewehr (Scheuse IV) in Hellwege ökologisch durchgängig zu gestalten. Seit der Landkreis 1997 das abgängige Wehr IV in Hellwege unter Missachtung gültiger Rechtsvorschriften ohne Fischaufstieg saniert hat, kämpft Benjes dafür, dass die alte Stauanlage  endlich für alle Flussbewohner passierbar wird. Der in Kürze geplante Umbau der benachbarten Schleuse V zur Sohlgleite hat nach Benjes keine hohe Priorität, da das marode Bauwerk genügend Schlupflöcher für aufwärts wandernde Fische bietet.

 D. Benjes an der Schleuse IV

  Eigener Entwurf; Kartengrundlage: http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Karte_W%C3%BCmme.png

Mehr dazu in der Rotenburger Kreiszeitung vom 4.2.2010 und unter der Rubrik Ökologische Durchgängigkeit des Wümmesystems.

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3.2.2010: Otter-Spuren im Schnee. Wer in diesen Tagen mit offenen Augen an Wümme, Veerse & Fintau entlangwandert, trifft immer wieder auf frische Trittsiegel im Schnee. Inzwischen ist es keine Seltenheit mehr, hier auch frische Fischotterspuren zu finden. Der Otter pendelt auf seinen nächtlichen Streifzügen ständig zwischen Bach und Ufer und hinterlässt dabei mehr oder weniger deutliche Trittsiegel.

    Frische Trittsiegel des Otters im Schnee

Auch kleine Kothaufen des Fischjägers findet man gelegentlich. Der fischige Geruch und die zahlreichen Gräten- und Schuppenreste sind unverkennbare Merkmale der Otterlosung. 

  Otterlosung noch komplett (oben) und ihre Bestandteile (Fischgräten und -schuppen) - etwa 2fache Vergrößerung

  Fester Otterlebensraum an der Veerse = viel Ruhe, ein relativ strukturreicher Bachlauf und ausreichend Fisch

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1.2.2010: Winterwetter hält weiter an. Mit immer neuen Schneefällen hält uns der Winter weiter fest im Griff. Was dem Fotografen schöne Motive liefert, ist für viele Wildtiere, die auf offene Wasserflächen angewiesen sind, auf die Dauer lebensbedrohlich.

  Schneelandschaft am Lünzener Bruchbach bei Westervesede

Einem jungen Haubentaucher ist das strenge Frostwetter offenbar nun zum Verhängnis geworden. Das Tier hatte auf der Suche nach einem eisfreien Gewässer eine vereiste Fahrbahn bei Helvesiek wohl mit einem Teich verwechselt und wurde entkräftet aufgegriffen. Nach positivem tierärztlichem Befund und einer Aufpäppelung mit frischem Fisch haben wir den Vogel auf den nahrungsreichen und noch eisfreien Ziegeleiteichen in Lauenbrück wieder ausgesetzt.

Doch leider war der Haubentaucher offenbar schon so geschwächt, dass er einen Tag später nur noch tot aufgefunden werden konnte.

   Der junge Haubentaucher, den wir auf den Ziegeleiteichen ausgesetzt haben, starb leider einen Tag später, vermutlich an Entkräftung.

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28.1.2010: Rückfall in die Steinzeit des Wasserrechts. Niedersachsen verteidigt weiter seinen Spitzenplatz im Abbau von Naturschutz- und Umweltstandards: Sehr zur Freude der Intensiv- Landwirtschaft kippt Niedersachsen die neue Bestimmung des Bundes im Wasserhaushaltsgesetz, wonach an Gewässern 3. Ordnung (viele kleinere Bäche und fast alle Gräben) zukünftig eigentlich ein Gewässerrandstreifen eingehalten werden muss.

Nach dem neuen Niedersächsischen Wassergesetz ist an Gewässern 3. Ordnung, die 80 % aller Fließgewässerstrecken ausmachen, aber weiterhin die Intensivbeackerung bis an die Gewässerkante erlaubt. Nährstoffe, Pestizide, Sand und Humus können auch weiterhin nahezu ungefiltert in die Gräben und kleinen Bäche fließen. Dass mit einer derartigen Politik die Vorgaben der EU-Wasserrahmen-richtlinie nicht erreicht werden können, ist völlig klar. Die Landesregierung hält die Schutzstreifen aber dennoch für überflüssig, "weil Spezialgesetze im Düngemittel- und Pflanzenschutzrecht schon alles regeln". 

Wie gut das bei uns in vielen Fällen geregelt ist, zeigen die folgenden Fotos:

    Siloplatte mit direktem Abluss in den Bach                     Erosionsrinnen tragen hier Unmengen an Sand & Dünger ein

      Von Randstreifen keine Spur - Boden wird erodiert, Gülle und Kunstdünger haben hier freie Bahn

  Kein Einzelfall: Der Pflug greift bis in die Uferböschung und schafft unzählige Eintragsrinnen für Schadstoffe & Sand

   Lebensraumzerstörung: Erst harter Grabenausbau, dann Dränung  /  Die letzte Maisreihe fält hier fast in den Bach

  Das Ergebnis fehlender Randstreifen: Ein von übermäßigen Nährstoffeinträgen zerstörter Lebensraum, aber nicht so schlimm, denn in NIedersachsen ist ja "alles schon geregelt"  ......

Siehe auch Bericht in der Zevener Zeitung 28.1.2010

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27.1.2010: Die ersten Meerforellenbrütlinge schlüpfen. In unserer Brutanlage in Lauenbrück schlüpfen in diesen Tagen die ersten Meerforellenbrütlinge. Insgesamt haben wir in dieser Saison rund 85.000 Eier auflegen können, was im Vergleich zu den Vorjahren ein eher bescheidenes Ergebnis ist. Ende Februar bis Anfang April haben die kleinen Fische ihren Dottersack aufgebraucht und werden dann großflächig verteilt in unseren Bächen ausgesetzt.

             Frisch geschlüpfte Meerforelle aus unserer Brutanlage

Eisvögel in großer Not. Der seit fast fünf Wochen anhaltende Frost mit aktuellen Temperaturen von bis zu -15°C macht den Eisvögeln große Schwierigkeiten. Da viele Teiche und zunehmend auch die Bäche zufrieren und die Fische immer schwerer zu erbeuten sind, droht den Vögeln der Hungertod. Wie im Winter 2008-2009 rechnen Fachleute auch dieses Jahr mit hohen Populationsverlusten.

Dank des Fischreichtums unserer Bäche stehen die Chancen aber gut, dass die Eisvögel in der nächsten Brutsaison die Winterverluste schnell wieder ausgleichen - siehe auch Eisvogelprojekt des NABU Rotenburg.

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25.1.2010: AFGN-Tagung am 27.2.2010 in Wildeshausen. Die nächste Tagung der Arbeitsgemeinschaft Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) findet am 27.2.2010 in Wildeshausen statt. Die Einladung und das interessante Programm finden Sie hier.

Eine weitere interessante Tagung des Vereins Mitteldeutscher Wanderfisch e. V. findet am 25.2.2010 in Grimma statt. Das Programm des 4. Wanderfisch-Symposiums finden Sie hier.

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21.1.2010: Wieviele Biogasanlagen vertragen wir noch ? Diese Frage stellt jetzt der NABU Rotenburg und reagiert damit auf die Vorwürfe des Landvolk-Vizepräsidenten Heinz Korte, der das 10-Punkte-Papier des NABU heftig kritisiert hatte und sich in seiner "unternehmerischen Freiheit" eingeengt fühlt.

Jürgen Hicke vom NABU Rotenburg meint zurecht: "Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen. Das ist übrigens nicht meine Idee und keine Forderung weltfremder Naturschützer, sondern steht wörtlich im Artikel 14 des Grundgesetzes. Dieser Grundsatz müsse auch für die Gestaltung unserer Landschaft gelten. “Es ist zwar in unserer heutigen Zeit nicht mehr modern, an das Grundgesetz zu erinnern, doch auch die Artenvielfalt ist ein Gut der Allgemeinheit”, ergänzt die zweite NABU-Vorsitzende, Sarina Pils. “Die Artenvielfalt in unserer Landschaft leidet nachweislich dramatisch unter der Mais-Monokultur”.  Siehe auch Homepage des NABU-Rotenburg

Dass beim Maisanbau die Grenze des Zumutbaren schon längst überschritten ist, lässt sich jederzeit bei einem Spaziergang in unserer Landschaft erleben. Für unsere Bäche bringt die Ausweitung des Maisanbaus eine dramatisch zunehmende Übersandung der Gewässersohlen, die alle empfindlichen Fischarten in ihrem Bestand bedroht !

  Maisanbau im Überschwemmungsgebiet =  Gülle, Humus & Sand ab in den Bach !

  Optimierung für den Maisanbau = Graben genehmigungsfrei ausbauen und ausbaggern, alle Bäume und Hecken raus, Dränagen ziehen und wie hier jahrelang ohne Fruchtfolge Mais anbauen. Ist das "gute fachliche Praxis"?

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17.1.2010: Neue Internetseiten von Ludwig Tent. Die bisherige Internetseite von Ludwig Tent zu "Lebendigen Bächen und Flüssen" ist seit Anfang des Jahres unter salmonidenfreund.de erreichbar.

Interessant, kurzweilig und immer aktuell ist auch sein Blog osmerus. Ein Besuch lohnt sich !