Aktuelles & Interessantes

31.12.2009: Wir wünschen einen Guten Rutsch ins Jahr 2010 und bedanken uns bei allen Unterstützern unseres Projektes. Dank der Hilfe zahlreicher Behörden, Verbände, Flächen-eigentümer und unserer Vereinsmitglieder konnten wir dieses Jahr zahlreiche Bachstrecken als Lebensraum von Meerforelle, Bachforelle, Elritze, Eisvogel, Fischotter u.v.m. wieder naturnäher gestalten.

Ein besonderer Erfolg ist die dank neuer Kiesschüttungen gelungene Stabilisierung der Elritzenpopulation im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede. Auch unsere Meer- und Bachforellen, die Mühlkoppen sowie die Bach- und Flussneunaugen nutzten überall die neuen Kiesbänke und sorgten für reichlich Nachwuchs. Auch der Fischotter ist nun Dauergast an unseren forellenreichen Bächen.

  2009 renaturierter Abschnitt der Veerse bei Westervesede

Ein Problem bleibt weiterhin die fehlende Durchgängigkeit der Wümme bei Scheeßel und Hellwege sowie die anhaltend hohe Sandfracht unserer Gewässer. Auch die durch den Maisanbau und fehlende Randstreifen hervorgerufenen Nähr- und Schadstoffeinträge belasten zunehmend die Bäche und Vorfluter. Die Situation des Aals bleibt  aufgrund jahrzehntelanger Glaasaalüberfischung an den Küsten weiterhin dramatisch.

Im nächsten Jahr werden wir aber weiter am Ball bleiben: Wenn alles wie geplant klappt, werden wir mit Unterstützung des NLWKN Verden, des Unterhaltungsverbandes Obere Wümme, des Landkreises Rotenburg (W.) und der Stiftung Naturschutz im Landkreis ROW in 2010 unsere Renaturierungsaktivitäten an Fintau, Veerse, Lünzener Bruchbach und Wümme nochmals erheblich ausweiten. Auch am Ahauser Bach bei Ahausen, dem Trochelbach und dem Bruchwiesenbach bei Brockel sowie der Lehrde bei Visselhövede werden mit unserer Begleitung weitere strukturverbessernde Maßnahmen umgesetzt.

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27.12.2009: Erstmaliger Fischotternachweis per Video im Landkreis Rotenburg (W.).    Nachdem wir seit 2005 an zahlreichen Stellen des oberen Wümmegebietes lediglich Trittsiegel des Otters gefunden haben und erst kürzlich ein Tier bei Rotenburg überfahren wurde (siehe 11.12.2009), ist es uns vor Weihnachten gelungen, einen Fischotter in freier Wildbahn zu filmen. Mit einer Infrarotkamera wurde ein Otter auf einem Landgang an der Veerse auf Video festgehalten.

Den kurzen Otter-Film sehen Sie hier.

  Erstmalig im Landkreis Rotenburg auf Video festgehalten: Ein Fischotter an der Veerse

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27.12.2009: Vorläufiger Abschluss der Meerforellen-Laichsaison. Nach Weihnachten ist wie jedes Jahr das Laichgeschäft der Meerforellen weitgehend abgeschlossen. Dieses Jahr konnten wir bisher nur rund 100 adulte Meerforellen beim E-Fischen fangen und lediglich rund 65.000 Eier in der Brutanlage auflegen.

   Patrick Thiel beim Elektrofischen auf laichreife Meerforellen in der Ruschwede bei Fintel

Dafür tragen unsere umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen zunehmend Früchte: Die zahlreichen neu angelegten Kieslaichplätze in Fintau, Ruschwede, Veerse und Lünzener Bruchbach wurden vollständig und zum größten Teil mehrmals von Meer- und Bachforellen für die natürliche Eiablage genutzt. Im nächsten Frühjahr und Sommer werden wir durch Kontrollbefischungen ermitteln, ob die natürliche Reproduktion überall qualitativ und quantitativ von Erfolg gekrönt war.

  Laichende Meerforelle auf einem von uns neu angelegten Kiesbett in der Fintau bei Fintel

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18.12.2009: Neuer Lebensraum für Bitterling & Teichmuschel. Der NABU Rotenburg und die Jagdpächter Westervesede haben kürzlich einen ehemals intensiv genutzten Forellenteich an der Veerse bei Westervesede instandgesetzt. Mit Pumpen und Bagger wurde die durch Fütterung und Laubeintrag entstandene, Sauerstoff zehrende Faulschlammschicht aus dem Gewässer entfernt, die fast alles Leben im Gewässer ausgelöscht hat. Anschließend wurden die steilen Ufer abgeflacht, so dass sich wieder eine naturnahe Ufervegetation entwickeln kann.

Geplant ist, den Teich als auentypischen Lebensraum für den vom Aussterben bedrohten Bitterling, der im benachbarten Teich noch in großer Zahl vorkommt, sowie für Teichmuscheln, Amphibien und Libellen zu entwickeln. Finanziert wurde die Maßnahme übrigens durch das Land Niedersachsen / den NLWKN Lüneburg.

      Der Faulschlamm wurde mit Pumpen und Bagger aus dem Teich entfernt ....

           ...damit Bitterling und Teichmuschel wieder einen geeigneten Lebensraum finden.

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18.12.2009: Abenteuerliche Novellierung des Naturschutzgesetzes. Die niedersächsische Landesregierung hat nun einen weiteren Baustein der Beschneidung der Umweltverbände auf den Weg gebracht. Zukünftig haben die anerkannten Naturschutzverbände, zu denen auch der Landessportfischerverband zählt, nur noch sehr stark eingeschränkte Möglichkeiten, Bedenken und Einwände gegen Bauvorhaben und Planungen einzubringen.

Planungsmängel werden nun ohne Beteiligung der Verbände nicht mehr erkannt und behoben. Vor allem wasserbauliche Planungen zeigen nach unserer Erfahrung in der Regel erhebliche Mängel, auf die wir im Rahmen der Verbandsbeteiligung bisher immer wieder hinweisen konnten.

Experten des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) und hochrangige Umweltjuristen bezeichneten die Absichten der Landesregierung als "abenteuerlich" und "denkbar ungeeignet, um die Biodiversität zu sichern". Mehr zum Thema auch hier.

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11.12.2009: Fischotter bei Rotenburg überfahren. Am 3. Dezember ist leider ein Fischotter auf der B75/B71 bei Rotenburg überfahren worden. Dem jungen Otter-Rüden ist ein Ausflug zu einem Regenrückhaltebecken an der viel befahrenen Straße zum Verhängis geworden, wo er auf dem Rückweg zur Wümme von einem Auto überfahren wurde. Siehe auch Bericht in der Rotenburger Kreiszeitung vom 11.12.2009.

Der noch immer vom Aussterben bedrohte Otter erobert seit einigen Jahren auch das obere Wümmegebiet wieder als Lebensraum zurück, nachdem anhaltend intensive Bejagung und Habitatzerstörung ihn hier vertrieben hatten (vgl. Aktuelles vom 11.2.2009).

 Fischotter - Lutra lutra

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10.12.2009: Exkursion des Fliegenfischer-Stammtisches Bremen und umzu. Zu einer Exkursion an die Ruschwede waren am letzten Wochenende rund 15 Fliegenfischer aus Bremen und Umgebung bei uns zu Gast. Bei zwei Elektrobefischungen gingen uns einige Meerforellen ins Netz, die anschließend in der Brutanlage abgestreift wurden. Als kleine Renaturierungsmaßnahme schaufelten unsere Gäste mit Eimern auch ein kleines Kiesbett in die Ruschwede. Mehr Infos zum Fliegenfischerstammtisch Bremen und umzu finden Sie auf deren Homepage.

Insgesamt verläuft der Meerforellenaufstieg diese Saison nicht ganz zufriedenstellend. In den letzten vier Wochen gingen uns lediglich 85 erwachsene Laichfische in den Kescher - deutlich weniger als im Rekordjahr 2007. Auffälig ist, dass viele Rogner bereits auf den neu angelegten Kiesbetten abgelaicht hatten und kaum noch Eier für die Brutanlage abgaben.

 

 

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10.12.2009: Hochwasserschutzdamm Lauenbrück. Am Hochwasserschutzdamm an der Fintau bei Lauenbrück sind die Erdarbeiten nun weit fortgeschritten. Auch die Arbeiten am Schleusenbauwerk gehen voran und werden vsl. noch dieses Jahr abgeschlossen. Sorgen bereiten der Gemeinde Lauenbrück als Bauträgerin allerdings die unerwartet gestiegenen Baukosten.

Die Rotenburger Kreiszeitung berichtete am 25.11.2009.

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9.12.2009: Neue überregionale Presseartikel zu unserem Projekt:

Das Magazin des BUND Niedersachsen berichtet in seiner letzten Ausgabe u. a. über unsere Renaturierungsmaßnahmen an Fintau & Veerse ("Projektteams vor Ort"). Den Artikel finden Sie hier.

Die Otter-Post der Aktion Fischotterschutz berichtet in ihrer Dezember-Ausgabe über die Preisverleihung des Wettbewerbs "Natur vor meiner Haustür - Spuren an meinem Gewässer", bei dem wir den 2. Platz erringen konnten (vgl. Aktuelles vom 19.9.2009). Den Artikel finden Sie hier.

Die Rotenburger Kreiszeitung berichtete über den geplanten Bau einer fischpassierbaren Sohlgleite am maroden Wehr in Hellwege ("Schleuse V"), die bisher noch eine erhebliche Beeinträchtigung der ökologischen Durchgängigkeit der Wümme, u. a. für unsere Wanderfische darstellt. Den Artikel finden Sie hier.

Schleuse V in Hellwege

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3.12.2009: Größter Lachs der Nachkriegsgeschichte !? Wie Stefan Ludwig auf der Wanderfisch-Homepage berichtet, wurden kürzlich beim Laichfischfang sehr kapitale Lachse in der Stör sowie in der Oste gefangen.

Herausragend ist der Lachs-Milchner aus der Stör in Schleswig-Holstein. "Lachs-Vater" Harwig Hahn vom Stör-Lachs-Projekt dazu:  "Ich denke, dass das 120 cm lange und ca. 20 kg schwere Lachsmännchen, der bisher größte Lachs war, der in der Nachkriegszeit in Deutschland gefangen wurde."

Auch Peter Wessendorf berichtet von den bisherigen Laichfischfängen dieser Saison in der Oste bei Sittensen und Zeven. Unter den Fängen in der Oste war auch ein kapitaler Lachs-Milchner von 102 cm (siehe unten), der zur Vermehrung in der Brutanlage des SFV Sittensen abgestreift wurde,

 

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2.12.2009 - Heute abend um 20.15 Uhr läuft auf N3 ein interessanter Film: Expeditionen ins Tierreich: Vom Harz zur Nordsee - Die Rückkehr der Lachse. Unbedingt ansehen !

Infos zu den Dreharbeiten, die gemeinsam mit den Vereinen der Aller-Oker-Lachs-Gemeinschaft (AOLG) gedreht wurden, finden Sie hier.

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1.12.2009: Pferd und Jagd in Hannover. Vom 3.12. bis 6.12.2009 öffnet die Pferd und Jagd in Hannover wieder ihre Pforten. Mit einem komplett runderneuerten Stand präsentiert der Landessportfischerverband Niedersachsen zahlreiche Infos zur Störwiederansiedlung, zum Aal als Fisch des Jahres, zur Arbeit der AFGN und zu unserem Wiederansiedlungsprojekt Obere Wümme.         Ein Besuch lohnt sich !

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27.11.2009: Meerforellenaufstieg an der Wümme jetzt auch auf Youtube.  Unser Mitstreiter Rainer Stamm hat heute ein kurzes Video von den springenden Meerforellen am Scheeßeler Wümmewehr online auf YouTube gestellt.

Vielen Dank, Rainer !

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26.11.2009: Machbarkeitsstudie Scheeßeler Mühle jetzt eingestellt. Die bereits 2007 im Rahmen des Modellprojekt Wümme vom Ing.-Büro Heidt&Peters erstellte Machbarkeitsstudie zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit an der Scheeßeler Mühle liegt uns nun vor.

Auf Grundlage dieser Studie werden wir kurzfristig die festgefahrene Diskussion wieder anschieben mit dem Ziel, eine für alle Beteiligten tragbare Lösung zu finden. Die gegenwärtige Situation und Abflussregelung ist aus Sicht des Fließgewässer- & Fischartenschutzes nicht weiter tragbar und verhindert die Fischwanderungen nahezu aller Arten in der Wümme (vgl. Aktuelles vom 28.8.2009, 13.11.2009, 19.11.2009 und 18.11.2008)

Lageplan Wümme an der Scheeßeler Mühle (aus Heidt&Peters 2007)

Weitere gewässerökologische Studien aus dem oberen Wümmegebiet finden Sie hier.

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24.11.2009: Wer kennt diese Markierungen ???                                                                            Eine Anfrage von Peter Wessendorf (SFV Sittensen) zu markierten Meerforellen unbekannter Herkunft erreichte uns jetzt. Wer etwas dazu sagen kann, wende sich gerne an peterwess@yahoo.de .

"Hallo Salmonidenfreunde,

im Anhang einige Bilder von Meerforellen, die wir am Wochenende in der Oste bei den Laichbefischungen gefangen haben. Für uns sah es so aus, als wenn diese Fische durch Flossenschnitte (Afterflosse) markiert worden sind. Einem Fisch wurde zusätzlich zum Flossenschnitt scheinbar auch eine Schuppenprobe entnommen.

Weiß jemand von wem diese Fische markiert wurden, bzw. aus welchem Flußsystem diese Fische stammen könnten? Es handelt sich scheinbar um Irrläufer, denn hier an der Oste wurden solche Markierungen nicht vorgenommen. Es wäre sicherlich interessant herauszufinden, von wo diese Fische stammen.

Gruß von der Oste, Peter Wessendorf / SFV - Sittensen e.V. "

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23.11.2009: Zwischenstand Laichfischfang. Bis zum vergangenen Wochenende haben wir bei den Befischungen im oberen Wümmegebiet nun 44 laichreife Meerforellen gefangen. In der Brutanlage in Lauenbrück reifen nun etwa 33.000 Meerforelleneier. Bis zum Ende der Laichsaison hoffen wir an das Rekordergebnis von 2007 anzuknüpfen, als wir 215 Meerforellen fingen und ca. 260.000 Eier zur Erbrütung auflegen konnten.

Da staunen auch die Kleinen: Ein ordentlicher Meerforellenmilchner aus der Veerse, der auf den kürzlich von uns angelegten Kiesbetten in der Veerse laichte.

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22.11.2009: Viel  Betrieb auf den Kiesbetten in Ruschwede und Fintau. Mit dem letzten leichten Hochwasser der vergangenen Woche ist wieder ein großer Schwung "frischer" Meerforellen in die Veerse, Ruschwede und Fintau aufgestiegen. Alle Kiesbetten in den Bächen sind inzwischen von laichenden Fischen "umgerührt" worden. Auch zahlreiche Bachforellen beteiligen sich am Laichgeschäft zwischen den großen Meerforellen.

Heute morgen konnten wir in der Ruschwede und Fintau innerhalb von 1,5 Stunden 21 laichreife Meerforellen für unsere Brutanlage fangen, darunter einige große Rogner und ein besonders schön gefärbter Milchner.

Patrick Thiel mit einem heute in der Ruschwede gefangenen, großen Meerforellen-Milcher

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20.11.2009: Bilanz der ersten Woche Laichfischfang. Die ersten Befischungen auf laichreife Meerforellen waren insgesamt einigermaßen zufriedenstellend. In der vergangenen Woche konnten wir bei Elektrobefischungen insgesamt 23 Elterntiere fangen, die nun in der Brutanlage für Nachwuchs sorgen.

Bemerkenswert ist ein Meerforellenrogner, der uns heute im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede in der Kescher gegangen ist und der mit einer Länge von 87 cm einer der größten gefangenen Rogner der vergangenen Jahre ist.

Jens Engelken mit einem kapitalen Meerforellenrogner aus dem Lünzener Bruchbach bei Ostervesede                  (Foto: Oliver Penk)

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19.11.2009: Spannendes Schauspiel am Scheeßeler Wümme-Wehr. Der Regen der letzten Tage hat in der Wümme noch einmal für hohe Wasserstände gesorgt. Die Meerforellen haben es auf dem Weg zu den Kiesbetten in Fintau und Ruschwede nun etwas leichter, das Wehr in Scheeßel zu überwinden.

Innerhalb von 45 Minuten konnten heute etwa 100 Sprungversuche gezählt werden, von denen erfreulicher Weise 4 erfolgreich waren. Bei jedem 25. Sprung schaffte es eine Meerforelle also, das Wehr zu überwinden. Übrigens gar nicht so einfach, die pfeilschnellen Fische zu fotografieren ....

Langsam rantasten ...

Sprung durchs "Schaumbad"

Noch etwas zu tief ...

Das sieht schon Erfolg versprechender aus !

Geschafft: Nach zahlreichen Versuchen klappt der Sprung über das zur Zeit ca. 1,60 m hohe Hndernis. Leider so schnell, dass der Fisch beim Druck auf den Kameraauslöser schon unter den Wasserspritzern weggetaucht ist. 

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19.11.2009: Kormorandiskussion jetzt auch bei uns. Nach der umstrittenen Wahl des Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 durch den NABU berichtete nun auch die Rotenburger Rundschau über die Kormoranproblematik im Landkreis Rotenburg. Anders als auf Bundesebene verläuft bei uns die Diskussion zwischen Anglern und Naturschutzverbänden allerdings auf sehr sachlicher Ebene - Nicht zuletzt aufgrund unserer guten Zusammenarbeit mit dem NABU-Kreisverband Rotenburg und wegen der (noch) moderaten Kormoranzahlen an unseren Gewässern.

Einen Kormoran-Artikel der Rotenburger Rundschau vom 14.11.2009 finden Sie hier.

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14.11.2009: Erste Meerforellen laichen in Fintel. Auf allen Kieslaichplätzen, die wir in diesem und in den vergangenen Jahren angelegt haben, sind jetzt Laichaktivitäten von Meerforellen zu beobachten. Zu zweit oder in kleinen Gruppen stehen die Meerforellen auf den Kiesbetten, wobei meist ein großer Milchner (Männchen) seine Weibchen (Rogner) gegen Konkurrenten verteidigt. 

Die Laichplätze erkennt man oft schon von weitem: Der von den Fischen frisch zu Laichhügeln aufgeworfene Kies stammt aus tieferen Sohlschichten, ist ohne grünen Biofilm und daher deutlich heller.

Hier ein paar aktuelle Bilder von frisch geschlagenen Meerforellen-Laichgruben/-hügeln in der Fintau und Ruschwede (Fotos: Jens Engelken).

 

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13.11.2009: Meerforellen-Laichwanderung läuft an. Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Tage hat nun auch auch im Wümmegebiet die Laichwanderung der Meerforellen begonnen. Am Wümme-Wehr in Scheeßel sind seit einigen Tagen zahlreiche Meerforellen zu beobachten, die versuchen, das hohe Wanderhindernis zu überwinden, um zu ihren Laichplätzen in der Fintau und Ruschwede zu gelangen.

Trotz der hohen Wasserstände bildet das Wehr aber eine sehr schwer passierbare Barriere. Von ca. 50 Sprungversuchen der Meerforellen innerhalb einer Stunde war heute morgen nicht ein einziger erfolgreich ! Die Fische verbrauchen hier in tage- oder manchmal wochenlangen Versuchen ihre kostbaren Energiereserven, die sie für das eigentliche Laichgeschäft benötigen. Der von uns seit Jahren geforderte Bau eines funktionsfähigen Fischpasses hat hier höchste Priorität für die Wanderfische und die ökologische Durchgängigkeit im oberen Wümmegebiet.

Hier ein paar Bilder von den springenden Meerforellen am Scheeßeler Wümmewehr:

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8.11.2009: Bau des Hochwasserschutzdammes an der Fintau. Inzwischen sind an der Fintau die ersten Spundwände für das Schleusenbauwerk des Hochwasserschutzdammes in der Fintau gerammt worden.

          Foto: J. Engelken

siehe auch Aktuelles vom 2.11., 26.10. und 18.1.2009

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2.11.2009: Leider nur ein Farmlachs .... Der vor etwa 10 Tagen im Wümme-Südarm bei Fischerhude gefangene Lachs (vgl. Aktuelles vom 27.10.2009) war leider kein echter Wildlachs, sondern nur ein aus einem Netzgehege im Atlantik entwichener Zuchtlachs (sog. "Farmlachs").

Lachs-Fachmann Peter Wessendorf vom Oste-Lachs-Projekt dazu: "Also ein Lachs ist das eindeutig, aber...leider `nur` ein Farmlachs. (...) Sehr deutlich ist der wesentlich dickere Schwanzstiel bei dem `Wümme-Lachs` zu erkennen, ebenso die stark beschädigte Rückenflosse und die für einen Wildlachs viel zu `runde` und kleine Schwanzflosse. Der Körper weist zudem auffällig mehr dunkle Punkte als ein Wildlachs auf. Die ganze Körperzeichnung ist auch etwas `verschwommen` und nicht so klar abgegrenzt wie bei Wildfischen."

Mehr zu Unterscheidungsmerkmalen von Zucht- und Wildlachsen von P. Wessendorf finden Sie hier.

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2.11.2009: Bau des Hochwasserschutzdammes an der Fintau. An der Fintau bei Lauenbrück ist nun das temporäre Umleitungsgerinne am Hochwasserschutzdamm fertiggestellt worden. Das Gerinne dient dazu, die Arbeiten am Schleusenbauwerk im trockenen Zustand durchzuführen. Durch Verzögerungen im Plan- und Genehmigungsverfahren finden die Arbeiten im Gewässer jetzt genau zur Laich- und Wanderzeit der Meerforellen statt, also zu denkbar ungünstiger Zeit.

- siehe auch Aktuelles vom 26.10. & 18.1.2009

      Temporäres Gerinne (Vordergrund), das während der Bauphase auf kurzer Strecke die Fintau umleitet                (Foto: J. Engelken)

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2.11.2009: Lachsfischen an der Oste. Am Wochenende sind die Aktiven des SFV Sittensen wieder zum Laichfischfang an der oberen Oste unterwegs gewesen. Ins Netz kamen vor allem Lachse (leider nur Milchner), aber auch die ersten Meerforellen sind bereits da.

  Die Mannschaft des SFV Sittensen beim E-Fischen auf der Oste in Sittensen

                                                            Peter Wessendorf (SFV SIttensen) mit einem Lachsmilchner aus der oberen Oste (Foto: J. Engelken)

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30.10.2009: Sohlgleite an der Oste in Sittensen in Planung. Gute Nachrichten für die "Wiederansiedler" an der oberen Oste: Die Samtgemeinde Sittensen hat nun den Bau einer Sohlgleite am alten Mühlenwehr in Sittensen in Angriff genommen, das bisher trotz Denil-Fischpass bisher für Klein- und Jungfische ein schwer überwindbares Hindernis darstellte.

Eine ausführliche Power-Point-Präsentation von Peter Wessendorf zum erfolgreichen Lachs- und Meerforellenprojekt an der Oste finden Sie übrigens hier (9,5 MB).

Siehe auch Bericht in der Rotenburger Rundschau vom 25.10.2009

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27.10.2009: Beginn des Lachs-Aufstiegs in der Oste. Trotz geringer Wasserstände wandern die ersten Lachse von der Küste zum Laichen in die Flüsse. In der Oste wurden vom SFV Sittensen am vergangenen Wochenende die ersten Laichfische gesichtet und für die Erbrütung & Vermehrung gefangen.

An der unteren Oste bei Nieder Ochtenhausen fing Volker Kück  vor einigen Tagen beim Zanderangeln unbeabsichtigt einen schönen Lachs-Rogner (siehe Bild), der wegen der Schonzeit natürlich wieder unversehrt zurückgesetzt wurde.

   Volker Kück mit Lachs-Rogner aus der unteren Oste bei Nieder Ochtenhausen

... und Wümme !!!

Besonders bemerkenswert ist allerdings der Fang eines 84 cm langen Lachs-Rogners, den Dipl. Biol. Ingo Brümmer (AG Fischökologie Braunschweig) letzte Woche bei fischereibiologischen Untersuchungen (FFH-Monitoring) im Wümme-Südarm bei Fischerhude gefangen hat.                      Dies ist der erste Lachsnachweis in der Wümme seit 2002 ! (Foto folgt umgehend)

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26.10.2009: Bau des Hochwasserschutzdammes an der Fintau. Nach dem ersten Spatenstich im September gehen die Arbeiten zum Bau des Hochwasserschutzdammes an der Fintau (vgl. Aktuelles vom 18.1.2009) nun zügig voran. Der Tal querende Damm ist bereits zu großen Teilen aufgeschüttet und wird zur Zeit verdichtet und für die Anlage der Straße vorbereitet.

Als Kompensationsmaßnahme für das Bauvorhaben werden auf unseren Vorschlag hin in der Fintau demnächst u. a. mehrere Kieslaichplätze und naturnahe Uferumgestaltungen hergestellt.

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25.10.2009: Zwergwal an der Lesum - "Der Lachs war wohl sein Verhängnis". An der Lesum, dem Zusammenfluss von Hamme und Wümme wurde vor über 300 Jahren ein fast 10 m langer Zwergwal mit Schusswaffen erlegt, ans Ufer geschleppt und zu Tran und Walfleisch verarbeitet. Der Nordische Merkur berichtete am 10. Mai 1669 darüber:

"Es ist gestern / nahe bei hiesiger Stadt / in einem Flusse / Lessum genanndt / welcher ein Arm aus der Weser ist / ein Wallfisch / dessen Länge 29 Fuß ist / geschossen / und heute vor diese Stadt gebracht worden. Alles Stadtvolk läuft dahin / selbigen zu sehen."

"Es sei ein Weibchen und soll den Winter über viel Lachse aus der Weser gefressen haben. Das Männlein sei in der Nähe und werde fleißig gesucht."

                                                        Gemälde des 1669 gefangenen Zwergwals im Bremer Rathaus

Der Walfang führte sogar zu diplomatischen Verwicklungen. Der bremische Kanzler Bley musste mit der schwedischen Besatzungsregierung auf der anderen Weserseite Verhandlungen über den Verbelib des Tiers führen: "Wir hatten auch einen Wallfisch geschossen, und von der schwedischen auf die Bremer Seite gezogen, begehrte die schwedische Seite wenigstens das Skelett."  Die Bremer hatten den Wal auf der Schweineweide allerdings bereits zerlegt, Thran gebrannt, das Gerippe zusammengefügt und im Rathaus unter die Decke gehängt. Die Bremer hatten ihr Recht mit dem Argument geltend gemacht, der Wal habe sich nach dem Schuss auf den Schlick auf bremischer Seite geworfen. Die Schweden beharrten nicht auf die Rückgabe, das Skelett hängt heute im Überseemuseum.

Die Zeitgenossen waren sich sicher, dass der Wal den in Weser und Wümme austeigenden Lachsen folgte. Der Weser-Kurier berichtete über den Vorfall mit einem Rückblick am 2.8.2008 mit der Überschrift "Der Lachs war wohl sein Verhängnis". Ein von einem Rembrandt-Schüler gezeichnetes Gemälde des Wales hängt übrigens im Bremer Rathaus (siehe Bild oben)

Näheres finden Sie auch unter:

http://servidor.durania.homelinux.net/tikiwiki/tiki-read_article.php?articleId=102

http://www.senatspressestelle.bremen.de/detail.php?id=19294

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22.10.2009: Grünlandumbruch ab sofort genehmigungspflichtig. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat gestern bekannt gegeben, dass für alle Landwirte, die EU-Direktzahlungen erhalten, ab sofort ein Verbot zum Umbruch von Dauergrünlandflächen gilt. Anlaß war der massive Grünlandverlust, der seit 2003 in Niedersachsen etwa 7 %, im Landkreis Rotenburg aber 10-12 % betrug. Die von der EU vorgeschriebene 5%-Grenze wurde somit eindeutig überschritten (siehe auch Homepage des ML Nds).

Leider kommt diese Entscheidung viel zu spät. Wertvolle und erosionsarme Grünlandbereiche sind heute zu riesigen, monotonen Maiswüsten geworden, die von unzähligen, Sand fördernden Dränagen und Entwässerungsgräben durchzogen werden. Auch die gesetzlich geschützten Uferrandstreifen werden vielfach nach wie vor illegal unter den Pflug genommen.

Diese Praxis wird auch von der Arbeitsgemeinschaft der Naturschutzverbände im Landkreis Rotenburg abgeprangert, z. B. im Artikel aus der Rotenburger Kreiszeitung vom 10.10.2009

Als Folge dieser Entwicklung stellen wir seit einigen Jahren eine massive Zunahme von mobilem Sand in unseren Bächen fest, der eindeutig der größte Schadfaktor für die Fischfauna im oberen Wümme-gebiet ist.

   Eines von zahllosen Beispielen: Im Frühjahr 2009 noch Grünland ....

         ... fünf Wochen später (illegaler Weise) Mais bis an die Böschungsoberkante

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13.10.2009: Außerhalb jeglicher Vernunft: Kormoran wird Vogel des Jahres 2010. Was den NABU bei dieser instinktlos anmutenden Entscheidung geritten hat, wissen wir auch nicht. Aber Fakt ist, dass der Kormoran pressewirksam und grundlos als Vogel des Jahres 2010 in den Rang einer vorrangig zu schützenden Art gehoben wird.

Angesichts der auf über 1.000.000 Exemplare angestiegenen europäischen Population, fragt man sich, ob diese Entscheidung dem Gehirn eines Fundamentalisten entsprungen ist, der die gesamt-europäische Kormoranproblematik, insbesondere die vielfach belegten fischereilichen und wirtschaftlichen Kormoranschäden völlig ausgeblendet hat. Sogar das Europäische Parlament hat die Kormoranproblematik erkannt und mit überwältigender Mehrheit 2008 einen gesamteuropäischen Kormoranmanagementplan beschlossen.

Näheres zum Thema auch auf der Homepage des VDSF und des OEKF

                        Quelle: MITTEILUNGEN DES ÖSTERREICHISCHEN KURATORIUMS FÜR FISCHEREI & GEWÄSSERSCHUTZ

 Forellen als Kormoranfutter

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7.10.2009: Endlich Regen ! Nach den fast regenlosen Monaten August und September, die zahlreiche Gräben und kleinere Bäche zum Austrocknen gebracht haben (vgl. Aktuelles vom 28.8.2009), fällt nun endlich ergiebiger Regen. Die heutige "Warnung" des Deutschen Wetterdienstes vor Dauerregen im Landkreis Rotenburg nehmen wir daher als freudige Ankündigung auf. Bis die Pegel allerdings wieder auf einem Niveau sind, dass die aufsteigenden Meerforellen die Wümmewehre in Hellwege und Scheeßel passieren können, muss es noch einige Tage viel Regen geben.

   Quelle: wetter.com vom 7.10.2009

      Quelle: t-online.de / Nachrichten 

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30.9.2009: Kieslaichplätze in der Fintau neu angelegt. Unsere Renaturierungsmaßnahmen gehen weiter voran. In der Fintau nördlich von Fintel ("Wischenbrücke") haben wir nun mit Unterstützung zahlreicher Vereinsmitglieder des ASV Fintel über 70 Tonnen Kiese & Steine mit Schubkarre und Minibagger in die Fintau gebracht. Danke auch an die externen Helfer, insbesondere an Frau Cassier und die Mitglieder der Pachtgemeinschaft Lehrde !

Aus einer monotonen, breiten "Sandpiste" ist eine lange, turbulent fließende Kiesrausche entstanden, die es zukünftig auch Spaziergängern ermöglicht, im Winter von der Brücke aus laichende Meer- und Bachforellen zu beobachten.

Hier ein paar Bilder der Aktion:

 

 

 

  

 

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19.9.2009: Weiterer Naturschutzpreis für unser Meerforellenprojekt !                                       Nach dem Gewinn der Muna 2005 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt  (DBU) haben wir nun einen weiteren Naturschutzpreis für unser Projekt gewonnen: Bei dem Wettbewerb "Natur vor meiner Haustür", der von der Metropolregion Hamburg und der Aktion Fischotterschutz im Rahmen des Leitprojektes Blaues Metropolnetz ausgeschrieben wurde, konnten wir unter zahlreichen Mitbewerbern den 2. Preis errringen.

Die mit einem Preisgeld von 2.000 € verbundene Urkunde wurde uns am vergangenen Freitag in einer kleinen Feierstunde im Hamburger Rathaus vom Umweltstaatsrat der Freien und Hansestadt Hamburg Christian Maaß und dem Vorsitzenden der Aktion Fischotterschutz Mark Ehlers überreicht.

  Umweltstaatsrat Christian Maaß und der Vorsitzende der Aktion Fischotterschutz Mark Ehlers zeichneten die Vertreter des Meerforellenprojektes Ralf Gerken, Jens Engelken und Frank Brockmann aus.

Auszug aus der Urteilsbegründung der Jury: "Seit 27 Jahren engagiert sich ein Team von Anglern für die Entwicklung im Wümmegebiet. Als Zielarten dienen Lachs und Meerforelle. Dabei stehen nicht nur die Aufzucht und das Aussetzen der jungen Fische zur Überbrückung der ersten sensiblen Lebensphase, sondern auch praktische Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraums auf dem Programm. Hervorzuheben ist auch das umweltpädagogische Engagement an Schulen in der Region."

Näheres finden Sie auch unter: http://metropolregion.hamburg.de/nofl/1016742/wettbewerb-blaues-metropolnetz.html

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17.9.2009: Weitere Kieslaichplätze im Lünzener Bruchbach fertiggestellt. In der vergangenen Woche haben wir in Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband Obere Wümme weitere Kieslaichplätze im Lünzener Bruchbach angelegt. Zwei große Kiesbetten wurden angelegt und zahlreiche Erosionsufer mit Steinschüttungen naturnah befestigt.

Da wir im letzten Winter in diesem Abschnitt erstmals zahlreiche adute Meerforellen beobachtet haben, hoffen wir, dass die Laichplätze ab November von den Fischen gut angenommen werden. Auch der in diesem Abschnitt bisher magere Elritzen- und Mühlkoppenbestand wird von der Maßnahme sicher enorm profitieren.

   Die von starker Seitenerosion betroffenen Ufer wurden wechselseitg mit Kies-Steinschüttungen befestigt, so das das Bachbett wieder schmaler gestaltet wird.

   Durch den Einbau der Kiesschüttungen fließt der Bach hier nun wieder turbulent im schmalen , kiesreichen Bett

    Eines der fertigen Kiesbetten im Lünzener Bruchbach

Diese Renaturierungsmaßnahme ist Teil des Förderprojektes   "Projektteams vor Ort- Unser Beitrag zu Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im BG 24 Wümme".

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Helfer zur Anlage von Kieslaichplätzen gesucht: Am Samstag, den 19.9.2009 von 8-12 Uhr wollen wir in der Fintau bei Fintel weitere Meerforellenlaichplätze anlegen. Da wir dort nicht mit Bagger und Radlader arbeiten können, ist Handarbeit gefragt. Wer mithelfen möchte, ist gerne willkommen (Schaufel & Gummistiefel, ggf. Schubkarre bitte mitbringen) !

Treffpunkt: "Wischenbrücke" nördlich von Fintel - Eine Karte zum Treffpunkt finden Sie hier.

  Fintau an der "Wischenbrücke": Hier wollen wir weitere Meerforellen-Laichplätze anlegen

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10.9.2009: Kiesbetten im Kröpelbach neu angelegt. Mit Hilfe von Schülern der 3. & 4. Klasse der Grundschule Lünzen haben wir heute eine weitere, diesmal kleine Renaturierungsmaßnahme durchgeführt. Im Kröpelbach bei Lünzenbrockhof  (Nebenbach der Veerse) schufen die Kinder in Handarbeit mit Einern und Schaufeln eine kleine Kiesrausche mit Strömungslenkern.

Unter Anleitung von Anja Schulenberg und Ralf Gerken lernten die Schüler auch spielerisch, wie wichtig Strukturvielfalt und Verstecke für die Lebewesen im Gewässer sind.

   Spielerische Wissensvermittlung und anschließende Umsetzung beim Kieseinbringen in den Kröpelbach

  Der Kröpelbach bei Lünzenbrockhof vor und nach Einbau der Kiesrausche

Die Umweltbildungsmaßnahme mit der Grundschule Lünzen ist Teil des Förderprojektes   "Projektteams vor Ort- Unser Beitrag zu Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im BG 24 Wümme".

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31.8.2009: Erfolg der Renaturierung:  Unzählige kleine Elitzen. Auch dieses Jahr konnten sich die stark gefährdeten Elritzen im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede erfolgreich und in großer Zahl fortpflanzen (vgl. Aktuelles vom 2.6. & 6.6.2009). Bei einer Kontrollbefischung fingen wir heute in dem gemeinsam mit der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg von 2006 bis 2009 renaturierten Abschnitt des Baches auf einer Strecke von nur etwa 100 m Hunderte von Jungelritzen.

Auch die Strukturvielfalt im Gewässer hat seit 2006 in diesem Abschnitt enorm zugenommen:               Wo früher eine gerade, breite, intensiv unterhaltene und strukturarme Tristesse mit wenigen Elritzen herrschte, sind heute in kurzer Abfolge Kiesrauschen, Kolke, Stillwasserzonen, Wasserpflanzenpolster, Uferunterstände, Flachufer, Erlen und Schwärme von Jungelritzen zu finden.

Das ist ein eindrucksvoller Beleg, dass (kostengünstiger) Kieseinbau und eine modifizierte, d. h. schonende Gewässerunterhaltung bereits nach kurzer Zeit zu deutlichen Erfolgen führen kann.

          Erfolg der Renaturierung: Ein Kescher voller Elritzen !

   Schöner Beifang: zahlreiche kleine Forellen / Einfach, kostengünstig, aber effektiv renaturierter Abschnitt des Lünzener Bruchbaches

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28.8.2009: Pegelstände auf dem Tiefpunkt !? Die seit Wochen anhaltende Trockenheit spiegelt sich auch in den Wasserständen unserer Bäche wider. Am Wümmepegel Hellwege sinkt seit den letzten ergiebigen Regenfällen im Juli das Wasser stetig und hat die bisherige Jahrestiefstmarke von 40 cm erreicht.  Da auch in den nächsten Tagen kein nennenswerter Regen zu erwarten ist, nähern wir uns dem absoluten 10-Jahres-Tiefpunkt von 28 cm vom August 2003.

  Wasserstände am Wümmepegel Hellwege im August 2009 (Quelle: NLWKN)

Angesichts des in Kürze beginnenden Laichaufstiegs der Meerforellen könnte das wie im Jahre 2003 zu einem großen Problem werden. Damals führten die tiefen Wasserstände dazu, dass die Fische die Wehre (vor allem in  Scheeßel) nicht passieren konnten und der Meerforellenaufstieg dramatisch einbrach (Näheres hier). Erschwerend kommt hinzu, dass die für Fische nicht passierbare Wasserkraftanlage in Scheeßel nahezu den gesamten verbliebenen Abfluss "schluckt" und bei Wehr &  Fischtreppe kaum noch ein Tropfen Wasser ankommt.

    An der Fischtreppe und dem Wehr in Scheeßel herrscht Ebbe - und die Wasserkraftanlage läuft munter weiter...

Obwohl wir seit Jahren immer wieder auf diese Probleme hinweisen und die Wümme FFH-Gebiet u. a. für Wanderarten wie das Flussneunauge ist, scheint das alles bei der Aufsichtsbehörde nicht von erheblichem Belang zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass hier keine wasserbehördliche Anordnung zur gewässerökologisch vertretbaren Nutzung der Wasserkraftanlage erlassen wird.

Damit nicht genug: Der scheinbar willkürlich kalibrierte Kanupegel an der Scheeßeler Mühle zeigt immer noch auf "grün" und signalisiert Kanuwanderern vor Ort, dass die Wümme immer noch zum Befahren freigegeben ist.....

                                                                                           Trotz Niedrigstwasser immer noch auf "grün" - der Kanupegel Scheeßel

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24.8.2009: Exkusion an die Skjerna (Dänemark). Die dänischen Gewässerschützer sind uns Deutschen um Jahre voraus. Dies wurde auf der vom LFV Weser-Ems organisierten Exkursion an die Skjerna in Westjütland (Dänemark) deutlich, an der unsere Gewässerwarte Jens Engelken und Ralf Gerken jetzt teilnahmen. Als Reiseführer fungierten Jens Salva (LFV Weser-Ems) sowie Gerd Holdensgaard und Kim Iversen vom Danmarks Center for Vildlaks (DCV).

Auf Grundlage eines nationalen Managementplans zum Aufbau der Lachsbestände (National Management Plan for Salmon) wurden und werden in Dänemark umfangreiche und flussgebiets-übergreifende Renaturierungsmaßnahmen im großen Stil durchgeführt. Die Anlage von Kiesbetten, Sandfängen, Ockerfängen, Sohlgleiten, großräumige Remäandrierungen, die Schleifung von Wehren und Fischzuchtanlagen, wissenschaftlich begleitete Managementpläne für Lachs und Meerforelle sowie die bedarfsgerechte & schonende Gewässerunterhaltung gehören in Dänemark zum anerkannten Standard der Gewässerbewirtschaftung und -entwicklung.

Bemerkenswert ist, dass diese Maßnahmen von Fischereiverbänden, Angelvereinen, Umwelt- und Fischereiministerium sowie zahlreichen Kommunen im breiten Konsens durchgeführt werden. Die Erfolge sind absolut sehenswert: So ist z. B. die Zahl der Lachsaufsteiger in der Skjerna in den letzten 30 Jahren von nahezu Null auf über 3.000 Stück / Jahr angestiegen.

Das "dänische Modell" ist somit ein absolutes Vorbild für die Umsetzung der Wasserrahmen-richtlinie und zeigt welch großer Handlungsbedarf bei uns noch in Richtung salmoniden-gerechter Fließgewässer besteht !

   Unsere Exkursionsführer Kim Iversen und Gerd Holdensgaard vom Danmarks Center for Vildlaks

   Lachszentrum des DCV in Skern, in dem jährlich Hunderttausende Junglachse erbrütet und als Besatzfische aufgezogen werden.

  Elterntierhaltung (Lachs & Meerforelle) im Lachszentrum des DCV

   Praxisnahe Vorstellung von Renaturierungsmaßnahmen an der Ommea

  Beispielhaft renaturierte Nebenbäche der Skjerna in Westjütland

   Gewässerunterhaltung auf dänisch: Schonende Stromstrichmahd per Hand /  Rechts: Städtebaulich vorbildlich eingefügter Fischpass in Form einer rauhen Gleite in Silkeborg

   Aquarium "Aqua" in Silkeborg: Neben adulten Meerforellen und Fischottern werden nahezu alle heimischen Fische dort in großen, naturnah gestalteten Becken gezeigt - absolut sehenswert !

Mehr Fotos der Exkursion finden Sie hier:

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14.8.2009: Tolle Renaturierungsaktion an der Este bei Bötersheim. Ludwig Tent berichtet auf seinem Internet -Blog OSMERUS von einer beispielhaften Aktion zur Revitalisierung der Este bei Bötersheim (Landkreis Harburg):

"Am Butterberg, an der Este bei Bötersheim, trafen sich 75 Waldfeen und Naturburschen, um 75 t Kies in diesen sommerkühlen Bach zu schaufeln. An die Naturschutzstiftung des Landkreises Harburg war wieder einmal der Wunsch von Stein Promotions gelangt, eine gute Aktion zum Schutz der Natur durchzuführen. Unterstützt von der Edmund Siemers-Stiftung und der Naturschutzgemeinschaft Salmonidenfreunde fand dies am 17. Juni 2009 statt."

                                             Die Este vor dem Kieseinbau:  gleichförmig und ohne Struktur = kein guter Forellenlebensraum !

      75 Freiwillige schaufeln 75 Tonnen Kies in die Este, der dort als Kiesdepot für die Revitalisierung des Baches sorgen soll. Weitere Bilder der Aktion finden Sie hier.

                                             Die Este kurz nach dem Kieseinbau - das nächste Hochwasser und die Forellen  werden  für die gewässergerechte Verteilung sorgen - weitere Bilder finden Sie hier.

- Alle Bilder von Ludwig Tent -

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8.8.2009: Neue Homepage "Projektteams vor Ort - Unser Beitrag zur Umsetzung der WRRL im Einzugsgebiet der Wümme". Eine neue Hompage zu unserem umfangreichen Förderprojekt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie ist ab sofort online. Zusammen mit der Stiftung Nordwest Natur (NWN), dem Fischerei- und Gewässerschutzverein Lilienthal, der BIOS Osterholz und dem BUND Niedersachsen stellen wir hier unsere gemeinsamen Aktivitäten im Bereich Gewässerrenaturierung, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit vor.

  Schauen Sie mal rein unter: wrrl-vor-ort-wuemme.de

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8.8.2009: Hochwasserschutzdamm wird ab August gebaut. Wie die Rotenburger Kreiszeitung kürzlich berichtete, wird ab Mitte August bis vsl. Ende des Jahres der Hochwasserschutzdamm in der Fintauniederung bei Lauenbrück gebaut (siehe auch Aktuelles vom 18.1.2009). Unter Leitung des Nds. Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Verden wird ein Damm durch die Bachniederung oberhalb von Lauenbrück gebaut, der im Falle eines Extremhochwassers ein Gebiet von ca. 79 Hektar als Retentionsraum überfluten wird.

Den ganzen Artikel der Rotenburger Kreiszeitung finden Sie hier.

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1.8.2009: Umweltbildungsveranstaltungen mit der Grundschule Fintel & Grundschule Lünzen. Zum Abschluss des Umweltbildungsprojektes des Angelverein Fintel mit der Grundschule Fintel fand kurz vor den Sommerferien ein gemeinsames Abschlussgrillen an der Ruschwede statt. Über ein Jahr lernten die Schüler der 3. Klasse unter Anleitung von Anja Schulenberg und Dr. Erika Vauk (Kinderakademie Fintel) viel über unsere Bäche, die dort lebenden Fische und halfen bei Renaturierungsmaßnahmen mit.

 

Zum Auftakt unseres nächsten Umweltbildungsprojektes mit der Grundschule Lünzen ging es mit den Schülern ebenfalls kurz vor den Ferien an den Kröpelbach (Nebenbach der Veerse bei Lünzenbrockhof). Dort wurde erst einmal gekeschert und eine kleine "Expedition" in den Bach begleitenden Bruchwald unternommen. Mit Beginn des nächsten Schuljahres erfahren auch die Lünzener Grundschüler unter Anleitung von unserer Umweltpädagogin Anja Schulenberg viel über Gewässerökologie, Fischfauna, Renaturierung u. v. m.

 Expedition an den Kröpelbach mit der Grundschule Lünzen

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23.7.2009: Veerserenaturierung  2 Jahre nach Ende der Bauarbeiten. Die beiden Bauabschnitte der Veerserenaturierung zwischen Zahrensen und Lünzen (Träger: NLWKN Verden & UHV Obere Wümme; Bauarbeiten 2007 - 2008 / Modellprojekt Wümme) entwickeln sich nach anfänglich z. T. starken Uferabbrüchen zu  naturnahen Bachstrecken. Der zuvor begradigte und vielfach aufgestaute Bach weist nun ein turbulentes Abflussgeschehen, eine vielfältige Kiessohle und unzählige natürlich aufgewachsene Erlen im Uferbereich auf.

Leider ist der kiesreiche Oberlauf der Veerse aufgrund des 3 m hohen Wehres bei Lünzen für Meerforellen und andere Wanderfische unerreichbar.

      1. Bauabschnitt der Veerserenaturierung bei Zahrensen im Juli 2009 mit  unzähligen, natürlich aufgekommenen Jungerlen

      Die Veerse in diesem Abschnitt vor der Renaturierung (September 2006)

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23.7.2009: "Glückliche Fische". An der Böhme (Nebenfluss der Aller) in Walsrode wird zur Zeit ein Umgehungsgerinne um das Stauwehr an der Plötzmühle gebaut. Die Walsroder Zeitung berichtete heute von "glücklichen Fischen", wie Meerforelle, Lachs, Aal, Flussneunauge und anderen Wanderfischen, die sich über die Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit freuen.

 Den ganzen Artikel aus der Walsroder Zeitung finden Sie hier.

An der Oste bei Bremervörde wird vom Landvolkverband Bremervörde dagegen ausgerechnet die ökologische Durchgängigkeit als Argument für die dort angestrebte Absenkung des Ostewehres vorgebracht. Der Bremervörder Angelverein und die  Naturschutzverbände befürchten für den Fall der Wehrabsenkung ein Trockenfallen weiter Flussstrecken. Das würde zwar den Maisanbau im Auenbereich enorm begünstigen, hätte aber katastrophale Folgen für die Fischfauna und zahlreiche Feuchtgebiete. Ein Fischpass oder Umgehungsgerinne wäre sicher eine bessere Lösung, als die vom Landvolk angestrebte Legung des Wehres.

Einen Artikel aus der Bremervörder Zeitung vom 4.6.2009 zu dem Thema finden Sie hier.

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16.6.2009: Empfänger von Agrarsubventionen. Wer schon immer mal wissen wollte, wohin die Agrarsubventionen der Europäischen Union fließen, der schaut am besten mal auf die entsprechende Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft & Ernährung. Unter diesem Link zur können Sie mit Hilfe einer einfachen Suchmaske herausfinden, wer wieviel an Agrar-Finanzhilfen bekommt.

In der Gemeinde Scheeßel erhalten z. B. 175 Zahlungsempfänger die Gesamtsumme von 3.575.000 € pro Jahr, durchschnittlich rund 20.400 € pro Betrieb. Die zehn größten Zahlungsempfänger in der Gemeinde Scheeßel erhalten aber allein 25 % der ausgeschütteten Gelder, im Schnitt 92.675 € - der Spitzenempfänger sogar 142.000 € pro Jahr (Stand 2008) !

Wie  der Blick in unsere Agrarlandschaft zeigt, ist der überwiegende Teil der Gelder nicht an wirksame ökologische Kriterien gekoppelt. Verlierer dieser Förderpolitik sind z. B. kleinere Betriebe, die ums Überleben kämpfen sowie die Umwelt, die unter den Folgen der Intensivlandwirtschaft leidet. Die EU-Prämien müssten daher verstärkt an den sozialen und ökologischen Nutzen für die Gesellschaft gebunden werden,  z. B. an erosionsärmere und damit auch gewässerverträglichere Bewirtschaftungs-formen.

Mehr Infos zum Thema auch unter: wer-profitiert.de

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8.6.2009: Neue Presseberichte. Neben der Rotenburger Kreiszeitung und der Rotenburger Rundschau berichtete auch der BLINKER auf seiner Internetseite von den Renaturierungs-maßnahmen an der Veerse bei Westervesede. Die Artikel finden Sie hier:

  Rotenburger Rundschau vom 3.6.2009

 Rotenburger Kreiszeitung vom 6.5.2009

  BLINKER-Homepage:  Aktuelles vom 2.6.2009

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6.6.2009: Strömungslenker im Lünzener Bruchbach fertiggestellt. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg haben wir diese Woche eine Reihe von Strömungslenkern und kleinen Kiesrauschen in den Lünzener Bruchbach eingebracht, die eine eigendynamische Gewässerentwicklung  initiieren sollen. Durch diese Maßnahmen werden die seit 2006 laufenden Bemühungen zur Revitalisierung des Baches im Bereich der stiftungseigenen Flächen bei Ostervesede fortgesetzt. Profiteure sind schon jetzt die stark gefährdeten Elritzen, für die der eingebrachte Kies ein hervorragendes Laichsubstrat ist (siehe Aktuelles 2.6.2009).

   Transport  des Kieses und Feinmodellierung der Strömungslenker durch Heike Vullmer (Stiftung Naturschutz).      Die braune Färbung kommt übrigens durch die geringen Lehmbestandteile im Kiesgemisch zustande, die nach kurzer Zeit ausgewaschen werden und für das Gewässer unbedenklich sind.

   Kiesrauschen und Strömungslenker als Bausteine für die naturnahe Entwicklung des Lünzener Bruchbaches

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2.6.2009: Elritzen beim Laichgeschäft. Dank der niedrigen Wasserstände kann man zur Zeit das Laichgeschäft der stark gefährdeten Elritzen im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede gut beobachten. Hier laichen die Fische seit ein paar Tagen in Schwärmen auf den Kiesbetten. Ein toller Erfolg für die Stiftung Naturschutz, die hier seit 2006 zahlreiche Kiesbetten eingebracht hat und der fast erloschen Elritzenpopulation damit wieder Fortpflanzungsmöglichkeiten geschaffen hat.

   Laichende Elritzen mit Laichausschlag & Laichfärbung

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30.5.2009: Arbeitseinsatz an der Veerse. Nachdem Bagger und Traktor bei der Anlage der Kiesbetten in der Veerse bei Westervesede schon die Grobarbeit geleistet haben (vgl. Aktuelles vom 11. & 14.5.2009), wurde heute mit Schaufeln und Harken der Feinschliff durchgeführt. Im Rahmen eines mehrstündigen Arbeitseinsatzes des Angelverein Westervesede wurden die restlichen Kieshaufen in die Sohle und Böschung des Baches eingebaut und die Baustelle wieder ordentlich geräumt. Danke an alle Teilnehmer !

  Der Feinschliff: Kiesschaufeln in der Veerse

   Verteilung der restlichen Kieshaufen & Sicherung von Abbruchkanten

  Das Ergebnis: Eine turbulent fließende Kiesrausche als Laichplatz für Meerforelle & Co

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29.5.2009: "Der Fisch beginnt zuerst am Kopf zu stinken". Mit diesem bezeichnenden Titel  berichtetete die Schaumburg-Lippische Landes-Zeitung von der Mitgliederversammlung des LSFV Niedersachsen am 24.5.2009 in Bückeburg, auf der eklatante Missstände im Vorstand unseres Verbandes aufgezeigt wurden. Zugleich wurden mit der Wahl Bernd Schlickers zum neuen Präsidenten aber auch die Weichen für einen Neuanfang gestellt.  Den Zeitungsbericht finden Sie hier:

http://www.landes-zeitung.de/portal/lokales/sz-heute/rinteln_Der-Fisch-beginnt-zuerst-am-Kopf-zu-stinken-%26hellip%3B-_arid,115285.html

 Bild: Schaumburg-Lippische LandesZeitung

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28.5.209: Filmtipp von Peter Wessendorf (SFV Sittensen) - Wildlachse in Norwegen          

"Hallo Lachsfreunde,                                                                                                                                                                               bei Interesse bitte einmal hier schauen: http://www1.nrk.no/nett-tv/indeks/154064 . Wirklich tolle Aufnahmen vom Lebenszyklus, Laichverhalten und einigen Problemen der Wildlachse! Leider nur mit norwegischem Kommentar...  aber sehenswert allemal. Dauer etwa 55 Minuten.  Gruß von der Oste, Peter Wessendorf / SFV - Sittensen e.V. "

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27.5.2009: Sandsturm in der Maiswüste.  Als Folge der Vermaisung der traditionell grünlandgeprägten Niederungen nimmt die Wasser- und Winderosion der sandigen Böden bei uns stetig zu. Wo früher Grünland den Boden dauerhaft schützte, liegt nun bis in den Sommer der blanke Sand ungeschützt dar. Gestern fegte z. B. eine riesige Sand- und Humuswolke über die Maiswüste zwischen Westervesede und Bartelsdorf. Der erodierte Boden findet über kurz oder lang in großer Menge den Weg in unsere Bäche und schädigt dort die empfindlichen Lebensgemeinschaften.

l  Trotz Sonnenschein kein Durchblick mehr - Winderosion in der Maiswüste bei Westervesede

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24.5.2009: Bernd Schlicker neuer Präsident des LSFV Niedersachsen. Auf der Jahreshauptversammlung des Landessportfischerverbandes Niedersachsen kam es heute in Bückeburg zum von vielen erhofften und lange überfälligen Wechsel in der Führung. Bernd Schlicker aus Rotenburg (W.) ist nun neuer Präsident des Verbandes und löst Peter Rössing ab, der durch die Art seiner Amtsführung zunehmend den Unmut vieler Vereine auf sich gezogen hatte.

 Neuer LSFV-Präsident:  Bernd Schlicker

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19.5.2009: Maßnahmen für bedrohte Elritzenpopulation werden fortgesetzt. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg (Wümme) werden wir in Kürze weitere Renaturierungsmaßnahmen im Lünzener Bruchbach durchführen. Hier kommt noch der einzige nennenswerte Bestand der stark gefährdeten Elritze im oberen Wümmegebiet vor.

Erste Gewässerentwicklungsmaßnahmen der Stiftung (Einbau von Strömungslenkern &, Kiesbänken, Reduzierung der Gewässerunterhaltung) haben in den letzten drei Jahren bereits zu einem starken Anstieg des Jungelritzen-Bestandes geführt.

                     Laichende Elritzen und Bachneunaugen im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede (18.5.2009)

                                   Der Lünzener Bruchbach bei Ostervesede - Aus einer trostlosen Abflussrinne wird auf mehren Hundert Metern schrittweise wieder ein lebendiger Elritzenlebensraum mit Erlenaufwuchs, Kiesrauschen und reduzierter Gewässerunterhaltung.

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18.5.2009: Grünlandumbruch und Maiswüsten gefährden auch unsere Bäche. Im Zuge des agrarstrukturellen Wandels schreitet auch bei uns der Grünlandschwund zügig voran. Für Biogasanlagen und Ackerfutterbau werden immer neue, meist feucht-nasse Grünlandflächen umge-brochen und dräniert, was direkt und indirekt zu einer Beeinträchtigung unserer Fischfauna durch Nährstoffmobilisierung / -einträge sowie erhöhte Sandfracht führt. Selbst im gesetzlich vorgeschriebenen Uferrandstreifen von 5 m (Gewässer II. Ordnung) wird auf vielen Grünland-flächen nun (verbotener Weise) der Pflug angesetzt und fleißig Mais angebaut ....

   Mais bis fast in den Bach ...   /         Statt Randstreifen und Grünland: Gewässer zerstörende Sanderosion vom Acker

   Aus grünlandgeprägten, vielfältigen & erosionsarmen Kulturlandschaften werden dränierte und  artenarme Maiswüsten.

Weil inzwischen aber in Niedersachsen die von der EU geforderte Obergrenze von 5% Grünland-schwund seit 2003 überschritten wurde, ist nach Auskunft der Landwirtschaftskammer Bremervörde wohl noch in diesem Jahr mit einer Verordnung des Landes Niedersachsen zu rechnen, die den weiteren Grünlandumbruch unter Genehmigungsvorbehalt stellt.

Mehr Infos zu Grünlandschwund und Vermaisung unserer Landschaft auch auf der NABU-Homepage.

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14.5.2009: Kiesbetten in der Veerse fertiggestellt. Die Kieslaichplätze in der Veerse bei Westervesede sind nun weitgehend fertiggestellt. Mit Hilfe "unseres" bewährten Baggerfahrers Uwe Ehlbeck konnten die Kiesbetten in kurzer Zeit fachmännisch eingebaut werden. Dabei wurden auch vorhandene Uferrabbrüche saniert sowie naturferner Uferverbau entfernt und anschließend durch Kiesschüttungen ersetzt.

Lage der Kiesbetten an der Veerse bei Westervesede

Ein Dank gilt dem NLWKN Verden für die Finanzierung des Vorhabens sowie dem Land Niedersachsen / NLWKN Lüneburg, dessen Flächen wir bauzeitlich in Anspruch nehmen durften !

    Befestigung von Erosionsufern mit Kiesschüttungen /  Kieseinbau mit dem Bagger

   Uferbefestigung und Entfernung von naturfernem Uferverbau

  Eine der fertiggestellten Kiesrauschen, auf denen im Herbst viele Meerforellen laichen werden !

   Weitere Kieslaichplätze, die hier angelegt wurden

  Schon nach wenigen Minuten wurde das erste Kiesbett von laichenden Bachneunaugen  in Beschlag genommen !

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11.5.2009: Anlage weiterer Kieslaichplätze in der Veerse. Heute haben wir mit der Anlage weiterer Kieslaichplätze in der Veerse bei Westervesede begonnen. Als erste Arbeiten stehen die Verteilung des angelieferten Kieses mit einem Frontlader-Trecker sowie die Instandsetzung und Sicherung der zum Teil erosionsgefährdeten Abbruchufer auf dem Programm. In den nächsten Tagen werden wir dann mit einem Bagger und in Handarbeit den Kies für die Laichbetten einbringen.

Die Anlage der Kiesbetten wird finanziert aus Mitteln der Wasserrahmenrichtlinie durch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN), Betriebsstelle Verden.

  In diesem Veerseabschnitt werden die Erosionsufer mit Kies befestigt und Laichbetten angelegt.

   Transport des angelieferten Kieses ans Ufer der Veerse durch Landwirt Wolfgang Wichern, Westervesede

  Idealer, d.h. unsortierter Laich-Kies mit allen Korngrößen, der in die Veerse gebracht wird und dort Forellen, Mühlkoppen, Elritzen und Neunaugen als Laichhabitat dienen wird.

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6.5.2009: Lachs, Forelle & Klimawandel. Neben der Überfischung bedroht auch der Klimawandel weltweit die Fischbestände. In unseren Breiten stellen wir in den letzten Jahren eine auffallende Häufung von Temperaturextremen fest, die langfristig auch Lachs und Meerforelle gefährden. In den nächsten 75 Jahren ist in Norddeutschland mit einem dramatischen Anstieg der Durchschnitts-temperaturen von ca. 3-4°C zu rechnen. Hohe Wintertemperaturen führten in den vergangenen Jahren bereits zu einer erhöhten Brütlingssterblichkeit bei unseren Meerforellen. 

Quelle: ZDF.de / Mediathek

Einen Bericht des LFV Westfalen zum Einfluss des Klimawandels auf die Fischerei finden Sie hier.

Schwindende Lachs-Bestände sind aber kein alleiniges Phänomen des Industrie-Zeitalters. Schon vor 2200 Jahren gerieten die Fische in Alaska durch Klimaschwankungen unter Druck. Wärmeres Wasser liess die Plankton- und damit auch die Lachsbestände schrumpfen. Näheres hier.

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6.5.2009: Berichte über den Störbesatz in der Oste. Die Bremervörder Zeitung berichtete wieder über den erfolgreichen Versuchsbesatz mit Stören in der Oste (vgl. Aktuelles 20.3.2009), der im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll.

Bremervörder Zeitung vom 20.4.2008 - Bericht hier

Bremervörder Zeitung vom 4.5.2009 - Bericht hier

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30.4.2009: Internetfundstück: Film über Lachs & Meerforelle. Einen kurzen Fernsehbericht über das Lachs-Wiederansiedlungsprojekt in Schleswig Holstein  finden Sie hier:                                         "Die Rückkehr der Lachse" / ZDF-Bericht vom 8.4.2008

  Albrecht Hahn, Betreuer des Lachsprojektes in Schleswig-Holstein im ZDF-Bericht über "Die Rückkehr der Lachse"

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23.4.2009: Flussneunaugen beim Laichgeschäft in Westervesede. Kurz nach den Bachneunaugen haben nun auch die stark gefährdeten Flussneunaugen mit dem Laichgeschäft begonnen. In der Veerse und dem Lünzener Bruchbach bei Westervesede treffen wie jedes Jahr im April etliche der Tiere ein, die wie die Meerforellen von ihren Nahrungsgründen in der Nordsee zur Fortpflanzung ins Süsswasser ziehen (= anadrome Wanderfische). Im Bereich von Kies- und Steinschüttungen legen sie mehrere Tage ihre Eier ab, bevor sie erschöpft sterben. Die nach wenigen Tagen schlüpfenden Larven leben anschließend 3-5 Jahre als sog. Querder in schlammig-sandigen Sohlbereichen, wo sie Plankton filtrieren.

   Flussneunaugen beim Laichen im Lünzener Bruchbach in Westervesede

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22.4.2009: Fintaualtarm ein Jahr nach dem Wiederanschluss. Ein Jahr nach Ende der Arbeiten zum Wiederanschluss und naturnahen Gestaltung des Fintaualtarmes am Tennisplatz in Lauenbrück hat sich hier ein wunderbares Kleinod entwickelt: Die Fintau fließt hier wieder so naturnah, als ob sie niemals begradigt gewesen wäre. Inzwischen haben hier schon Bachneunaugen und Meerforellen gelaicht. Auch im neu angelegten Teich tummeln sich bereits unzählige Frösche und Kaulquappen.

   Schüler der Fintauschule (Projekt "Das fließende Klassenzimmer") beim Keschern im neuen Amphibienteich

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16.4.2009: Bachneunaugen laichen. Seit ein paar Tagen kann man bei uns wieder Bachneunaugen beim Laichen beobachten. An flach überströmten Kiesbänken graben die Bachneunaugen Gruben in die Bachsohle, um dort in kleinen Gruppen abzulaichen. Auch am Fintau-Altarm in Lauenbrück ist das Schauspiel derzeit zu beobachten.

  Laichende Bachneunaugen am reaktivierten Fintau-Altarm in Lauenbrück (Foto: J.Engelken)

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15.4.2009: Kleine Meerforellen im Überlebenskampf. Viele der kleinen Meerforellen, die wir im Frühjahr ausgesetzt haben, werden ihre ersten Wochen nicht überleben. Zahlreiche Feinde, Krankheiten und ungeeignete Lebensbedingungen führen dazu, dass nur ein kleiner Teil von Ihnen zu erwachsenen Fischen aufwächst. Die besten Überlebenschancen haben die kleinen Meerforellen im Bereich der Kiesrauschen, wo sie reichlich Nahrung und Versteckmöglichkeiten finden.

  Meerforellenbrütling im Optimalhabitat (Kiesrausche)

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13.4.2009: AFGN-Tagung in Gronau  am 9. - 10.Mai 2009. Erstmals seit November 2007 und problematischen Auseinandersetzungen mit einigen Landesfischereiverbänden, wie dem LSFV Niedersachsen, findet endlich wieder eine Tagung der Arbeitsgemeinschaft für Fischarten- und Gewässerschutz Norddeutschland (AFGN) statt. Im Lachszentrum in Gronau an der Leine erwartet die Teilnehmer ein umfangreiche Vortragsprogramm zu vielen aktuellen Themen der Gewässerentwicklung und des Fischartenschutzes.

Die Einladung und das Programm der Tagung am 9. und 10. Mai 2009  finden Sie hier.

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6.4.2009: Wiederansiedlung von Hasel & Bachschmerle in der oberen Este. Zusammen mit Ludwig Tent von der Naturschutzgemeinschaft Salmonidenfreunde e. V. aus Tostedt haben wir in der vergangenen Woche auf Häslinge und Bachschmerlen gefischt. Ziel der Aktion war der Fang von Besatzfischen zur Wiederansiedlung im Bereich der oberen Este (LK Harburg) mit den Nebenbächen Kampener Bach und Kamperlienbach. Hier haben Angelverein, Landkreis Harburg und die Edmund-Siemers-Stiftung in den letzten Jahren umfangreiche Maßnahmen zur Restrukturierung der oberen Este durchgeführt. Die Rückkehr der hier verschollenen Kleinfischarten in die wiederhergestellten Bachlebensräume soll mit dem Besatz unterstützt werden.

   "Umzug" vom oberen Wümme- ins obere Estegebiet - Häslinge und Bachschmerlen (Fotos: L.Tent)

Im Todtgraben konnten wir ca. 340 Häslinge fangen, während im Lünzener Bruchbach und dem Abzugsgraben Oster-/Westervesede nur etwa 40 Bachschmerlen in den Elektrokescher gingen. Danke auch an Herrn Gumz & Herrn Hirt vom Landkreis Harburg sowie an Lutz Meyer (LAVES), die die Aktion auf unkomplizierte Weise unterstützt und genehmigt haben. 

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6.4.2009: Katastrophaler Einfluss des Lachs-Farmings auf Wildlachsbestände. Vom katastrophalen Einfluss der kommerziellen Lachszucht in den europäischen und amerikanischen Küstengewässern berichtete National Geographic 2003 und 2008. Demnach machen aus Zuchtgehegen entwichene Zucht-Lachse inzwischen fast ein Drittel des weltweiten Lachsbestandes aus.

Die Folgen sind dramatisch: Die genetische Vermischung von Zucht- mit Wildlachsen führt zum rapiden Anstieg der Brütlingssterblichkeit und dazu, dass die Fische zunehmend die Fähigkeit verlieren, ihre Heimatgewässer zur Fortpflanzung zu finden. Auch die durch Zuchtlachse eingeschleppte Lachslaus schädigt die Wildlachs-Populationen erheblich.

Die Artikel auf der Homepage von NationalGeographic finden Sie hier und hier.                                   (leider nur auf Englisch)

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2.4.2009: Weitere Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU). Im Rahmen der sog. Multiplikatorenförderung im Schwerpunkt "Naturschutz und Umweltbildung mit Kindern und Jugendlichen " haben wir eine weitere Förderung durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt erhalten. Mit einem Betrag von 2.000 € können wir nun unsere "Bachforscher-Ausrüstung" vervollständigen (Lupen, Messgeräte, Pol-Brillen, Literatur etc.), um so noch besser ausgestattet unsere Umweltbildungsprojekte  mit den örtlichen Schulen und Kindergärten durchzuführen.

Mit der Multiplikatorenförderung bezuschusst die DBU u. a.  jedes Jahr 50 Naturschutz-Projekte mit einem Gesamtvolumen von 100.000 €. Bereits 2005 haben wir den Naturschutzpreis Mensch und Natur (muna) der DBU gewonnen.

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30.3.2009: Arbeitskreis Wasserkraftnutzung Eggersmühlen. Auf unsere Initiative hat am vergangenen Freitag zum ersten Mal der Arbeitskreis zur Wasserkraftnutzung an der Fintau in Eggersmühlen getagt. Neben den Angelvereinen Fintel & Lauenbrück haben sich der Unterhaltungsverband Obere Wümme, die Naturschutzinitiative Wesseloh als Betreiber der Anlage sowie die Kinderakademie des Heimatverein Fintel an dem Gespräch beteiligt, das sehr konstruktiv verlief.

   Durch den Schwallbetrieb der Wasserkraftanlage kommt es zu enormen Abflussschwankungen und zur gewässerschädigenden Mobilisierung von Sanden.

Diplom-Geograph Malte Schindler stellte die Ergebnisse der Diplomarbeit vor und zeigte auf, dass durch den Schwallbetrieb der Wasserkraftanlage eine enorme Sandmobilisierung in der Fintau verursacht wird, die zu erheblichen gewässerökologischen und wasserwirtschaftlichen Problemen führt.

Alle Beteiligten des Arbeitskreises zeigten sehr große Bereitschaft aktiv an der Verbesserung der gegenwärtigen Situation mitzuarbeiten. In Kürze werden wir Kontakt mit den zuständigen Wasser- und Denkmalschutzbehörden aufnehmen und die gemeinsam im Arbeitskreis diskutierten Lösungs-vorschläge präsentieren. Näheres demnächst hier.

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29.3.2009: Wechsel beim Unterhaltungsverband Obere Wümme. An der Spitze des Unterhaltungsverbandes Obere Wümme steht mit Reinhard Trau aus Stemmen seit kurzem ein neuer Verbandsvorsteher. Reinhard Trau tritt an die Stelle von Claus Riebesehl (Fintel), der den Verband lange Jahre geführt hat.

  Alter und neuer Vorsteher: C. Riebesehl & Reinhard Trau

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24.3.2009: Meerforellenfänge in der unteren Wümme bei Fischerhude seit 1999.  Auch der Fischereiverein Fischerhude-Quelkhorn beteiligt sich seit Jahren am Meerforellenbesatz in der Wümme. Kurt Brammer, Gewässerwart des dortigen Vereins, hat uns nun eine Zusammenstellung der mit der Angel seit 1999 gefangenen Meerforellen zur Verfügung gestellt. Die Kurve zeigt eindeutig nach oben, was wir auch als Erfolg des Wiederansiedlungsprojektes betrachten.

Die Meerforellen und andere Wanderfische profitieren aber auch vom inzwischen fast abgeschlossenen Umbau zahlreicher Wehre in der unteren Wümme zu Sohlgleiten durch den NLWKN Verden und den Landkreis Verden im Rahmen des GR-Projektes Fischerhuder Wümmeniederung.

   Meerforellen-Rogner aus der Wümme bei Fischerhude                   Renaturierter Wümme-Nordarm bei Fischerhude

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24.3.2009: Wümme-Meerforellen in der Kleinen Aller. Wie Stefan Ludwig von der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft  berichtet, war der erste Initialbesatz mit kleinen Meerforellen in der Kleinen Aller bei Bergfeld / Wolfsburg sehr erfolgreich. Hier wurden im März 2008 5.000 Brütlinge aus unserer Lauenbrücker Brutanlage versuchsweise besetzt. Wie eine kürzlich durchgeführte Kontrollbefischung zeigte, mit offensichtlich gutem Erfolg! Einige der Fische erreichten innerhalb eines Jahres eine Länge von 15 cm und waren bei bester Kondition.

                                  1-jährige Meerforelle aus der Kleinen Aller; geschlüpft im Januar 2008 in unserer Brutanlage

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21.3.2009: Meerforellenbesatz in der Veerse und dem Lünzener Bruchbach. Dank der Hilfe zahlreicher Mitglieder konnte der  diesjährige Meerforellenbesatz in der Veerse und dem Lünzener Bruchbach  in Westervesede heute schnell über die Bühne gebracht werden. Rund 15.000 Brütlinge konnten wir auf einer Strecke von ca. 4 km in etwa einer Stunde ausbringen.

  Andreas Wahlers beim heutigen Meerforellenbesatz an der Veerse

Mit Justus Klopp (Nindorf) und Leandra Behrends (Westervesede) haben auch zwei Jugendliche dabei freiwillig mitgeholfen Vielen Dank dafür !

  Freiwillige Helfer: Justus Klopp und Leandra Behrends

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20.3.2009: Wiederansiedlung des Störs in der Oste. Im Gegensatz zur Wümme war die Oste früher die Heimat des Europäischen Atlantischen Störs (Acipenser sturio), der eine Länge von 4  m und ein Gewicht von 400 kg erreichen kann. Durch Überfischung, Flussausbau und Verlust der kiesigen Laichplätze ist der Stör in allen deutschen Flusssystemen seit Jahrzehnten ausgestorben.Der letzte Stör in Deutschland wurde 1993 illegal gefangen und landete ausgerechnet in der Kantine des Bundesinnenministeriums....

Erste Wiederansiedlungsversuche in Deutschland  laufen seit 2006 im Odergebiet.

   Störfänge in der unteren Oste um 1900

Unter Federführung des NLWKN startet nun auch ein Stör-Wiederansiedlungsprojekt in der Oste. Mit Beteiligung der Pachtgemeinschaft Oste werden am 18. April 2009 die ersten 55 Jungfische in der unteren Oste ausgesetzt. Wie das NLWKN mitteilt, werde der experimentelle Besatz vom Bund mitfinanziert und sei Teil nationaler und internationaler Aktionspläne zum Wiederaufbau von Störbeständen. Die Oste-Besatzfische werden ürbigens alle mit Telemetriesendern versehen, um Aufschluß über ihr Wanderverhalten und ihren Verbleib zu bekommen.

Mehr zum Stör und zur Stör-Wiederansiedlung in der Oste finden Sie auch hier:

  Rotenburger Rundschau vom 20.3.2009

  Stör-Archiv Oste

  Gesellschaft zur Rettung des Störs / Film über einen Störfang in der Eider (um1960-1970)

  Wikipedia - Europäischer atlantischer Stör

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18.3.2009: Pressebericht über die Eichenschul-Exkursion. Die Rotenburger Rundschau berichtete in der heutigen Ausgabe über die von uns geleitete Exkursion der Eichenschul-"Bachspezies" zur Brutanlage mit anschließender Elektrobefischung & Meerforellenbesatz in der Ruschwede und dem Postreithgraben bei Fintel (siehe Aktuelles -  3.3.2009)

Den Artikel der Rotenburger Rundschau finden Sie hier.

Nachtrag: Auch die Rotenburger Kreiszeitung berichtete am 20.3.2009 - Artikel hier.

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18.3.2009: Bilanz der Homepage nach 6 Monaten. Seit Oktober letzten Jahres konnten wir uns über eine Vielzahl von Besuchern und durchweg positive Rückmeldungen freuen. Vielen Dank dafür !

Nach der Web-Statistik unseres Providers verweisen inzwischen 1.323 Top-Level-Domains auf unsere Seite. Im Gegensatz zum Besucherzähler auf der Startseite (3124) weist unsere Provider-Statistik sogar 15.400 Besucher auf, die insgesamt 49.500 Seitenaufrufe tätigten.

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14.3.2009: Bedrohte Lebensräume kleiner Meerforellen. Als Lebensraum für junge Meerforellen eignen sich vor allem die kleinen Oberläufe unserer Bäche. Wenige große Fische, zahlreiche Unterstände, Beschattung durch Erlen und klares Wasser bieten den Jungfischen hier natürlicher Weise ideale Lebensbedingungen. Durch Ausbaumaßnahmen und Intensivierung der Gewässer-unterhaltung  sind zahlreiche dieser wertvollen Jungfischlebensräume in den letzten Jahren verloren-gegangen oder in ihrer strukturellen Qualität erheblich beeinträchtigt worden.

Die verbliebenen naturnahen Bachstrecken sind dafür umso schützenswerter und eignen sich für den derzeit laufenden Meerforellen-Besatz, wie z. B. Teilstrecken von Ruschwede, Veerse, Fintau, Postreithgraben und Grimmsmoorbach.

   Strukturreicher Oberlauf der Ruschwede bei Insel (LK SFA) - Guter Lebensraum für kleine Meerforellen

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14.3.2009: Nicht nur Meerforellen wandern zu ihren Laichplätzen. Mit steigenden Temperaturen kommen seit einigen Tagen auch Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche wieder aus ihren Winterquartieren gekrochen und wandern zu ihren Laichplätzen. Angesichts zahlreicher zu überquerender Straßen eine sehr gefährliche Reise, wenn nicht Amphibienfangzäune aufgestellt werden...

   Erdkröte & Grasfrosch

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10.3.2009: Meerforellenbesatz - Helfer gesucht. Nachdem nun alle Fische in unserer Brutanlage geschlüpft sind, haben wir in den kommenden ca. drei Wochen viel zu tun, die kleinen Meerforellen großflächig in unsere Bäche zu besetzen. Wer dabei mithelfen möchte (jeweils Samstags oder Sonntags für 1-2 Stunden), kann sich bei Jens Engelken (Tel. 0171- 198 26 85)  oder Ralf Gerken (0151 - 1555 9779) melden.

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3.3.2009: Globale Fischereikrise verschärft sich. Versprochene Trendwende ist ausgeblieben. Die Zahl der überfischten oder bis an die biologischen Grenzen ausgebeuteten Fischbestände ist zwischen 2004 und 2006 erneut gestiegen – von 77 auf 80 Prozent. Dies geht aus dem heute in Rom veröffentlichten Weltfischereireport der UN-Welternährungsorganisation (FAO) hervor. „Die Plünderung der Meere geht weiter. Der drohende Zusammenbruch vieler Fischbestände gefährdet nicht nur die Ernährungssicherheit in den Entwicklungs- und Schwellenstaaten, sondern auch hunderttausende Arbeitsplätze und das Ökosystem Ozean, bilanziert WWF-Fischereiexpertin Karoline Schacht. Die seit langem von Politik und Fischereiindustrie versprochene Trendwende sei ausgeblieben. Mehr zum Thema hier.

 Quelle: WWF Seafood Group

Einen Einkaufsratgeber für Fische & Meeresfrüchte des WWF finden Sie hier.

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3.3.2009:  "Bachspezies"der Eichenschule Scheeßel auf Exkursion an die Ruschwede. Nach der Grundschule Fintel haben letzte Woche auch rund 15 Eichenschüler aus Scheeßel im Rahmen des NABU-Projektes "Die Bachspezies" wieder beim Meerforellenbesatz im Postreithgraben bei Fintel mitgewirkt. Vorher stand aber noch eine Besichtigung der Brutanlage sowie eine Elektro-befischung in der Ruschwede auf dem Programm, wo wir trotz Hochwassers einige Mühlkoppen und einjährige Meerforellen fangen konnten. Wie die Betreuer Hendrik Porthmann (Eichenschule) und Dr. Heribert Wefers (NABU) fanden, eine insgesamt runde & interessante Exkursion. Mehr Fotos zur Exkursion auch auf der Homepage der Eichenschule Scheeßel.

      Besuch in der Meerforellenbrutanlage / Meerforellenbesatz im Postreithgraben

   Elektrobefischung in der Ruschwede mit Mühlkoppen und Meerforellen

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27.2.2009: Erster Meerforellenbesatz mit Hilfe der Grundschule Fintel. Mit tatkräftiger Unterstützung der 3. und 4. Klasse der Grundschule Fintel haben wir gestern die erste Charge von Meerforellenbrütlingen dieses Jahres ausgesetzt. An zwei Abschnitten der Ruschwede in Fintel wurden die kleinen Fische in die Freiheit entlassen. Dazu wurde vom Angelverein sowie den Biologinnen Anja Schulenberg und Dr. Erika Vauk (Kinderakademie Fintel) eine Menge Wissenwertes zur Biologie und den Lebensraumansprüchen der Meerforelle vermittelt.

  Meerforellenbrütlinge mit fast aufgebrauchtem Dottersack - fertig zum Aussetzen

      Meerforellenbesatz in der Ruschwede mit Hilfe der Grundschüler  sowie  anschließender Verleihung  einer Patenschaftsurkunde an die Grundschule Fintel.

Unsere  Zusammenarbeit mit der Grundschule Fintel  ist Bestandteil des Vorhabens "Projektteams vor Ort - Unser Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in der Modellregion Wümme"

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23.2.2009: Eisvögel an der Fintau. Im Allgemeinen sehen wir an unseren Bächen Fichten und andere Nadelgehölze nicht gerne. Wenn diese aber umstürzen, bieten sie selten gewordene Nistmöglichkeiten für den Eisvogel, wie z. B. an der Fintau, wo in mehreren Wurzeltellern umgestürzter Fichten Brutröhren des bedrohten Vogels zu finden sind. Nicht zuletzt aufgrund des guten Bestandes an Forellen und anderen Fischen haben wir an Fintau, Ruschwede & Veerse noch eine vergleichsweise hohe Zahl  dieser "fliegenden Edelsteine".

   Eisvogelbrütröhren im Wurzelteller einer Fichte                                     Eisvogel mit Fischbeute

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16.2.2008: Kindergarten Lauenbrück in der Brutanlage. Heute hatten wir wieder Besuch durch den Kindergarten Lauenbrück. 23 Vorschulkinder verbrachten über eine Stunde in der Meerforellen-brutanlage, wo sie  viel über die Bedeutung von Erlen als Nahrung der Bachflohkrebse lernten und auch Koppen, Bachschmerlen und kleine Meerforellen bestaunen konnten, von denen anschließend einige in die Fintau ausgesetzt wurden.

  

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14.2.2009: Meerforellen geschlüpft. Vor etwa zwei Wochen sind die ersten Meerforellen in unserer Brutanlage geschlüpft. Dank des neu eingebauten Kühlaggregats konnten wir die Wassertemperaturen während der Brutphase  konstant unter 6° C halten und so die Mortalitätsrate unter den Eiern auf ca. 1 % absenken. Auch der neue Eiweißabschäumer leistet gute Dienste und entfernt zuverlässig die erheblichen Proteinmengen, die beim Schlüpfen der Eier ins Wasser freigesetzt werden.

Die kleinen Meerforellen zehren nun ca. 3-4 Wochen von ihrem Dottersack, bevor sie anfangen zu fressen und dann in unsere Bäche ausgesetzt werden.

     Meerforellenbrütling mit Dottersack  - ca. 2 Wochen alt                       Eiweißabschäumer                            

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11.2.2009: Fischotter auf dem Vormarsch. Der bis vor wenigen Jahren auch bei uns verschollene Fischotter ist  wieder ins obere Wümmegebiet zurückgekehrt. Seit ein paar Jahren kann man an der Wümme, Veerse und Fintau mit etwas Glück immer wieder frische Otterspuren finden, so wie am letzten Wochenende an der Veerse.

 

Bis in die 1960er-Jahre war der Fischotter auch bei uns als Fischereischädling verschrien und wurde auch wegen seines Pelzes erbarmungslos verfolgt. Zwischen 1882 und 1913 wurden in der Provinz Hannover über 8.000 Fangprämien für getötete Fischotter ausgezahlt. Interessantes und Erschreckendes zur früheren Fischotterjagd in Niedersachsen und dem Amt / Landkreis Rotenburg finden Sie hier.

                   Links: In der Nachkriegszeit in Fintel erlegter Fischotter(aus: C. Stamann 2002: Fintel - Geschichte eines Dorfes)   Rechts: Fischotterjagd / Otterhunde im Kampf mit einem Fischotter (Holzstich 1884)

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7.2.2009: NDR berichtet über Erlensterben an Wümme & Veerse. Ein Kamerateam des NDR war dieser Tage wieder bei uns zu Gast und drehte einen kurzen Beitrag über das seit 2002 grassierende Erlensterben an unseren Bächen. Der Phytophtora-Pilz hat vor allem an der Wümme nahezu alle Erlen zum Absterben gebracht und befällt zunehmend auch die Bestände an der Veerse, Fintau und Ruschwede -  für die Gewässerökologie der Bäche eine katastrophale Entwicklung.

Der Film ist voraussichtlich am Montag, den 9.2.2009 ab 18 Uhr im NDR-Fernsehen in             "Hallo Niedersachsen" zu sehen.

  Das Erlensterben, hier an der Wümme bei Varel, war Gegenstand der Dreharbeiten des NDR

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4.2.2009: Sünden der Vergangenheit - Zyankali-Unfälle, Wümmeausbau und hungernde Meerforellen... Beim Stöbern im Online-Pressearchiv des Hamburger Abendblattes kann man viele interessante alte Zeitungsartikel finden, wie die folgende kleine Auswahl hier zeigt:

Im Juni 1962 leitet eine Rotenburger Firma 36 kg Zyankali in die Wümme ein und verursacht das vermutlich größte Fischsterben in der Geschichte der Wümme. Die ganzen Berichte finden Sie hier und  hier.

   

1972 wird über den geplanten Wümmeausbau bei Fischerhude durch das Wasserwirtschaftsamt Verden gestritten. Der ganze Artikel hier.

  

1966 wundern sich  Tiermediziner im Tierpark Hagenbeck, dass sich eine wanderlustige Meerforelle, die man ins Aquarium gesperrt hat, äußerst unwohl fühlt und in den Hungerstreik tritt.... Der ganze Artikel hier.

                   

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26.1.2009: Düstere Aussichten für den Aal. Wie die Aalversandstelle Hamburg in der aktuellen Aalpost berichtet, werden 2009 die ersten Management-Maßnahmen der EU  zum Schutz des Europäischen Aals greifen. Neben nationalen Managementplänen sowie verschärften Ein- und Ausfuhrbestimmungen sind auch zeitliche und mengenmäßige Fangbegrenzungen im Gespräch.

Ob diese allerdings noch etwas bewirken, scheint angesichts jahrelanger Untätigkeit der Fischereipolitik zweifelhaft: Der Glasaalaufstieg ist in Europa vor allem durch die ruinöse Überfischung im Vergleich zum langjährigen Mittel um ca. 98 % zurückgegangen. Und noch 2007 wurde die unglaubliche Menge von 55 Tonnen = ca. 190.000.000 europäischer Glasaale zum Export aus der EU nach Fernost verkauft. Die Bundesregierung schätzte im Jahr 2004 den Glasaalexport der EU sogar auf 700.000.000 (!) Stück ein (Näheres hier). Hinzu kommen noch etwa 600.000.000 Glasaale, die für den europäischen Speisefischmarkt entnommen werden -  ein umweltpolitischer Skandal ersten Ranges !

Nachtrag: Hier noch eine anschauliche Grafik zum dramatischen Rückgang der europäischen Glasaalfänge, die keines weiteren Kommentars bedarf:

                                 Glasaalaufkommen und Aalanlandung in Europa seit 1950 (Darstellung nach Dekker 2007, ICES)

  Der Aal - Fisch des Jahres 2009 und in wenigen Jahren vielleicht ausgestorben

Mehr zur Gefährdung des Europäischen Aals auch unter aalfreunde.de.                                            Weitere Infos zur  Aalverordnung.

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24.1.2009: Rohrdommel-Fund an der Veerse. Nachdem wir vor kurzem bereits den Europäischen Flusskrebs an der Fintau erstmals wieder nachgewiesen haben, nun ein weiterer bemerkenswerter Fund: An der Veerse bei Westervesede haben wir heute eine tote Rohrdommel (Botaurus stellaris)gefunden, eine der bundesweit seltensten Vogelarten, dessen Bestand in Niedersachsen auf unter 20 Exemplare geschätzt wird. In strengen Wintern kommt es bei der Rohrdommel immer wieder zu starken Bestandseinbrüchen.

Nachtrag: Die Rohrdommel an der Veerse ist vermutlich durch Kollision mit einer Hochspannungsleitung verunglückt - siehe auch Artikel in der Rotenburger Rundschau vom 28.1.2009.

   Totfund an der Veerse - Eine Rohrdommel, die zu den seltensten Arten Niedersachsens zählt.

Die Rohrdommel benötigt als Lebensraum vor allem ausgedehnte Schild- und Röhrichtbestände, die in der Veerse-Niederung nach weitgehender Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung seit einigen Jahren wieder großflächig vorkommen und offensichtlich ein geeignetes Habitat für den Vogel darstellen.

  Fundort der toten Rohrdommel - Die ausgedehnten Schilf- & Röhrichtbestände an der Veerse bei Westervesede 

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18.1.2009: Unterlagen zum Fintau-Hochwasserschutzdamm liegen vor. Die Realisierung des seit dem Jahrhunderthochwasser 2002 geforderten Hochwasserschutzdammes in der Fintau zwischen Lauenbrück und Vahlde  rückt in greifbare Nähe. Seit kurzem liegen uns die Planfeststellungsunterlagen des NLWKN Verden und der Gemeinde Lauenbrück zur Stellungnahme vor.

  Der für 2009 geplante Hochwasserschutzdamm in der Fintauniederung (Quelle: NLWKN / Gemeinde Lauenbrück)

Da wir bereits im Vorfeld beteiligt wurden, sind wichtige fischereiliche Forderungen in die Planung mit eingeflossen: Die Durchgängigkeit der Fintau für Fische soll durch die Bauweise der Stauanlage erhalten bleiben; das Wehr soll nur bei extremen Hochwassern in Betrieb genommen werden. Als naturschutzfachlicher Ausgleich der Baumaßnahme ist u. a. die Anlage eines großen Kieslaichplatzes in der Fintau sowie in Teilbereichen eine natunahe Umgestaltung der Fintauufer (Erlenpflanzungen / Uferabflachungen) vorgesehen. Die Planungen zum Lauenbrücker Hochwasserschutzdamm sind Bestandteil des übergeordneten Hochwasserschutzplanes für das Wümmegebiet.

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17.1.2009: Blick in die Brutanlage. Nachdem die Elektrobefischungen auf laichbereite Meerforellen nun abgeschlossen sind, beginnt die ruhigere, aber dennoch zeitaufwändige Arbeit der Brütlingspflege in unserer Meerforellenbrutanlage.  Hier ruhen dieses Jahr 134.000 kleine Meerforelleneier, die voraussichtlich von Anfang Februar bis Ende März schlüpfen werden. In dieser Zeit kontrollieren wir täglich Temperatur, Wasserqualität, Wasserzufluss, Kühlanlage und Filteranlage. Auch die wenigen abgestorbenen Eier müssen unverzüglich entfernt werden.

   In der Brutanlage entwickeln sich zur Zeit rund 134.000 Meerforelleneier. Bei den ersten sind inzwischen schon Augen und Organe zu erkennen. Nur wenige Eier sterben dank der intensiven Pflege vorzeitig ab.

Inzwischen sind  bei den ersten Meerforelleneiern die Augen, Blutkreislauf und Wirbelsäule zu erkennen. Auch in  unserem auch von draußen einzusehenden Aquarium kann man im Kiesgrund die Entwicklung der Meerforelleneier beobachten.

   Auch im von der Straße einsehbaren Schauaquarium an der Brutanlage kann man im Kiesgrund die Entwicklung einiger Meerforelleneier sowie andere Bachfische beobachten.

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11.1.2009: NDR-Fernsehteam drehte an der Ruschwede. Heute war wieder ein Fernsehteam des NDR bei uns zu Gast und filmte eine Kontrollbefischung auf den von uns angelegten Kieslaichplätzen in der Ruschwede bei Haswede. Die Aufnahmen sind Teil eines Kurzfilms über die Wümme, der wahrscheinlich schon am nächsten Freitag, den 16.1.2009 ab 18 Uhr im NDR-Fernsehen ("Niedersachsen 18.00 Uhr") zu sehen sein wird.

   Der NDR filmte heute wieder eine Befischung auf Meerforellen in der Ruschwede

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10.1.2009: Folgen der strapaziösen Laichwanderung. Die Wanderung der Meerforellen zu ihren Laichplätzen und die wochenlangen Revierkämpfe der Milchner zeigen manchmal drastische, z. T. tödliche Folgen. Völlig ausgelaugt haben manche der Fische keine Widerstandskraft mehr, sich gegen Pilzinfektionen zur Wehr zu setzen. Gegen Ende der Laichsaison finden wir dann auch immer einige Meerforellen, die von großflächigen Verpilzungen betroffen sind oder die vor ihrem Rückweg ins Meer verendet sind. Die meisten Elterntiere erholen sich aber nach der Rückkehr ins keimhemmende Salzwasser schnell und schöpfen Kräfte für die nächste Laichwanderung.

   Nach dem Laichen verendeter Meerforellen-Rogner             Meerforellen-Milchner mit großflächigem Pilzbefall

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8.1.2009:  Neue Publikation zu Laichhabitaten von Meerforellen & Lachsen. Seit wenigen Tagen liegt nun die Promotion von Jochen Dirksmeyer vor: „Untersuchungen zur Ökomorphologie der Laichhabitate von Lachsen und Meerforellen in Deutschland“ (Promotion am Geografischen Institut der Universität Köln). Jochen Dirksmeyer hat im Rahmen seiner Arbeit seit 2004 u. a. auch unsere Kiesbetten in der Fintau und Ruschwede untersucht. Die Ergebnisse der Arbeit werden wir in Kürze noch einmal genauer vorstellen.

  Seit Dezember 2008 auch im Buchhandel erhältlich !

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8.1.2009: Weitere Kieslaichplätze in der Fintau angelegt. In der Fintau bei Fintel haben wir in den vergangenen Wochen weitere Kieslaichplätze angelegt. Mit Unterstützung der Grundschule Fintel und der Kinderakademie des Heimatverein Fintel wurden hier für die Herstellung von zwei Kiesrauschen etwa 80 Tonnen Kies eingebracht, der inzwischen von zahlreichen Meer- und Bachforellen als Laichplatz angenommen wurde. Wir bedanken uns besonders bei Landwirt Heinrich Brockmann aus Wesseloh und beim Unterhaltungsverband Obere Wümme für die unkomplizierte Zustimmung zu dieser Renaturierungsmaßnahme ! Ein großer Dank gilt auch dem NLWKN Verden & der Gebietskooperation Wümme, die das Projekt aus Mitteln der Wasserrahmenrichtlinie finanziert haben.

Wo liegen die neu angelegten Kieslaichplätze ? Eine Karte finden Sie hier.

  Dieser Kieshaufen (80 Tonnen) soll in die Fintau - mit Hilfe der Grundschüler und natürlich mit Bagger/Radlader

   Tatkräftige Helfer beim Kieseinbringen - die Schüler der Grundschule Fintel

   Eine der kürzlich neu angelegten Kiesrauschen in der Fintau

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8.1.2009: Renaturierung der oberen Wörpe. Der Fischerei- und Gewässerschutzverein Lilienthal und Umgebung hat in Zusammenarbeit mit dem NLWKN Verden, dem Gewässer- und Landschaftspflegeverband Teufelsmoor und der Biologischen Station Osterholz in den vergangenen Wochen umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen an der oberen Wörpe vorgenommen. Im Rahmen des Modellprojekt Wümme wurde der monotone und versandete Bach u. a. auf großer Länge mit Kiesschüttungen versehen und so Meerforellen, Bachforellen und zahlreichen anderen Arten wieder ein wertvoller Lebensraum geschaffen. Auch Schulklassen sind an dem Projekt beteliigt und halfen bei der Renaturierung tatkräftig mit.

  1. Abschnitt der Wörperenaturierung

Siehe auch Pressemitteilung des NLWKN vom 20.11.2008

Die Wörpe-Renaturierung ist Bestandteil des Vorhabens "Projektteams vor Ort - Unser Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in der Modellregion Wümme", an dem auch unsere Angelvereine beteiligt sind.

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7.1.2009: Meerforellen in der Örtze. Zur großen Freude der Aller-Oker-Lachsgemeinschaft (AOLG) wurden Ende November wieder fünf Meerforellen-Aufsteiger in der Örtze bei Wolthausen gefangen. Nachdem 1938 die letzten Fische zum Laichen in den Fluss aufgestiegen waren, konnte nun nach 2007 zum zweiten Mal in Folge wieder ein Erfolg vermeldet werden. Zahlreiche hohe Wanderhindernisse in Weser, Aller und Örtze verhindern hier aber die Rückkehr der meisten Meerforellen & Lachse, die auch im Örtzegebiet seit Jahren wieder als Initialbesatz eingebracht werden.

Einen Zeitungsbericht zum Meerforellenfang in der Örtze finden Sie hier.

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7.1.2009: Farmlachse in der Oste. Wie Peter Wessendorf vom SFV Sittensen berichtet, wurden beim E-Fischen in der Oste in diesem Winter auffällig viele Farmlachse, d.h. Zucht-Lachse, die wahrscheinlich aus Netzgehegen vor der schottischen Küste entwichen sind, gefangen. Die Zuchtlachse sind meist recht eindeutig an den verkümmerten Schwanzflossen, zum Teil auch an den veränderten Kopfformen und Rückenflossen  zu erkennen.

Der starke Einfall dieser Fremdlachse stellt eine Gefahr der genetischen Verfälschung des hier angesiedelten Lachsstammes dar. Zuchtlachse sind zudem häufig Träger gefährlicher Krankheiten / Parasiten, wie z. B. der Lachslaus, die in Skandinavien schon ganze Lachspopulationen ausgelöscht hat.

Einen kurzen Bericht von Peter Wessendorf zu den Unterscheidungsmerkmalen von Wildlachs / Zuchtlachs  finden Sie hier.

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1.1.2009: Allen Meerforellen- und Gewässerfreunden wünschen wir ein schönes neues Jahr ! Wir danken allen, die uns im vergangenen Jahr bei der Umsetzung unseres Projektes unterstützt haben. Auch in 2009 werden wir weiter an der Verbesserung unserer Bäche arbeiten. So sollen z. B. an der Ruschwede, dem Lünzener Bruchbach und der Veerse weitere Kieslaichplätze angelegt werden.

Nach dem Rekordergebnis der letzten Saison fiel der Meerforellen-Aufstieg 2008 deutlich schlechter aus: 127 adulte Laichfische, von denen 64 Tiere  in der Brutanlage abgestreift wurden, brachten 134.000 Meerforellen-Eier.

Meerforellen-Eier in unserer Brutanlage von 1982-2008:

Adulte Laichfische (Fänge beim E-Fischen) von 1984-2008:

Zum Abschluss der diesjährigen Meerforellensaison war der Tag der offenen Tür an unserer Meerforellenbrutanlage gestern gut besucht. Die Lokalpresse berichtete bereits im Vorfeld - die Zeitungsartikel finden Sie hier.

  An der Brutanlage und am Lagerfeuer war reichlich Gelegenheit zum Gedankenaustausch & Fachsimpeln.

Übrigens: Eine interessante Homepage des Trave-Lachs-Projektes in Schleswig-Holstein finden sie hier - travelachs.de

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Termin vormerken : Tag der offenen Tür an der Brutanlage  (31.12.2008 13-16.30 Uhr).        Zum Abschluss der diesjährigen Meerforellensaison laden wir zum Tag der offenen Tür an der Meerforellenbrutanlage in Lauenbrück (Am Schmiedeberg) ein!  Bei Lagerfeuer und heissen & kalten Getränken stehen wir für alle Fragen zu Meerforelle & Gewässerrenaturierung u. v. m. zur Verfügung und bieten umfangreiche Infos zum Wiederansiedlungsprojekt. Wir würden uns über einen Besuch freuen !

Wo finde ich die Meerforellenbrutanlage?

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24.12.2008:  Frohe Weihnachten !  Allen Gewässer- und Meerforellenfreunden wünschen wir schöne Feiertage und einen guten Rutsch!

Kurz vor Weihnachten sind auch wir noch einmal unerwartet beschenkt worden. Trotz des ingesamt schlechten Aufstieges konnten wir noch ein paar Meerforellen für unsere Brutanlage fangen. Mit jetzt ca. 135.000 Eiern haben wir allerdings nur die Hälfte des Vorjahresergebnisses einfahren können. Dafür hoffen wir aber, dass aus den vollständig belaichten Kiesbetten in Fintau, Ruschwede & Veerse viel natürlicher Nachwuchs schlüpft.

   Patrick beim Portionieren der befruchteten Meerforelleneier / Uwe mit einem schönen Rogner aus der Ruschwede

Ludwig Tent berichtet dagegen von einem Meerforellen-Laichboom in der Este. Unter maßgeblicher Beteiligung von Ludwig Tent wurden hier in den letzten Jahren von den örtlichen Angelvereinen und der Edmund-Siemers-Stiftung zahlreiche Maßnahmen zur Restrukturierung und Wiederherstellung der kiesgeprägten Gewässersohlen umgesetzt.  Für die stetig wachsende Meerforellenpopulation reicht das allerdings noch nicht aus. Tent: "Was fehlt, sind Laich- und Aufwuchsflächen und da mache ich unverdrossen weiter. Unsere Fische hier sind mit Sicherheit "die Harten", d.h. die aus Eigenaufwuchs im  Bach entstandenen. (...) Das gilt es, weiter zu unterstützen."   - Tolle Info, wir wünschen weiterhin viel Erfolg !

  Kapitaler Bachforellenmilchner aus dem Estegebiet in prächtiger Laichfärbung (Foto: Ludwig Tent)

   Meerforellen-Laichhügel aus dem Mühlenbach (Este-System) / Restrukturierte Este bei Hoinkenbostel (Fotos: Tent)

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19.12.2008: Meerforellenaufstieg offenbar bereits zu Ende: Wegen der seit fast vier Wochen sinkenden Pegelstände der Wümme ist der Laichaufstieg der Meerforellen offenbar völlig zusammengebrochen. Obwohl ab dem 5.-10 Dezember eigentlich einer der stärksten Wanderschübe zu erwarten wäre, erreicht zur Zeit kaum eine Meerforelle mehr die Fintau &  Ruschwede.

Wegen der tiefen Wasserstände können die Fische offensichtlich nicht das Wehr in Scheeßel überwinden. Stattdessen wird der der überwiegende Teil des Abflusses über die Wasserkraftanlage abgeführt und lockt die Fische so zu diesem unpassierbaren Zwangspunkt. Durch den Bau eines funktionsfähigen Fischpasses und einer wasserbehördlichen Regelung des Turbinenbetriebes während der Wanderzeiten der Meerforelle könnte das Problem gelöst werden. Obwohl hier die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie für das ganze obere Wümmegebiet gefährdet wird, ist nicht zu erkennen, dass hier in absehbarer Zeit etwas umgesetzt wird ....

   Pegelstände der Wümme bei Hellwege der letzten 30 Tage

Quelle:http://www.nlwkn-pegelonline.de/gewaesserdaten/oberflaechgew/abfluesse/daten/0004945108stationdia30d.htm

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16.12.2008: Grundschule Fintel zu Besuch. Heute war die 4. Klasse der Grundschule Fintel zu Besuch in der Meerforellenbrutanlage. Jens Engelken, Ralf Gerken, Anja Schulenberg und Frau Dr. Vauk zeigten den Kindern alles rund um die Biologie der Meerforelle und die Arbeiten in der Brutanlage. Im Frühjahr helfen die Kinder dann beim Aussetzen der kleinen Meerforellenbrütlinge in Fintel.

 

Die Zusammenarbeit der Angelvereine Lauenbrück und Fintel mit den 3. / 4. Klassen der Grundschule Fintel ist Teil des u.a. von Bingo-Lotto geförderten Projektes                                                                                                                      "Projektteams vor Ort - Unser Beitrag zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in der Modellregion Wümme"

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9.12.2008: Filmaufnahmen für BINGO-Lotto. Fast einen ganzen Tag benötigten die Dreharbeiten, die ein Filmteam im Auftrag des NDR heute bei uns machte. Schüler der Grundschule Fintel und der Fintauschule Lauenbrück ("Das fließende Klassenzimmer") besuchten mit Begleitung der TV-Produzenten unsere Meerforellenbrutanlage und nahmen an einer Elektrobefischung in der Fintau bei Fintel teil.

Sendetermin: Der kurze Film  wird am kommenden Sonntag, den 14.12.2008 von 17.00-18.00 Uhr auf N3 ("Bingo-Lotto") ausgestrahlt.

   Patrick erklärt den Schülern ein Elektrofischfanggerät                                  Antonia Bolz von tv-plus & Kamerateam

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8.12.2008: Fersehteam des NDR zu Besuch beim ASV "Forelle" Lauenbrück. Am Dienstag, den 9.Dezember ist ein Fernsehteam des NDR zu Gast beim Angelverein Lauenbrück. Für die Sendung BINGO-Lotto wird ein Bericht gedreht über die Aktivitäten unseres mit der Fintauschule durchgeführten und von der Niedersächsischen Lotto-Stiftung geförderten Projektes "Das fließende Klassenzimmer".

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7.12.2008: Laichaufstieg kommt ins Stoppen. Trotz eines kurzen Hochwassers Ende November bleibt der diesjährige Meerforellen-Laichaufstieg weiter hinter den Erwartungen zurück. Im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres haben wir erst knapp die Hälfte der Fische gefangen. Seit etwa einer Woche kommen keine neuen laichreifen Meerforellen  mehr in der Fintau und Ruschwede an! Ein Grund sind die anhaltend niedrigen Wasserstände, die den Fischen die Passage des Wümmewehrs in Scheeßel erschwert. Das zeigt wiederholt die dringende Notwendigkeit, hier einen funktionsfähigen Fischpass anzulegen !

                 Summen der bei Elektrobefischungen gefangenen Meerforellen im oberen Wümmegebiet  (Vergleich 2007 & 2008)

Es gibt aber auch etwas Erfreuliches zu berichten: Im Lünzener Bruchbach bei Ostervesede wurden auf den von der Stiftung Naturschutz angelegten Kiesbetten letzte Woche erstmals  laichende Meerforellen gesichtet, obwohl hier keine Fische ausgesetzt wurden. Die Meerforellen erobern sich offensichtlich hier neue Lebensräume !

  Laichende Meerforelle im Lünzener Bruchbach (Der schwarze Strich ist die Schwanzflosse eines Milchners)

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4.12.2008: Naturnahe Gewässer aus der Sicht des Landessportfischerverbandes?! In der tapferen Hoffnung, neue Einblicke in die  Öffentlichkeitsarbeit unseres Landessportfischerverbandes zu bekommen, haben wir heute die "Pferd und Jagd" in Hannover besucht. Was uns da allerdings geboten wurde, überstieg unsere kühnsten Hoffnungen.... : Zentraler Blickfang der Verbandsausstellung war ein "naturnaher" Teich wie aus dem Bilderbuch (siehe Foto unten). Was uns damit vermittelt werden sollte, erschloss sich aber weder uns noch anderen Besuchern der Messe. Wir rätseln weiter.....

  Moderne Kunst oder Realsatire !?

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30.11.2008: Zwischenstand Laichfischfang. Nach dem kurzen Hochwasser der vergangenen Woche nähert sich die diesjährige Meerforellen-Laichwanderung langsam ihrem Höhepunkt, der für Anfang bis Mitte Dezember erwartet wird. In den vergangenen zwei Wochen haben wir bis jetzt 71 Meerforellen in Fintau, Ruschwede und Veerse gefangen. Das ist zwar deutlich weniger als im Rekordjahr 2007, dafür werden die Kiesbänke aber überall intensiv wie nie zuvor von den Meerforellen als Laichplatz angenommen. Auch die Brutanlage in Lauenbrück  füllt sich nun langsam mit den Eiern der Großsalmoniden.

.  Patrick Thiel mit einem Meerforellen-Milchner aus der Ruschwede - sehr schön ist der ausgeprägte Laichhaken des Fisches zu erkennen

    Ein laichendes  Meerforellen-Pärchen in der Fintau bei Fintel

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23.11.2008: Noch zu wenige Meerforellen aufgestiegen. Bei der heutigen Befischung in Ruschwede & Fintau wurden im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres nicht die erwarteten Meerforellenfänge erzielt (6 Rogner / 6 Milchner). Ein Grund sind sicherlich die sehr niedrigen Wasserstände dieses Herbstes, die den Laichaufstieg erschwerten. Nach den ergiebigen Regenfällen der letzten Woche hoffen wir, dass die Meerforellen nun in der erwarteten Menge aufsteigen.

   Uwe Fischer und Jörn Bartels beim heutigen E-Fischen              Jörn Witt mit einem schönen Meerforellen-Milchner

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23.11.2008: Wieder ein Hindernis für Lachs & Meerforelle weg ! An der Teilung des Wümme-Nordarm / Wümme-Mittelarms bei Ottersberg ist kürzlich vom NLWKN Verden eine weitere Sohlgleite angelegt worden. Sie ersetzt eine bisher nur bedingt für Fische  passierbare Schleuse. Diese Maßnahme bildet den Schlusspunkt der jahrelangen Bemühungen vom Landkreis Verden & NLWKN Verden zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Wümme bei Fischerhude-Ottersberg. Der Fluss ist nun von der Wesermündung bis zur Kreisgrenze Verden-Rotenburg uneingeschränkt für Wanderfische zu durchwandern. Im Mittel- und Oberlauf der Wümme behindern aber nach wie vor die Wehre in Hellwege, Ahausen und Scheeßel die Wanderungen fast aller Fischarten. Näheres auch hier.

 Neue Sohlgleite im Wümme-Unterlauf bei Ottersberg (Foto: NLWKN)

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Die nächste Befischung auf Laich-Meerforellen findet am Sonntag, 23.11.2008 statt.                      Wer dabei sein möchte: Treffpunkt 9 Uhr auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in Fintel.

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21.11.2008: "Klein-Kanada" in Fintel: Um laichende Großsalmoniden zu beobachten, muss man nicht ganz nach Kanada fahren. Auf allen Kiesbetten in Fintau und Ruschwede sind Dutzende von Meerforellen zur Zeit dabei, für Nachwuchs zu sorgen: Sie schlagen kleine Gruben in den kiesigen Grund und reinigen ihn so von Sand- und Schlammeinlagerungen. Jedes Weibchen legt mehrere Tausend Eier ab, die hier bis zum Schlüpfen ca. 2-3 Monate im Kies ruhen. Ein beeindruckendes Naturschauspiel !

   Zwei Meerforellen beim Laichen in der Fintau bei Fintel (Foto: J. Engelken)

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19.11.2008: Umbau der Brutanlage abgeschlossen. Rechtzeitig zum Beginn der Meerforellensaison konnten die Umbauarbeiten an unserer Meerforellenbrutanlage abgeschlossen werden. Statt des bisher kontinuierlichen Zustroms von Wasser aus der Fintau, fahren wir nun die Anlage in einem geschlossenen Kreislaufsystem, an das eine Wasserkühlung angeschlossen ist. Damit können wir zukünftig die Schwebstoffeinträge drastisch reduzieren und kontinuierlich tiefe Wassertemperaturen sicherstellen, die für eine erfolgreiche Erbrütung der kleinen Meerforellen erforderlich sind.

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18.11.2008: Laichaufstieg mit Hindernissen - Unterhalb des Wümme-Stauwehrs in Scheeßel tummeln sich zur Zeit zahlreiche Meerforellen, die auf dem Weg zu ihren Laichplätzen in der Fintau und Ruschwede sind. Angesichts der niedrigen Wasserstände brauchen die Fische unzählige kraftraubende Versuche, bis sie das Hindernis überwunden haben (Höhendifferenz zur Zeit ca. 1,80 m). Auf dem Foto unten ist ein bedauernswerter Meerforellen-Erstaufsteiger von ca. 45-50 cm zu sehen, der tapfer und aussichtslos gegen die Hürde ankämpft. Wir hoffen daher auf Regenfälle, damit die Fische dieses Hindernis leichter überwinden können. Hier muss endlich ein funktionsfähiger Fischpass gebaut werden ! Nähere Infos dazu auch hier.

  Ein kleiner Meerforellenaufsteiger beim Kampf gegen das Wehr an der Scheeßeler Mühle

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16.11.2008: Erste Meerforellen-Befischung der Saison. Nicht ganz zufriedenstellend verliefen heute die ersten Elektrobefischungen der diesjährigen Meerforellen-Saison. Trotzdem konnten wir in der Ruschwede, Fintau und Veerse insgesamt 21 Meerforellen (10 Rogner / 11 Milchner)  fangen. Ein Teil von ihnen sorgt nun in der Brutanlage für den ersten Meerforellennachwuchs dieses Jahres. Bis Ende Dezember folgen weitere Befischungen.

      Jörn Witt & Jens Engelken mit den ersten Meerforellen der diesjährigen Saison

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16.11.2008: Werner Ostermeyer verstorben. Vor wenigen Tagen verstarb unser Angelkamerad Werner Ostermeyer, der Gründungsmitglied des ASV Fintel war und die damalige Bachforellen-&Meerforellenbrutanlage in Fintel aufgebaut und lange Jahre maßgeblich mit betreut hat. Wir werden seiner stets ehrend gedenken.

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Am Sonntag, den 16.11.2008 werden wir die erste Befischung auf laichreife Meerforellen dieser Saison durchführen. Wer dabei sein möchte: Treffpunkt 10 Uhr auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes in Fintel.

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12.11.2008: Exkursion mit Kommunalvertretern an Fintau & Ruschwede. Vor einigen Tagen konnten wir  im Rahmen einer Tagung der Kommunalen Umweltaktion (UAN) in Lauenbrück einer Reihe von kommunalen Vertretern aus ganz Niedersachsen unsere Arbeit vorstellen: Bei einer Exkursion wurden der reaktivierte Fintaualtarm und die von uns angelegten Kiesbetten in der Ruschwede bei Fintel vorgestellt. Näheres hier.     

   

Die Exkursion stieß auf eine sehr positive Resonanz: Vor allem die von uns maßgeblich mitgestaltete Kooperation mit der Fintauschule und der Gemeinde Lauenbrück ("Das fließende Klassenzimmer")wurde als beispielhaft herausgestellt.

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11.11.2008: Edelkrebse in der Fintau ! Heute haben wir durch Zufall einen Krebs in die Hände bekommen,der in der Fintau gefangen wurde. Zu unserer großen Freude stellte sich der Krebs als erwachsenes Exemplar des Europäischen Flusskrebes / Edelkrebses (Astacus astacus, Rote Liste 1) heraus! Weil bis jetzt davon auszugehen war, dass diese Art im gesamten Wümmegebiet aufgrund der durch amerikanische Krebse eingeschleppten Krebspest inzwischen völlig ausgerottet wurde, ist dieser Nachweis absolut bemerkenswert. 

 

Näheres zu Biologie, Gefährdung und Schutz des Europäischen Flusskrebs finden Sie hier.

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8.11.2008: Lachsfänge in der Oste. Wie Peter Wessendorf vom SFV Sittensen berichtet, wurden heute in der Oste einige kapitale Lachse beim Elektrofischen gefangen. Lesen Sie selbst:

"Hallo liebe Mitstreiter, eine kleine Erfolgsmeldung von der Oste... Bei dem heutigen Elektrofischen auf Lachs und Meerforelle konnten wir einen sehr schönen Fang verbuchen. Ein Lachsrogner von 97 cm und etwa zehn Kg Gewicht. Dieser Fisch hatte die volle Laichreife bereits erreicht, aber zu unserem Glück noch nicht abgelaicht, so dass wir die Eier in unserer Brutanlage auflegen konnten. Hier mal die Daten: 97 cm / ca. 10 Kg Eigröße - 44 Stck. auf 25 cm 3,25 L / ca. 20.800 Stck. Eier Beachtlich, oder? Ich hatte die Menge der Eier vor dem Auslitern auf etwa 15.000 geschätzt und war angenehm überrascht und erstaunt, dass ein einziger Rogner von dieser Größe doch so viele Eier mit sich trägt! Weiterhin haben wir drei große Lachsmilchner bis 1m Länge und einige Meerforellen gefangen, was angesichts des relativ geringen Wasserstandes und der Kürze der befischten Strecke ein recht gutes Ergebnis ist. "

Peter Wessendorf - SFV Sittensen peterwess@yahoo.de

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3.11.2008: Erste Meerforellen laichen ! Am letzten Wochenende haben die ersten Meerforellen auf den Kiesbetten in der Ruschwede bei Fintel mit dem Laichgeschäft begonnen. An mehreren Stellen kann man die ersten, etwa 1 m³ großen Laichgruben entdecken, die die Fische bei der Eiablage angelegt haben. Die Laichgruben sind an den hellen, frisch umgedrehten Kieseln zu erkennen.

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28.10.2008: Der Eisvogel wurde zum Vogel des Jahres 2009 gekürt - Der schöne Vogel profitiert an Fintau, Ruschwede & Veerse auch von unserem Wiederansiedlungsprojekt. Die Rotenburger Rundschau berichtete kürzlichDen Artikel finden Sie hier.

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16.10.2008: Meerforellen-Aufsteiger in der Oste. Wie Peter Wessendorf vom SFV Sittensen berichtet, ist der erste große Schwung Meerforellen-Aufsteiger in der Oste bei Sittensen gesichtet worden. Nach dem ergiebigen Regen der letzten beiden Tage konnte  Peter heute abend einige Bilder von springenden Meerforellen am Ostewehr in Sittensen schießen - hier sind sie.

 

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12.10.2008: Hervorragender Meerforellenbestand im Postreithgraben. Im Rahmen einer Elektrobefischung konnten wir den Postreithgraben in Fintel als eines der herausragenden Aufwuchsgewässer für unsere Meerforellen bestätigen. Auf einer Strecke von etwa 1.000 m konnten wir in dem nur 40-80 cm breiten Graben über 500 zumeist einsömmrige Meerforellen fangen.

 

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5.10.2008: Ab sofort sind wir online (www.wuemme-meerforelle.de)! Auch wenn noch nicht alles fertig ist, hoffen wir, dass Sie bereits viel Lesenswertes bei uns finden. In den nächsten Wochen wird die Homepage laufend vervollständigt und erweitert - wir bitten um Geduld und freuen uns über Anregungen & Kritik !